Die Legende des Sonnenritters B2K7: “Rüge das Fehlverhalten eines heiligen Ritterkollegen”

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: dahlys


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 7: „Rüge das Fehlverhalten eines heiligen Ritterkollegen“ – deutsche Übersetzung von Ariana

Einen Tag nach der Zeremonie erhielt ich einen Brief von dem Palast. Er bestätigte, dass das Datum des Kampfes in zwei Wochen sein würde. Es war entschieden worden, dass es sich um einen gemeinsamen Kampf handeln würde, damit wir drei fair gegeneinander antreten könnten. Derjenige, der als letztes übrig blieb, würde der Sieger sein.

Das war nicht unerwartet, da ich die Prinzessin stark ermutigt hatte, einen Kampf zwischen drei Personen daraus zu machen. Ich hatte sie auch ermutigt, das Datum des Kampfes so weit als möglich nach hinten zu verschieben, um mir zumindest zwei Wochen Vorbereitungszeit zu verschaffen. Es schien, als würde der König seine einzige Schwester nach wie vor lieben. Obwohl sie ihn beinahe zu Tode geärgert hatte, hörte er immer noch auf ihre Bitten.

Allerdings war der König dank mir vermutlich immer noch wütend. Der Brief beinhaltete tatsächlich eine eidesstattliche Erklärung, welche von mir verlangte zu schwören, dass ich selbst die Verantwortung tragen sollte, wenn ich sterben würde! Er kann unmöglich vom Sohn des Gottes des Krieges wollen, dass er diese Gelegenheit ergreift, um mich zu töten, oder…?

Ich war entgeistert. Ich unterschrieb die eidesstattliche Erklärung, da ich wusste, dass es mit meiner außergewöhnlichen Regenerationsfähigkeit und der Tatsache, dass der Papst dem Kampf beiwohnen würde, wahrscheinlicher war, dass auf mich ein Attentat verübt würde, als dass ich vor Publikum sterben würde.

Nachdem ich den Zeitpunkt des Kampfes bestätigt hatte, entschloss ich mich, nach Hauptmann Urteil zu suchen. Ich unterbrach einen zufälligen heiligen Ritter um mich nach seinem Aufenthaltsort zu erkundigen, nur um zu erfahren, dass sich die Zwölf Heiligen Ritter in einer Sitzung befanden. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, wann habe ich zum letzten Mal einer Sitzung beigewohnt?

In dem Moment, in dem ich die Tür zu dem Konferenzzimmer öffnete, wanderten die Blicke aller zu mir. Nachdem ich ein blendendes Lächeln gezeigt und in Anerkennung mit dem Kopf genickt hatte, entschuldigte ich mich: „Mein Bedauern, meine Brüder, dass Sonne nicht in der Lage war, dieser Sitzung beizuwohnen, da er beschäftigt war…“

„Mach dir keine Sorgen, Sonne! Du warst in letzter Zeit so b-beschäftigt… Außerdem macht es nicht den geringsten Unterschied, ob du hier bist oder nicht!“ antwortete Erdritter ‚aufrichtig‘.

Erde, du… Ich biss die Zähne zusammen, ignorierte Erde und sah direkt Urteil an und sagte: „Hauptmann Urteil, wenn es dir nichts ausmacht, wäre es mir möglich, ein wenig deiner Zeit in Anspruch zu nehmen? Ich würde gerne meine Schwertkunst mit dir üben.“

Urteil antwortete kühl: „Solange es dir nichts ausmacht, wenn du verletzt werden solltest, Hauptmann Sonne, ist das kein Problem.“

Als wir das Konferenzzimmer zusammen verließen und ich praktischerweise hinter mir die Tür schloss, hörte ich zufällig, wie Blatt ausrief: „OH NEIN! Könnte es sein, dass Sonne, da er die Prinzessin nicht heiraten kann, Selbstmordgedanken hegt?“

Metall antwortete darauf: „Unsinn! Unser Hauptmann Urteil hat kein Interesse daran, jemanden zu Tode zu prügeln, der nicht mal die Kraft hat ein Hühnchen zu fesseln[1].“

Schlussendlich waren alle Mitglieder der ‚guten, warmherzigen‘ Fraktion gezwungen, zuzugeben: „Jup! Urteil ist niemand, der auf Schwächere losgeht.“

Ich konnte nicht anders als zu seufzen und mich umzudrehen, um mich bei Urteil zu erkundigen und zu jammern: „Bin ich wirklich so mies? Ich habe bis zum heutigen Tag überlebt und sogar zahllose Untote besiegt. Wie man es auch betrachtet, ich kann nicht so schwach sein, oder?“

Urteils Mundwinkel hoben sich ein wenig und er fragte mich dann direkt: „Wohin gehen wir?“

„Gebetszimmer.“

Urteil nickte und fragte nicht weiter. Er folgte mir den ganzen Weg zu dem Gebetszimmer, welches ein Schild mit den Worten „Wird Renoviert“ an der Tür hängen hatte. Ich ignorierte es, öffnete die Tür und trat ein. Wie erwartet stand Elijah im Inneren und sah sich ein Gemälde an der Wand an.

Ich nickte zustimmend. Dieser Ed ist ziemlich effizient und ziemlich clever. Er hat Elijah nicht nur meinen Befehlen folgend heimlich hereingeschmuggelt, er hat auch noch ein „Wird Renoviert“ Schild aufgehängt, damit andere Personen nicht eintreten. Und vor allem hat er begriffen, dass er nach Vollendung seiner Aufgabe nicht hierbleiben sollte, was es mir erspart hat, meinen Atem zu verschwenden, um ihn aufzufordern, zu verschwinden. Scheint so, als könnte ich Ed einige Aufgaben übertragen, um zu verhindern, dass Adair an Überarbeitung stirbt, bevor ich in den Ruhestand gehe. Wenn Adair stürbe, würde ich ebenfalls aus Trauer sterben.

Elijah war nicht sehr überrascht, mich zu sehen, aber in dem Moment, als er Urteil sah, war er komplett fassungslos: „Urteilsritter!“

Urteil betrachtete mich, dann Elijah und runzelte dann die Stirn: „Was hast du jetzt wieder vor?“ fragte er.

Ich erklärte in einfachen Worten: „Ich möchte, dass er die Prinzessin heiratet, daher hoffe ich, dass du ihm ein paar Schwerttechniken vor dem Kampf beibringen kannst.“

Urteil antwortete unbeteiligt: „Ich habe kein Problem damit, dich zu unterrichten, aber ich denke nicht, dass ich die Pflicht habe, ihm zu helfen.“

„Nein! Du hast die Pflicht ihm zu helfen…“

Urteil sah mich ausdruckslos an. Er drehte sich um und begann zu gehen.

Ich zog ihn sofort zurück und fügte hinzu: „Er ist immer noch ein Mitglied der ‚grausamen, kaltherzigen‘ Fraktion. Du bist der Chef der ‚grausamen, kaltherzigen‘ Fraktion. Kannst du so herzlos sein, ihn im Stich zu lassen?“

„Was?“ Urteil fuhr herum, sah Elijahs königliche Ritterrüstung finster an und funkelte mich dann misstrauisch an.

Ich erklärte schnell: „Er ist Hauptmann Hölle, einer der Zwölf Heiligen Ritter. Der Papst zwang ihn, von jungen Alter an im Palast zu spionieren, allerdings will er daher nicht mehr zu dem Heiligen Tempel zurückkehren…“ Da ich die beginnende Erkenntnis in Urteils Gesicht bemerkte, erklärte ich die Situation mit mehr Detail: „Außerdem sind er und die Prinzessin schwer verliebt. Ich habe ihm versprochen, dass, solange er den Sohn des Gottes des Krieges davon abhalten kann, die Prinzessin zu heiraten, und dem Papst somit eine Rechtfertigung gibt, um ihn gehen zu lassen, er von der Kirche frei sein wird.“

An diesem Punkt flüsterte ich in Urteils Ohr: „Andernfalls wird der Papst diesen nutzlosen Spion töten.“

Urteil runzelte heftiger die Stirn. Nach einer langen Stille sagte er schließlich: „Der Sohn des Gottes des Krieges ist sehr stark. Selbst ich bin nicht zuversichtlich, dass ich ihn besiegen könnte. Zusätzlich sind Ritter, im Gegensatz zu Kriegern, nicht für Duelle geeignet. Ritter reiten mit Pferden in den Kampf und sind am versiertesten darin, verteidigende Schild-Formationen zu verwenden. Als heilige Ritter verwenden wir etwas heilige Magie um unsere Einschränkungen auszugleichen. Aber um zu verhindern, dass seine Identität aufgedeckt wird, kann Hauptmann Hölle keinerlei heilige Magie verwenden… Um abzuschließen, es gibt keine Möglichkeit, dass er gewinnt.“

Ich nickte und antwortete: „Ich weiß, aber er muss nicht gewinnen. Alles, was ich brauche, ist, dass du ihn trainierst, damit er so lange durchhält, wie möglich.“

Urteil sah mich finster an und sagte in widersprechendem Tonfall: „Hauptmann Sonne, du solltest wissen, dass deine wichtigste Aufgabe jetzt ist –“

„Mehr Gefolgsleute zu gewinnen!“ Ich vollendete seinen Satz und fügte dann ernsthaft hinzu: „Glaub mir, ich stecke alle Energie, die ich im Moment habe, in diese Aufgabe… Aber ich kann praktischerweise zugleich einige unzusammenhängende Aufgaben erledigen.“

Urteil schoss mir einen ausdruckslosen Blick zu. Hey! Nachdem diesen Blick realisierte ich, dass er sich von dem „Geschäft ist Geschäft“ Urteilsritter in meinen guten Freund Lesus, welcher allem zustimmt, verwandelt hatte. Er sagte hilflos: „Ich schätze, ich kann nicht ablehnen, andernfalls wirst du mich zu Tode nerven!“

Hi hi! Ich will nicht angeben, aber ich bin am geduldigsten, wenn ich will, dass jemand etwas für mich tut. Ich erinnere mich, dass ich, vor langer Zeit, Lesus stündliche Erinnerungen gab, nur um ihn dazu zu bringen, über die Mauer zu klettern und mir Heidelbeerkuchen zu kaufen. Bitte nehmt zur Kenntnis, dass das bedeutet, jede Stunde „Lesus, kauf mir Heidelbeerkuchen!“, zu sagen, vierundzwanzig Stunden am Tag, inklusive der Nacht.

Aber, wenn ich mich so daran zurückerinnere, bin ich äußerst erleichtert. Glücklicherweise für mich, ergab sich Lesus schließlich und entschied sich, über die Mauer zu klettern, um Heidelbeerkuchen zu kaufen. Er hätte sich entschließen können, einen schockierenden mitternächtlichen Mord zu begehen. Nachdem er mich mit einem Schwertschlag ermordet hätte, hätte er über die Mauer klettern können um die Leiche loszuwerden, was das Ende aller Belästigungen gewesen wäre…

„Nachdem nur noch zwei Wochen übrig sind, sollte das Training heute beginnen.“

Urteil schüttelte den Kopf als er die Worte ‚zwei Wochen‘ hörte und sagte: „Eines Tages werde ich die Kontrolle verlieren und dich erschlagen, anstatt dir nachzugeben.“

Ich lobte sofort laut: „Auf keinen Fall, auf keinen Fall! Urteil, du bist die netteste Person auf der Welt, sogar netter als Blatt! Du würdest definitiv niemals deinen allerbesten besten Freund erschlagen.“

„… Bist du sarkastisch?“ Urteil warf mir einen Blick zu.

„Das war ein Kompliment!“ leugnete ich verzweifelt. Nachdem ich ein paar Mal gehustet hatte, schob ich Elijah hervor und erinnerte ihn: „Hey! Bist du fertig mit dem Tagträumen? Urteil hat sich bereits bereiterklärt, dir Schwerttechniken beizubringen, also warum hast du dich nicht bei ihm bedankt?“

Elijah kam endlich wieder zu Sinnen und stammelte: „H-Hasst ihr zwei euch nicht…?“

Ich nickte und rief aus: „Das stimmt! Lass mich dir meinen guten Freund, den ich am meisten hasse, vorstellen: Lesus Urteil.“

„Guten Freund… den du am meisten hasst?!“ Wenig überraschend starrte Elijah erneut ins Leere. Es war offensichtlich, dass sein Gehirn aufgehört hatte, zu funktionieren.

„Hör auf ihn zu schikanieren.“ Urteil schüttelte ob meines Verhaltens den Kopf und erinnerte mich: „Nachdem wir Zeit schinden wollen, würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn wir die Hilfe von Hauptmann Wolke hätten.“

„Wolke?“

Ich dachte kurz darüber nach und hatte dann eine plötzliche Erkenntnis. Ich sagte sofort: „Kein Problem! Ich werde ihn sofort suchen gehen. Wolke ist nicht nur ein Mitglied der ‘guten, warmherzigen’ Fraktion, er ist auch sehr folgsam. Ich muss ihm nur befehlen, zu helfen.“

Urteil nickte und begann, Elijah von Kopf bis Fuß zu mustern, als ob er darüber nachdachte, welche Trainingsmethoden er verwenden sollte… Ich betete kurz für Elijah. Obwohl Urteil Sachen absolut fair erledigt (und er es Elijah nicht absichtlich schwer machen würde), habe ich den Trainingsplan gesehen, den Urteil für sich selbst geschrieben hat… Ich kann nur sagen, dass nach dieser Art Training jeder ein Schwertmeister werden könnte!

Wer war es! Wer hat heimlich gesagt „außer mir“? Ich habe es gehört!

“Wolke! Hauptmann Wolke! Wo bist du?!” Ich rief nach Wolke, während ich ging. Obwohl gehen und rufen mein Image des eleganten Sonnenritters beeinflusst, hatte ich keine Wahl!

Das war der schnellste Weg, Wolke zu finden. Außerdem werden alle, sobald sie hören, dass ich nach Wolke suche, mein unelegantes herumschreien vergeben. Das liegt daran, dass „jeder weiß“, dass Hauptmann Wolke ein Wanderer und so elegant ist, wie eine Wolke. Es heißt, dass er gefunden werden kann, während er alleine trinkt oder Bücher liest auf Fensterbrettern, Dachgiebeln, unter Banyanbäumen, usw.

Ich kann nicht einmal anfangen, zu raten, wie der alte Wolkenritter elegant herumgedriftet ist. Ich weiß nur, dass unser Wolke für gewöhnlich gefunden werden kann, während er nach hier und dort driftet. Außerdem ist seine Fähigkeit zu driften außergewöhnlich: er driftet oft direkt an meinem Ohr vorbei und ich bemerke ihn nicht unbedingt… Man kann ihn üblicherweise in dunklen Ecken, hinter staubigen Vorhängen am Dachboden und in Kästen, die seit Jahren niemand mehr geöffnet hat, finden. Also sollte ich einfach nach dunklen und feuchten Orten suchen!

Er versteckt sich üblicherweise mit einem kleinen heiligen Licht als Beleuchtung an diesen düsteren Orten und liest dort Bücher mit Titeln wie „Wie man akkurate Zukunftsvorhersagen macht“, „Die zehn besten glückbringenden Zaubersprüche“ und „Glück finden und sich von Pech fernhalten“. Er hätte außerdem einen Topf mit einer unbekannten schwärzlichen, grünlichen oder rötlichen Flüssigkeit neben sich stehen, aber ich habe noch nie gewagt, ihn zu fragen, worum es sich dabei handelt.

Da der Heilige Tempel riesig ist, gibt es viele dunkle und feuchte Orte. Es ist nahezu unmöglich zu erraten, ich welchem Kasten sich Wolke versteckt.

Daher ist die Methode, die alle verwenden, um ihn zu finden, gehen und rufen.

Ich suchte eine lange Zeit und sah zufälligerweise Sturm vorbeigehen. Überraschenderweise trug er nur ungefähr zehn Arbeitsdokumente, was viel weniger war, als üblich. Ich wusste, dass Sturm auf keinen Fall wissen konnte, in welchem Kasten sich Wolke versteckte, aber so erschöpft wie ich war, konnte ich nicht widerstehen zu fragen: „Bruder Sturm, dürfte ich fragen, ob es dir bekannt ist, in welche Richtung Bruder Wolke nach der Sitzung ging?“

Sturm hob eine Augenbraue und beantwortete meine Frage mit einer anderen: „Solange Wolke nicht vor dir stand, hast du ihn jemals gesehen?“

„Nein…“

Ich seufzte. Dieser Wolke ist einfach wie ein Geist. Er liebt es nicht nur, sich in dunklen Ecken zu verstecken, er verwendet sogar beim Gehen die speziellen ‚Wolkenschritte‘, welche in zahllosen Generationen von Wolkenrittern weitergegeben wurden. Die Wolkenschritte, welche ursprünglich dazu verwendet wurden, feindlichen Angriffen auszuweichen, wurden nun verwendet um zu vermeiden, gesehen zu werden… Wenn er nicht gefunden werden wollte, bräuchtest du ein drittes Auge um ihn zu sehen!

Sturm nickte zustimmend. Bevor ich ging, kommentierte er: „Wo siehst du Wolke üblicherweise?“

Wo ich Wolke üblicherweise sehe? Ich dachte ein bisschen darüber nach. Im Konferenzsaal? Nö, ich habe ihn dort nicht wirklich ‚gesehen‘. In den Gängen? Nope, ich habe ihn nie in den Gängen ‚gesehen‘. Kästen? Nein, nein! Selbst, wenn ich den richtigen Kasten finden sollte, kann ich Wolkes Tarnung oft nicht durchschauen.

Warte! Eigentlich, ist der Ort, wo ich ihn üblicherweise finde… Mir lief ein Schauer den Rücken hinunter. Ich erschauderte und sagte: „Hinter mir…“

Sturm nickte und deutete dann mit seinem Zeigefinger hinter meinen Rücken. Danach ging er und kümmerte sich um seinen eigenen Kram.

Ich wartete eine Weile, bevor ich sagte: „Wolke?“

„Hier.“

Er ist wirklich da… Ich drehte mich abrupt um und fand tatsächlich Hauptmann Wolke, dessen Haut noch blasser war als meine, dank langer Jahre, in denen sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt gewesen war. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. „Wann hast du begonnen, mir zu folgen?“ fragte ich.

Wolke murmelte höflich: „Ich war zufälligerweise in dem Bücherschrank neben dem renovierungsbedürftigen Gebetsraum und habe dich gehört, sobald du gegangen bist und angefangen hast, nach mir zu rufen.“

„Also bist du mir die ganze Zeit gefolgt? Warum hast du nicht nach mir gerufen?“

Wolke murmelte teilnahmslos: „Ich habe dich oft gerufen, aber du konntest mich wahrscheinlich nicht hören, da deine Stimme zu laut war.“

„Tipp mir nächstes Mal einfach auf die Schulter!“ sagte ich ungeduldig.

„Okay.“ Wolke nickte.

„Hast du dich wieder in dem Kasten versteckt?” beschwerte ich mich. „Habe ich dir nicht gesagt, dass Kästen nicht dazu da sind, dass Menschen darin leben? Du kannst im Lesezimmer Bücher lesen, oder wenn du alleine sein willst, kannst du ein leeres Gebetszimmer suchen. Als einer der Zwölf Heiligen Ritter wird niemand etwas dagegen haben, wenn du ein privates Gebetszimmer beantragst.“

Wolke schüttelte energisch den Kopf und sagte: „Ich habe mich nicht in dem Kasten versteckt, da du mir verboten hast, mich da drinnen zu verstecken.“

„Hast du nicht gerade gesagt, dass du dich in dem Kasten versteckt hast?“

Wolke schüttelte den Kopf und sagte: „Ich habe mich in dem Bücherschrank versteckt.“

„…Gibt es einen Unterschied?“

Wolke legte seinen Kopf schief und antwortete dann: „Kästen haben den muffigen Geruch von Moder. Bücherschränke riechen nach Motten. Motten riechen besser.”

Normale Menschen sollten keinen von beiden Gerüchen mögen, oder? Und nachdem Motten besser riechen, warum versteckt er sich dann überhaupt in Kästen? Ich kann Wolkes Gedankengängen wirklich nicht folgen… Vergiss es! Es ist okay, solange er glücklich ist.

„Wolke, melde dich sofort bei Urteilsritter in dem in Renovierung befindlichen Gebetsraum und folge dann seinen Anweisungen.“

„Okay.“ Wolke nickte noch einmal und verschwand dann wie ein Geist.

Ich nickte zustimmend. Obwohl Wolke etwas schwer zu finden ist, eine kaum hörbare Stimme hat, eine etwas seltsame Persönlichkeit und eine seltsame Denkweise, ist er sehr folgsam. Diese Folgsamkeit ist seine größte Tugend. Er befolgt alle meine Befehle ohne je zu fragen, warum.

„Sonne!“

Ohne darauf zu warten, dass die Person, die gerufen hatte, mich erreichte, runzelte ich die Stirn und sagte: „Probleme?“

„Woher wusstest du das?“ Flamme kam mit kreischenden Bremsen zum Stehen und starrte mich mit offenem Mund an, wobei seine Augen mit dem Verdacht, ob ich kürzlich die Fähigkeit der Hellseherei erlernt hatte, gefüllt waren.

„Immer, wenn du in Eile zu mir rennst, passiert nichts Gutes“, erklärte ich finster. Ist Adair nicht fast gestorben, als das das letzte Mal passierte?

„Also daher wusstest du es…“ Flamme schien plötzlich zu realisieren, was er tun sollte und begann, erneut panisch zu werden. Er brüllte: „Das ist nicht richtig! Warum diskutieren wir das?! Dein Sonnenritterzug hatte einen Kampf mit den Leuten vom Kloster des Gottes des Krieges. Einige von ihnen sind verletzt, aber glücklicherweise befindet sich niemand in Lebensgefahr und sie alle versorgen ihre Wunden gerade in der Haupthalle. Die Leute vom Kloster des Gottes des Krieges verlangen jedoch, dass der Sonnenritterzug bestraft wird. Das macht keinen Sinn! Wo ist die Gerechtigkeit darin, einander zusammen zu schlagen?! Ihre Wunden sind viel leichter als die des Sonnenritterzuges, also sind wir diejenigen, die Entschädigung verlangen sollten!“

Ich war wutentbrannt in dem Moment, in dem ich das hörte. Mein Sonnenritterzug hatte tatsächlich meine wiederholten Warnungen ignoriert und sich mit einem derart starken Gegner angelegt!

Wollten sie mich zu Tode ärgern, bevor sie zufrieden waren?

Als Flamme und ich in die Haupthalle stürmten, sahen wir sofort die blutüberströmten Mitglieder des Sonnenritterzuges. Ich war so wütend, dass ich sie beinahe öffentlich zurechtwies. Glücklicherweise zog Flamme mich am Ärmel und deutete auf den Sohn des Gottes des Krieges und seine ungefähr fünfzig Krieger in der Mitte des Saales. Erst dann hielt ich mich zurück.

Ich lächelte breit, als ich an dem verletzten Sonnenritterzug vorbeiging und ging weiter, bis zu dem Sohn des Gottes des Krieges. Ich sagte höflich: „Wenn Sonne gewusst hätte, dass der Sohn des Gottes des Krieges eintreffen würde, hätte Sonne persönlich Ihre Anwesenheit hier willkommen geheißen, um die barmherzige Gastfreundschaft des Gottes des Lichtes auszudrücken. Nachdem Ihr hier seid, würdet Ihr gerne von Sonne durch die Kirche des Gottes des Lichtes geführt werden?“

Die Lippen des Sohnes des Gottes des Krieges zuckten, als er mir zuhörte. Er knurrte: „Hören Sie auf, Blödsinn zu reden. Sonnenritter, Ihre Leute haben meine Leute zusammengeschlagen und Sie, Sie…! Jedenfalls, Sie müssen sich dafür verantworten.“

Meine Leute haben deine Leute zusammengeschlagen? Ich höhnte in meinem Herzen. Nicht nur, dass die Verletzungen meines Sonnenritterzuges weit schwerer waren als die seiner Krieger, ich bin mir absolut sicher, dass unter meiner Unterweisung der Sonnenritterzug niemals einen Kampf anfangen würde, den er nicht gewinnen kann. Daher ist es nicht schwierig herauszufinden, wer den Kampf angefangen hat!

Ich bin mir zu 80% sicher, dass das daran liegt, dass Elijah und ich versuchen, ihm seine Prinzessin streitig zu machen. Das machte ihn wütend. Da er seine Wut nicht an Elijah oder mir auslassen konnte (und es nicht wagen würde, Hand an die königlichen Ritter zu legen, da diese dem König und nicht Elijah gehören), hat er einen Kampf mit meinem Sonnenritterzug angefangen…Diese Bastarde! Habe ich ihnen nicht kürzlich gesagt, dass sie den Heiligen Tempel nicht verlassen sollen? Meine Worte sind auf taube Ohren gefallen!

In dem Moment, als ich hörte, was der Sohn des Gottes des Krieges sagte, hörte ich auf zu Lächeln und sagte ernsthaft: „Natürlich, wie der Gott des Lichtes uns lehrt, sollten wir definitiv unsere Gäste nicht mit Gewalt behandeln. Stattdessen sollten wir alle Dinge mit der Güte des Gottes des Lichtes behandeln, da Güte mit Güte vergolten werden wird. Gewalt ruft mehr Gewalt hervor und Hass bringt Hass hervor. Niemand schätzt es, mit Gewalt behandelt zu werden. Daher müssen wir unsere Zuvorkommenheit und Rücksichtnahme zeigen. Nur dann wird unser Gegenüber Freundlichkeit mit Freundlichkeit vergelten…“

Je mehr der Sohn des Gottes des Krieges mir zuhörte, desto stärker runzelte er die Stirn. Schließlich packte er seinen Kopf, als hätte er rasende Kopfschmerzen und bellte: „SEI STILL!“

Ich schloss den Mund und lächelte ihn warm an.

Flamme murmelte hinter mir: „Wow! Ich hatte gerade eine starke Auseinandersetzung mit dem Kerl und nicht ein einziges seiner Haare war nachher fehl am Platz. Sonne musste nur sprechen und er hat rasende Kopfschmerzen.“

„Sagen Sie mir einfach, wie Sie sie bestrafen werden!“ fauchte der Sohn des Gottes des Krieges. Scheint so, als wäre mit mir zu reden anstrengender als eine Auseinandersetzung mit Flamme.

Ich fuhr herum um meinen Sonnenritterzug anzusehen und rügte: „Ihr habt tatsächlich unsere Gäste mit Gewalt behandelt? Habt ihr vergessen, dass ihr heilige Ritter des Gottes des Lichtes seid? Seid ihr so selbstsüchtig? Nachdem ihr nicht bereit seid, höfliche heilige Ritter zu sein, werde ich den Geistlichen verbieten, euch zu heilen. Geht zu dem Krankenzimmer und verbindet eure Wunden. Danach meldet ihr euch alle im Arrestzimmer. Ihr steht den nächsten Monat unter Hausarrest!“

Die Mitglieder des Sonnenritterzuges ließen beschämt ihre Köpfe hängen und kamen langsam auf die Füße. Einige der schwerer verletzten brauchten die Unterstützung von anderen, um aufzustehen.

Da er endlich die aktuelle Situation begriff, sagte Flamme unruhig: „Sonne, es gibt kein Problem damit, sie unter Arrest zu stellen, aber lass sie zumindest von den Geistlichen geheilt werden! Ihre Verletzungen sind zu schwer!“

„Dies ist ihre Strafe“, sagte ich deutlich, ohne die Absicht zu haben, meine Befehle zurückzunehmen.

Die umgebenden heiligen Ritter sahen den Sonnenritterzug voll des Mitgefühls an und fuhren dann fort, jene von dem Kloster des Gottes des Krieges anzufunkeln.

Ich drehte mich, um den Sohn des Gottes des Krieges anzusprechen, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie sich ein zufriedenes Grinsen in seinem Gesicht ausbreitete. Die Krieger hinter ihm lachten laut, als die beschämten Mitglieder des Sonnenritterzuges die Halle verließen.

„Ich freue mich schon wirklich auf den Kampf in zwei Wochen. Der Güte des Gottes des Lichtes zuliebe, werde ich gnädig sein.“ Die Zähne des Sohnes des Gottes des Krieges blitzten, als er breit grinste.

Ich lächelte blendend und antwortete: „Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Freundlichkeit.“

„Hahaha…“ Alle von dem Kloster des Gottes des Krieges lachten ausgelassen, als sie aus der Kirche stolzierten, ohne auch nur ein einziges ‚Auf Wiedersehen‘ hören zu lassen.

Nachdem die Krieger des Klosters des Gottes des Krieges gegangen waren, betrachtete mich Flamme vorsichtig und flüsterte: „S-Sonne? Nun, wo sie weg sind, sollte ich ein paar Geistliche suchen gehen, um den Sonnenritterzug zu heilen?“

Mit einem Blick von mir wurde er sofort leise.

Ich schritt schnell dem Sonnenritterzug hinterher. Flamme zögerte ein wenig und folgte mir dann. Obwohl es viele Krankenzimmer gab und ich den Sonnenritterzug nicht angewiesen hatte, welches sie verwenden sollten, war es einfach, sie zu finden. Ich musste nur der Blutspur folgen.

Alle Geistlichen, heiligen Ritter und selbst die Zwölf Heiligen Ritter wurden blass, sobald sie mich vorbeikommen sahen. Sie gingen mir sogar aktiv aus dem Weg.

Als ich das Krankenzimmer erreichte, schloss ich sanft die Türe hinter mir. Dann knurrte ich den Sonnenritterzug wütend an: „Ihr Bastarde, was habe ich euch beigebracht?“

Alle Mitglieder des Sonnenritterzuges ließen die Köpfe hängen und wagten es nicht, etwas zu sagen.

Mir platzte der Kragen und ich brüllte: „Habe ich es euch nicht bereits gesagt?! Wenn ihr jemanden schlagen wollt, stellt sicher, dass er mindestens zweimal schwächer ist als ihr. Wenn der Gegner fast gleich stark ist, handelt nicht, außer die Gewinnchance ist mindestens 200%. Habe ich euch nicht gesagt, es zu tolerieren und mir Bericht zu erstatten, bevor ihr einen Kampf anfangt?“

„Hauptmann, es ist nicht unsere Schuld! Sie wollten uns nicht gehen lassen!“ antwortete Ed mit kleinlauter Stimme, während er seine blutende Hand hielt.

„Unsinn!“ gab ich zurück. „Wenn ihr wirklich hättet gehen wollen, wie hätten sie euch am hellichten Tage stoppen können? Alle patrouillierenden, königlichen Ritter hätten euch geholfen, mit derartigen Unruhestiftern fertig zu werden.“

Ed heulte: „A-Aber wir konnten sie nicht einfach ignorieren! Sie haben Sie beleidigt! Wenn wir uns einfach umgedreht hätten und geflüchtet wären, hätten wir sie damit nicht bestätigt?“

Es gab einen sofortigen Aufruhr unter allen Anwesenden und sie beschwerten sich alle: „Das stimmt! Sie haben Sie tatsächlich als einen rückgradlosen Feigling, der sich nur auf sein gutes Aussehen verlässt, bezeichnet!“

Das bedeutet, dass ich sehr gutaussehend bin! Worüber muss man sich da ärgern?

„Sie sagten, dass heilige Ritter Nichtsnutze wären, die sich nur zusammenschlagen lassen können. Das ist zu viel!“

Ähh… Eigentlich liegen sie damit nicht so falsch. Heilige Ritter sind am Besten im Bereich Verteidigung und Erholung. Diese beiden Fähigkeiten machen heilige Ritter äußerst robust, was bedeutet, dass sie Experten darin sind, zusammengeschlagen zu werden!

„Sie haben sogar gesagt, dass Sie sich nicht für uns interessieren. Selbst, wenn sie uns töteten, würden Sie niemals wagen, Hand an sie zu legen…“

Schwachsinn! Wenn sie es wagten, euch zu töten, würde ich sicherstellen, dass sie alle lebenslänglich gelähmt sind!

Es war diese dritte Aussage, die mich schlussendlich wütend machte. Ich machte ein ernsthaftes Gesicht als ich ihnen zuhörte, wie sie sich beschwerten und zugleich ihre Wundern bandagierten. Als sie ungefähr fertig waren, befahl ich: „Meldet euch im Arrestzimmer.“

Als sie hörten, dass sie immer noch unter Arrest gesetzt würden, sah der Sonnenritterzug jämmerlich zu Boden. Gerade, als sie gehen wollten, wurde an die Türe geklopft.

„Wer ist es?“ Ich runzelte die Stirn. Wer würde es wagen, mich zu unterbrechen, während ich meinen Zugmitgliedern eine Lektion erteile?

„Hauptmann, ich bin es, Adair.“

„Du bist mutig, meine Befehle zu missachten und aus dem Bett zu kommen. Hast du dich vollständig erholt?“

„Ich bin jetzt komplett in Ordnung, Hauptmann.“

„Dann komm rein.“

Adair fiel auf die Knie in dem Moment, in dem er eintrat, und sagte schuldbewusst: „Hauptmann, wenn Sie darauf bestehen, den Sonnenritterzug unter Arrest zu stellen, dann sperren Sie mich bitte auch ein. Dies alles ist passiert, da ich, der Vize-Hauptmann, daran gescheitert bin, sie gut auszubilden.“

Ich warf einen Blick auf Adair. Da seine Bewegungen sehr geschmeidig wirkten, waren seine Verletzungen wahrscheinlich komplett verheilt. Ich sagte kalt: „Sehr gut. Ihr alle, meldet euch im Arrestzimmer.“

Adair sah hinunter und verbarg seinen Gesichtsausdruck und antwortete wie üblich: „Sofort.“

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 7 Ende]

 

Fußnoten

[1] „hat nicht einmal die Kraft, ein Hühnchen zu fesseln“: Eine chinesische Redewendung, die eine Person beschreibt, die körperlich extrem schwach ist.

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