Die Legende des Sonnenritters B2K6: “Nimm an diversen Zeremonien teil”

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von Akakuroi


Die täglichen Pflichten eines Ritters Kapitel 6: „Nimm an diversen Zeremonien teil“ – deutsche Übersetzung von Meranii

Nachdem ich bis Mitternacht mit Roland getrunken hatte, lernte ich etwas Neues…

Selbst ein Todesritter kann betrunken werden.

Nun ja, es ist vorteilhaft, dass er es kann. Wenn nicht, wäre es mir nicht möglich gewesen, ihn von den Kellnerinnen und dem Besitzer der Bar belästigen zu lassen und hätte somit nicht diesen gutaussehenden Mann  – nein! Ich meine diese gutaussehende Leiche verwenden können, um die Kosten des Alkohols zu decken.

Ich wusste nicht, dass eine Flasche Alkohol so teuer sein kann! Als ich die Rechnung sah, wäre ich beinahe in Ohnmacht gefallen, aber gleichzeitig fühlte ich, dass ich Glück hatte – Als ich früher am Tag mit Elijah trinken war, war ich gegangen, ohne für den Wein zu zahlen.

Da wir bis Mitternacht getrunken hatten und der Besitzer und die Kellnerinnen Roland mehrmals angefasst hatten, musste ich, als wir endlich gingen, eine betrunkene Leiche zu Rosas Haus tragen. Bis ich alles erledigt hatte und zur Kirche zurückgekehrt war, war es früh am nächsten Morgen.

In dem Moment, in dem ich die Kirche betrat und bevor ich auch nur die Zeit hatte, mich frisch zu machen und ein Nickerchen zu halten, zog mich Sturm argwöhnisch in eine Ecke und sagte in einem zweideutigen Tonfall: „Ein Gast sucht nach dir.“

Ein Gast? Und was ist mit Sturms Tonfall? Wieso klingt er, wie als wäre ich zu einer heimlichen Liebesaffäre ausgegangen und wäre in-flagranti erwischt worden…? Ich bin unschuldig! Alles, was ich getan habe, ist heimlich mit einer Leiche einen trinken gegangen zu sein – Ich habe keine Affäre!

Obwohl mein Kopf voller Fragen war, lächelte ich und sagte: „Darf ich fragen, Bruder Sturm, in welchem Empfangssalon der Gast ist?“

Sturm schüttelte seinen Kopf und antwortete: „Wie kann sie in einem Empfangssalon sein?”

„Nicht im Empfangssalon?”Ich konnte nicht verhindern, dass mein Gesicht misstrauische Züge annahm.

Scheinbar zufrieden damit, dass ich einen anderen Gesichtsausdruck als ein Lächeln zeigte, winkte Sturm mit seiner Hand und sagte: „Folge mir.“

 

Nach kurzer Zeit kamen wir vor einem ziemlichen privaten Gebetsraum an. Theoretisch war dies ein Platz für heilige Ritter, um ruhig zu beten. Allerdings wird er, soweit ich das verstehe, de facto eher für laute Aktivitäten wie „Lasst uns hier alle Lunchpakete essen“ verwendet, anstatt für leise Gebete.

Sobald ich den Raum betrat, verstand ich, wieso wir nicht in den Empfangssalon gehen konnten – immerhin ist der Empfangssalon ein öffentlicher Ort. Dies war niemand, der wann er will in öffentlichen Bereichen auftauchen kann.

Es war die einzig wahre Prinzessin des Königreichs!

Ich konnte nicht anders, als anzufangen, die gründliche Art der Prinzessin, sich um Dinge zu kümmern, zu bewundern. Elijah war erst gestern betrunken zurückgekehrt und heute klopfte sie bereits an meine Tür. Ich drehte mich, um Sturm anzusehen, und sagte: „Bruder Sturm, wäre es möglich, uns für einen Moment zu entschuldigen?“

Damit ging Sturm widerwillig, mit einem deutlich neugierigen Ausdruck im Gesicht.

„Elijah erzählte mir bereits von Ihrem Plan, aber ich werde Sie nicht unterstützen.“ Ohne Umschweife kam die Prinzessin direkt zum Punkt. Während sie mich verächtlich ansah, sagte sie: „Sie müssen gedacht haben, Bruder handelte gegen meinen Willen und zwang mich dazu, den Sohn des Gottes des Krieges zu heiraten, nicht wahr? Dann lassen Sie mich sagen, dass Sie falsch liegen! Bruder hat es bereits mit mir besprochen und ich habe zugestimmt. Als Prinzessin ist es meine Pflicht, mich für das Königreich zu opfern.“

„Ich denke, es gibt ein Missverständnis zwischen uns, Eure königliche Hoheit“, sagte ich, noch immer lächelnd. „Eure Hoheit muss verstehen, dass ich, der Situation ungeachtet, niemals dem Höllenritter schaden würde. Dies ist das Versprechen, das ich einst dem Gott des Lichtes gab, dass ich jeden einzelnen heiligen Ritter beschützen würde.“

Als sie das hörte, war die Prinzessin etwas überrascht. Sie sah mich misstrauisch an und zweifelte an dem, was ich gerade gesagt hatte.

„Obwohl ich nichts tun würde, bedeutet das jedoch nicht, dass der Papst die heiligen Ritter wie seine Brüder behandelt. Er würde niemandem, der möglicherweise eine Gefahr für die Existenz der Kirche darstellen könnte, die geringste Gnade zeigen. Ihr solltet mittlerweile wissen, dass der Papst und ich nicht auf gutem Fuß miteinander stehen und dass er sicherlich nicht meinetwegen Gnade walten lassen würde. Was mich angeht, ist es mir nicht möglich, ununterbrochen an Elijahs Seite zu sein. Und wenn selbst Ihr, Eure königliche Hoheit, in ein anderes Land verheiratet werdet, wer wird dann, wenn ich fragen darf, Elijah beschützen können?“

Als sie das hörte, veränderte sich der Gesichtsausdruck der Prinzessin, ihr ursprünglich entschlossener Ausdruck begann zu schwanken. Ich wusste, dass die Dinge begannen glatt zu laufen. Selbst wenn die Prinzessin bereit war, sich selbst zu opfern, bezweifelte ich, dass sie bereit war, ihren Geliebten zu opfern.

Nachdem sie eine Weile ziemlich unentschlossen aussah, sagte die Prinzessin plötzlich wütend: „Wie können Sie es wagen, mir mit Elijah zu drohen! Bote des Gottes des Lichtes? Nein, Sie sind der Bote der Unehrenhaften! Bruder Sonne hatte Recht gehabt!”

Bruder Sonne? Nachdem ich für einen Moment nachgedacht hatte, verstand ich es. Mit Bruder Sonne meinte die königliche Hoheit meinen Lehrer. Er hatte eine ziemlich gute Beziehung zur königlichen Familie gehabt, was der Grund war, wieso die Prinzessin ihn als Bruder ansprechen würde. Obwohl er, wenn man nach dem Alter ginge, Onkel genannt werden müsste, hat mein Lehrer nie eine Anrede akzeptiert, die älter als Bruder war…

Nach kurzem Zögern fragte ich: „Und was sagte mein Lehrer?“

Mit einem kühlen Blick begann die Prinzessin, die Unterhaltung nachzuerzählen.

Wie mein Schüler ist? Hmm, im Großen und Ganzen ist er eine nette Person… solange du dich ihm nicht entgegenstellst.“

Und was passiert, wenn man sich ihm doch entgegenstellt?“

Hmm, du wirst immernoch denken, dass er eine nette Person ist. Aber gleichzeitig wirst du dir Fragen stellen, wie: ‘Warum habe ich in letzter Zeit so viel Pech?’ Arbeite an einer Aufgabe und du wirst es schaffen, bei zwei fehlzuschlagen, trinke kalte Suppe und du wirst es schaffen, dich zu verbrühen, iss Haferbrei und du wirst es schaffen, an Knochen zu ersticken, geh alleine durch die Gänge des Palastes und du wirst es schaffen, in Stiermist zu treten…“

Aber wie ist es möglich, sich an kalter Suppe zu verbrühen? Wieso sollten überhaupt Knochen in Haferbrei sein? Und wie ist es möglich, dass Stiermist in den Gängen des Palastes auftaucht?“

Demzufolge ist mein Schüler im Großen und Ganzen eine ziemlich gute Person. Das heißt, wenn du dich ihm nicht entgegenstellst.“

„Sie sind nicht irgendein perfekter Sonnenritter! Sie sind eine schmutzige, selbstsüchtige, verräterische Person! Sogar Ihr Lehrer denkt das Gleiche“, sagte die Prinzessin wütend.

Mein Lehrer! Seine Beispiele waren absolut entsetzlich. Wenn es ich wäre, würde ich definitiv nichts so offensichtliches tun, wie jemand mit kalter Suppe zu verbrühen!

„Eure königliche Hoheit, selbst wenn ich selbstsüchtig bin, glaubt Ihr wirklich, dass ich von mir aus nicht den Willen hätte, Hölle zu erlauben, mit der Frau zusammen zu sein, die er liebt?“, fragte ich mit gerunzelter Stirn.

Die Prinzessin starrte mich kühl an und sagte sarkastisch: „Denken Sie nicht, dass ich glaube, was Sie tun sei tatsächlich zu Elijahs Bestem.“

Mit einen höhnischen Grinsen sagte ich: „Auch wenn Elijah einer der Zwölf Heiligen Ritter ist, kann seine Identität nicht aufgedeckt werden. Somit ist er nur ein gewöhnlicher königlicher Ritter. Und Ihr solltet wissen, wie schwer es für einen gewöhnlichen königlichen Ritter ist, die Hand einer Prinzessin zu erhalten.“ Dann fügte ich sarkastisch hinzu: „Aber um Euch die Wahrheit zu sagen, anstatt einen Weg zu suchen, Euch mit einem königlichen Ritter zu verheiraten, könnte ich ebenso gut gegen den Sohn des Gottes des Krieges kämpfen und Euch für mich selbst in Anspruch nehmen. Ganz abgesehen davon, dass dies viel leichter ist! Immerhin bin ich der Anführer des heiligen Tempels, der Bote des Gottes des Lichtes.“

Als sie hörte, was ich sagte, begann die Prinzessin die Stirn zu runzeln während ihre Lippen eine dünne Linie formten.

„Und falls ich zufällig gewinnen sollte, werde ich nicht nur ein Angehöriger der königlichen Familie, sondern, da der neue König keine Söhne hat, besteht für mein Kind sogar die Möglichkeit, der nächste König zu werden. Was könnte besser sein als das? Als eine im Großen und Ganzen gute Person, bin ich tatsächlich dumm genug, diese Chance Elijah zu geben und mir sogar den Kopf zu zerbrechen, nur um mir einen Plan auszudenken, damit all dies klappt?“

Während ich halb spielte, wütend zu sein, drehte ich meinen Kopf und sah weg, beobachtete aber aus dem Augenwinkel die Reaktion der Prinzessin.

Sie sah misstrauisch aus und blieb weiterhin still. Als sie keine gute Antwort fand, fragte sie in einem sanfteren Ton: „Wieso helfen Sie uns dann? Setzen wir uns Ihnen nicht entgegen?“

Ich erwiderte sofort: „Ihr stellt euch nicht gegen mich! Auch wenn Elijah nicht mehr der Höllenritter sein will, bedroht er die Kirche überhaupt nicht. Und auch wenn Eure königliche Hoheit den Sohn des Gottes des Krieges heiraten möchte, ist dies die Idee des Prinzen. Überdies, selbst wenn es die Idee des Prinzen war, mit dem sinkenden Ruhm und Ansehen des Königreichs und dem Ansteigen der Macht der Kirche, ist es für einen König normal, zu versuchen, das Ansehen des Königreichs zu steigern und es kann daher nicht als sich mir entgegensetzen betrachtet werden.“

Damit guckte die Prinzessin noch verblüffter und wirkte nun nicht mehr wie eine  herablassende Prinzessin, sondern eher wie ein verwirrtes kleines Mädchen.

Amüsiert sagte ich: „Auch wenn Ihr meinen Lehrer habt andeuten hören, Euch niemals gegen mich zu stellen, habt Ihr vergessen zu fragen, was als sich gegen mich zu stellen angesehen wird.“

„Welche Art von Verhalten ist dann ‚sich gegen Sie stellen‘?“ Als sie keine Antwort bekam, sagte die Prinzessin tatsächlich auf eine kokette Art: „Komm, sagen Sie es! Nur wenn Sie es sagen, kann ich es wissen und vermeiden, dass ich etwas tue, was Sie verärgert!“

Von einer Prinzessin, die deutlich älter war als ich, angeflirtet zu werden, lies mich schaudern. Gerade dann erinnerte ich mich an ein Beispiel von jemandem, der sich gegen mich gestellt hatte. Ich schenkte ihr ein kaltes Grinsen und sagte: „Dann gebe ich Euch ein Beispiel: Erst letztens hat ein bestimmter Idiot versucht, meinen Vize-Hauptmann umzubringen und die Frau meines Bruders zu stehlen. Das ist ein absolutes nicht-ernst-nehmen von mir, dem Sonnenritter. Wenn ich ihn nicht für all das bezahlen lasse, was er getan hat, schreibe ich meinen Namen in meinem eigenen Blut rückwärts!“

 

 

Der älteste Prinz hatte tatsächlich Lob verdient – es war endlich der Tag seiner Krönung, aber es gab keinerlei Anzeichen, dass er verschwenderisch mit Luxus umging.

Obwohl es der Tag der Krönung des Königs war, waren dem Palast keine Dekorationen hinzugefügt worden. Nur aufmerksamere Personen würden bemerken, dass der Teppich durch einen neuen ersetzt worden war… Oder war er nur frisch gewaschen?

Es ging das Gerücht um, dass der Protokollchef nicht mit der Sparsamkeit des Kronprinzen einverstanden war und an ihm herumgemeckert hatte. Aber alles, was der Kronprinz gesagt hatte, war: „Vater hat den Palast schon für viele Jahre dekoriert und geschmückt, er ist schon üppig genug, so wie er ist.“ Das brachte den Protokollchef ein für alle Mal zum Schweigen.

Kein Wunder, dass die Prinzessin bereit war, einen Mann, den sie nicht liebte, zu heiraten. Ihr Bruder ist bereits derart selbstlos, daher sie könnte wohl kaum sagen, dass sie schon jemanden hat, den sie liebt, und daher nicht heiraten möchte, nicht wahr?

Weiterhin entdeckte ich während der Zeremonie widerwillig, dass der Sohn des Gottes des Krieges, der mir zufällig gegenüber stand, eigentlich ziemlich gutaussehend war. Als Anführer der Krieger hatte ich ihn mir als einen breiten, großen und muskulösen Mann mit mit unordentlichem Haar und ungepflegter Kleidung vorgestellt… Ich lag komplett falsch.

Tatsächlich war er breit, groß und muskulös, aber nicht übermäßig. Und wenn man sah, wie schnell sein Schritt war, konnte man sagen, dass er niemand war, der nur über Stärke verfügt. Er war sehr agil und auch flexibel. Ganz zu schweigen von seinem schwarzen, lockigen Haar, welches ihn einem Jaguar ähneln lies, anmutig, schnell und sehr gefährlich. Kein Wunder, dass Adair gegen ihn verloren hatte und in diesem Prozess fast noch sein Leben dazu.

Und daran, wie die Damen dem Sohn des Gottes des Krieges ständig nachsahen, konnte man erkennen, dass dieser Mann sehr gut mit Frauen umgehen konnte… Vielleicht dachte der Kronprinz tatsächlich, dass er ein guter Mann zum Heiraten war und hatte daher zugestimmt, ihm die Hand seiner kleineren Schwester zu reichen. Natürlich konnte er nicht wissen, dass seine kleine Schwester schon jemandem im Auge hat.

Zurück zur Krönung muss gesagt werden, dass, obwohl die Zeremonie nicht sehr luxuriös aussah, sie dennoch sehr feierlich war. Und was noch wichtiger war: alle sahen der Krönung des Kronprinzen von ganzem Herzen entgegen, da seine Krönung auch bedeutete, dass eine ganz bestimmte Person abdanken würde.

Als der König die Krone dem Papst übergab und der Papst die Krone auf das Haupt des Prinzen platzierte, während er bekannt gab, dass er der neue König war, sahen einige Leute sehr erleichtert aus.

Ich denke, ich war der einzige, der nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Immerhin, obwohl was dieses ‚fette Königsschwein‘ getan hatte, jeden dazu bringen würde, ihn erstechen zu wollen… Um ehrlich zu sein, mit einem König, der so dumm ist wie ein Schwein, umzugehen war leicht im Vergleich zu diesem König, der vermutlich ein Tiger in Schweinehaut war.

Ich seufzte. Es sah so aus, als wären die Tage, an denen ich ein ‚echtes Schwein‘ handhaben musste, zu Ende. Der heutige Tag markierte den Anfang eines langen Krieges mit dem ‚falschen Schwein‘. Ich hoffte nur, dass ich nicht der Tiger sein würde, der gefressen wird…

Während ich noch am Seufzen war und das Ende meiner ,guten Tage’ betrauerte, präsentierten all die Boten der unterschiedlichen Länder ihre Geschenke. Ein Ganzkörperspiegel in welchen kostbare Juwelen eingebettet waren, ein ganzes Set von Accessoires aus kostbaren Juwelen, ein Schwert dekoriert mit kostbaren Juwelen…

Aber ernsthaft, obwohl diese Geschenke, in die kostbare Juwelen eingebettet waren, wirklich teuer waren, konnte keines als ein wahrlich kostbares Geschenk angesehen werden. Genau genommen, waren die Geburtstagsgeschenke für das fette Königsschwein um einiges besser. Aber andererseits lag das nicht daran, dass die anderen Länder geizig waren. Bei Ereignissen, die mit dem Ansehen eines Landes verbunden waren, war es ihnen unmöglich, geizig zu sein.

Der wahre Grund war vermutlich, dass die Zeit zwischen dem Verkünden der Zeremonie zur Zeremonie selbst sehr kurz war, weniger als drei Monate, um genau zu sein. Einige Länder, die weiter weg lagen, beeilten sich vermutlich, hierher zu kommen, in dem Moment, als sie die Nachricht bekamen, nur um pünktlich für die Zeremonie da zu sein. In dieser Zeitspanne war es zweifelhaft, dass viel Zeit zum Vorbereiten von angemessenen Geschenken war.

Auch wenn die Geschenke nicht sonderlich eindrucksvoll waren, schien es den König nicht zu stören. In Wirklichkeit sah er ziemlich fröhlich aus.

Sag mir nicht… Plötzlich erschien mir alles ganz klar. Sag mir nicht, dass dieser falsche Schweinekönig es mit Absicht gemacht hat! Immerhin ist die Schatzkammer des Landes, so wie sein Vater das Geld aus dem Fenster geworfen hat während er so lange auf dem Thron war, vermutlich mehr als nur halbleer.

Wenn jedes Land mit echten, kostbaren Schätzen kommt, könnten diese unbezahlbaren Schätze definitiv nicht auf dem Markt verkauft werden. Falls irgendjemand herausfände, dass ein Geschenk an den König tatsächlich auf dem Markt auftaucht, gäbe es nur zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, dass das Schatzamt des Königreichs des vergessenen Klanges ausgeraubt wurde. Oder die zweite, schlimmste, Möglichkeit, nämlich, dass der König des Königreichs des vergessenen Klangs tatsächlich durchgezogen hat, diese Schätze zu verkaufen.

In beiden Fällen wäre das Ansehen des Königreichs des vergessenen Klangs ruiniert gewesen.

Da die Zeitspanne zwischen der Verkündung der Zeremonie zum tatsächlichen Datum jedoch zu kurz gewesen war, würde das zur Folge haben, dass keines der Länder genug Zeit hatte, angemessene Geschenke vorzubereiten. Was bedeutet, dass alle präsentierten Geschenke nur Dinge sein würden, die mit kostbaren Juwelen besetzt oder aus Gold hergestellt wurden. In diesem Fall müsste der König nur die kostbaren Juwelen herausbrechen, die aus Gold geschmiedeten Gegenstände zu Goldbarren schmelzen und sie verkaufen, ohne dass es jemand merkt.

Kronprinz – Nein! Jetzt, als das falsche Königsschwein, seid Ihr absolut unglaublich! Wären wir nicht Rivalen, würde ich mich vor Euch verbeugen, um meine Bewunderung für Eure Taktiken und Strategien zum Geld verdienen zu zeigen. Würde ich das dem Papst, der Geld genauso liebt, erzählen, würde vielleicht sogar der Papst Euch seinen Bruder nennen wollen!

Dann winkte der Sohn des Gottes des Krieges den Kriegern hinter sich zu und zwei von ihnen brachten unverzüglich ihr Geschenk für den König hervor.

Es war ein Schild, allerdings war deutlich zu erkennen, dass es niemand wagen würde einen anzugreifen, sollte man ihn verwenden, um Gegner abzuwehren, da Leute normalerweise nicht gewillt sind, einen komplett mit Diamanten bedeckten Schild anzugreifen. Ich wäre sicherlich der Erste, der eine solch verschwenderische Person umbringen würde. Selbst der kleinste Diamant auf ihm, der abgeschlagen werden könnte, wäre gleich der Verschwendung meines Gehaltes, wenn ich es die nächsten zwanzig Jahre sparen würde!

Der neugekrönte König nickte dankend, während seine Augen das Licht der Diamanten reflektierten. Selbst sein Lächeln wurde breiter. Als er das sah, verkündete der Sohn des Gottes des Krieges stolz: „Dies ist ein Schild, der von Magiern, Juwelenschleifern und Schmieden zusammengesetzt wurde. Das Landeswappen des Königreichs des vergessenen Klanges ist aus Diamanten geformt in der Mitte und wird von wertvollen, magischen Juwelen umringt, welche eingelassen wurden, um ein Amulett zu formen, welches magische Sprüche abwenden kann. Noch dazu ist seine physisch Verteidigung auf dem höchsten Niveau. Selbst eine riesige Axt könnte ihm keinen Schaden zufügen!“

Nach dieser Erklärung waren alle im Saal erstaunt. Es konnte zu den besten heute übergebenen Geschenke gezählt werden.

Aber alles was ich tat, war in mich hineinzugrinsen und hervorzusagen, dass der falsche Schweinekönig lieber seinen vertrautesten Ritter vorschubsen würde, um sich vor einem Angriff zu schützen, als dem Schild eine Chance zu geben, irgendeine seiner Ecken beschädigt zu bekommen.

„Verwahre es gut“, sprach der König die Wache neben ihm an. Es war heute das erste Mal, dass er tatsächlich gesprochen hatte, anstatt nur zu lächeln und nicken, nachdem er ein Geschenk erhalten hatte.

Zufrieden, wie vorsichtig die Wächter den Schild wegtrugen, drehte sich der Sohn des Gottes des Krieges um und sagte provokativ: „Wir, das Kloster des Gottes des Krieges, haben seiner Majestät unseren Respekt gezollt. Wir fragen uns, was die Kirche des Gottes des Lichtes seiner Majestät als Beglückwünschung zu bieten hat.“

Während ich auf den roten Teppich in der Mitte der Halle zuging und nur zwei Schritte entfernt vom Sohn des Gottes des Krieges stehen blieb, holte ich ein Armband hervor. Es war golden und durchscheinend, ein bisschen wie Glas. Es war aus achtzehn kleinen Murmeln und einer größeren Murmel geformt, wobei in alle ein Rosenmuster eingraviert war. Tatsächlich sah es sehr zart aus, hatte aber nichts mit den Wörtern ‚wertvoll‘ oder ‚Schatz‘ zu tun.

Nachdem ich mich vor dem König verbeugt hatte, sagte ich demütig: „Sonne hat nichts Wertvolles in seinem Besitz – alles, was wir geben können, ist dieser Rosenkranz, welcher den Segen des Gottes des Lichtes erhalten hat.“

Der König behielt lediglich sein Lächeln und nickte höflich, während der Sohn des Gottes des Krieges einfach laut, ohne sich zurückzuhalten, lachte. Auf der anderen Seite begann die Menge die Augenbrauen zusammenzuziehen. Wahrlich, das Geschenk erschien zu billig.

Dann fügte ich mit einem Lächeln hinzu: „Unter dem Schutz des Gottes des Lichtes wird Eure Majestät sein Leben lang gesund bleiben. Jedoch, falls Eure Majestät jemals verletzt werden sollte, zerbrecht einfach eine dieser Rosenmurmeln und eure Majestät wird den Segen des Gottes des Lichtes erhalten, mit einem Effekt äquivalent zu dem Vollzug einer fortgeschrittenen Heilung. Was den Segen der größten rosengemusterten Perle in der Mitte betrifft, so ist diese äquivalent zu dem Ausführen der ultimativen Heilung über euch.“

Als er meine Erklärung hörte, konnte der König seine Überraschung und sein Verlangen fast nicht verbergen. Er flüsterte seinen vereideten Rittern ein paar Worte zu und sofort trat ein Ritter nach vorne um den Rosenkranz anzunehmen und ihm dem König zu überreichen. Nachdem er die Murmeln einige Zeit betastet hatte, striff er ihn sofort über und kümmerte sich nicht mal darum, wie unglücklich der Sohn des Gottes des Krieges aussah, als er dies tat.

Ich lächelte in mich hinein und dachte: Selbst wenn es ein Geschenk von mir ist, liebt es der König trotzdem!

Am Ende ist für eine Person mit großer Macht ein Attentat das Schlimmste, was ihnen passieren könnte.

Mit diesem Rosenkranz war es, als hätte er einen Geistlichen, der achtzehn fortgeschrittene Heilungen und eine ultimative Heilung ausüben konnte, ständig bei sich. Nicht zu vergessen, dass es, im Gegensatz zu einem Geistlichen, weder von Gegnern bestochen werde konnte, noch das Erste war, was ins Visier genommen und getötet werden würde. Mit all diesem, wieso sollte er nicht die lebensrettenden Murmeln sofort tragen wollen?

Noch dazu waren diese lebensrettenden Murmeln nichts, was ein durchschnittlicher Geistlicher herstellen könnte! Insgesamt hatten dreißig Heilsprüche von hohem Niveau ausgeübt werden müssen um auch nur eine kleine rosengemusterte Murmel zu erschaffen und was die große betrifft…

Es ist nicht so, dass ich geizig bin und dem König nur eine geben möchte, aber das ist das einzige Armband, das ich erfolgreich erschaffen konnte.

Selbst jemand wie ich, der so viel heilige Aura hat, dass sie beinahe überfließt, kann am Tag nur etwa zehn Heilsprüche von hohem Niveau aussprechen. Also hat mich das Vollenden dieses Perlenarmbandes tatsächlich mehr als einen Monat gekostet… Heimlich das Kapital für das Geschenk des Königs in meine Pension zu stecken ist nicht so einfach!

„Hauptmann Sonne!” Ein heiliger Ritter rannte auf mich zu und berichtete mit leiser Stimme: „In der Stadt veranstalten ein paar Totenbeschwörer und untote Kreaturen einen Aufruhr.“

Während ich, nachdem ich den Bericht angehört hatte, weiter lächelte, konnte ich den Sohn des Gottes des Krieges sehen, der mich anlächelte, und natürlich erwiderte ich das Lächeln höflich… Verdammt, du Idiot, wie kannst du es wagen, mich zu sabotieren!

Ich kann nicht glauben, dass ein anderer Totenbeschwörer außer Pink, die unter Vertrag stand, es wagen würde, zu kommen und in Blattknospenstadt, dem Hauptsitz der Kirche des Gottes des Lichtes, Blödsinn zu machen. Es war nicht wahrscheinlich, dass sie dachten, sie hätten zu viele untote Kreaturen und wollten der Kirche des Gottes des Lichtes ein paar abgeben, um die heiligen Ritter und Geistlichen zu trainieren.

Das muss das Kloster des Gottes des Krieges gewesen sein!

Jeder im Land wusste, dass ich untote Kreaturen am Meisten hasste. Falls nun irgendwelche untoten Kreaturen auftauchen würden, würde ich mich auf jeden Fall beim König entschuldigen und dann losrennen, um die untoten Kreaturen zu bekämpfen. Dann würde das Kloster des Gottes des Krieges um die Hand der Prinzessin anhalten und zusammen mit der königlichen Familie an diversen Fäden ziehen, und so weiter und so fort.

„Totenbeschwörer haben tatsächlich untote Kreaturen nach Blattknospenstadt gebracht, einer Stadt, die den Segen des Gottes des Lichtes erhalten hat?“, antwortete ich ernst. „Dies ist vollkommen abscheulich! Hört, befiehlt meinem Sonnenritterzug diese untoten Kreaturen, welche nicht den Segen des Gottes des Lichtes haben, zu bekämpfen. Ich denke mein Zug hat in letzter Zeit zu sehr nachgelassen, es ist durchaus Zeit, sie zu trainieren, um sicher zu gehen, dass sie stark genug sind, um Blattknospenstadt zu verteidigen und zu beschützen.“

„Verstanden.“ Sofort nickte der heilige Ritter und rannte zurück, um die Nachricht zu überbringen.

Der Sohn des Gottes des Krieges öffnete seinen Mund und sagte langsam: „Sonnenritter, heute ist solch ein wichtiger Tag. Wäre es nicht passender, wenn Sie sich selbst darum kümmern, wenn untote Kreaturen in der Stadt erscheinen?“

Ich antwortete überzeugt: „Bitte sorgt euch nicht, mein Herr. Am heutigen Tag ist nicht nur die Krönung des Königs, es ist auch der Tag, an dem der Gott des Lichtes seinen Segen gibt. Was die untoten Kreaturen betrifft, sie werden sicherlich nicht die Chance habe, diesen Segen zu erhalten. Daher wird mein Sonnenritterzug sie mit absoluter Sicherheit erfolgreich auslöschen.“

Hehe, worum sollte ich mich sorgen?

Das Kloster des Gottes des Krieges war es nicht gewohnt, mit untoten Kreaturen umzugehen. Ich bezweifelte, dass sie es wagen würden, die wirklich mächtigen Totenbeschwörer aufzusuchen, die tatsächlich einen Aufruhr veranstalten könnten. Diese wirklich mächtigen Totenbeschwörer würden sich niemals dazu herablassen, diese Dinge zu tun… Außer sie wären wie Rosa, dann gäbe es die Chance, dass sie es aus Langeweile tun würden. Aber ob es einen weiteren Totenbeschwörer wie Rosa gibt… Ich fürchte, sie ist einmalig in dieser Welt.

Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass die Tatsache, dass untote Kreaturen in der Stadt frei rumrennen, die Idee des Klosters des Gottes des Krieges waren und nichts mit seiner Majestät zu tun haben. Schließlich sind die Bewohner dieses Königreichs, da das Königreich des Vergessenen Klanges den Gott des Lichtes anbetet, strikt gegen die Idee der untoten Kreaturen und dunklen Auren. Der König würde hierfür nicht sehr zufrieden mit dem Kloster des Gottes des Krieges sein. Wenn man von der Tatsache ausgeht, dass der König keine Anstalten gemacht hatte, mich zu rufen, um diese untoten Kreaturen persönlich loszuwerden, konnte man erkennen, dass er vermutlich etwas verärgert von den Taten des Klosters des Gottes des Krieges war.

Als klar wurde, dass er mich nicht loswurde, kam der Sohn des Gottes des Krieges einfach direkt zum Punkt und sagte: „Eure Majestät, dieses Mal wünscht das Kloster des Gottes des Krieges nicht nur, euch zu eurer Thronbesteigung zu gratulieren, sondern will euch auch um etwas bitten.“

Kooperativ und mit einem neugierigen Gesichtsausdruck fragte der König: „Tatsächlich? Und was wäre diese Bitte?“

Während sein Blick sich auf die Prinzessin zubewegte, sagte der Sohn des Gottes des Krieges: „Ich habe gehört, die Prinzessin sei eine kluge und auch schöne Dame und dies erweckte meine Bewunderung für sie. Heute, als ich sie zum ersten Mal sah, bestätigte es, was ich gehört hatte, aber sie ist noch schöner als die Gerüchte sagen, was meinen Willen, sie als meine Frau zu haben, doppelt bestätigt.“

Verglichen mit der Etiquette, die man brauchte, um um die Hand der Prinzessin eines Königreichs anzuhalten, war der Sohn des Gottes des Krieges zu direkt, in Handeln und Wort zugleich. Wie auch immer, die Krieger des Klosters des Gottes des Krieges waren schon immer sehr freimütig, ohne jegliche List in ihrem Handeln und ihrer Sprache, daher konnte es ihnen niemand übel nehmen.

In diesem Moment trug eine Gruppe von Kriegern eine Schatztruhe nach der anderen von draußen hinein. Als der Sohn des Gottes des Krieges eine öffnete, wurde der Raum sofort von einer Kiste voll mit Gold und kostbaren Juwelen erleuchtet. „Und dies wird das Verlobungsgeschenk sein“, sagte er.

Jedes Mitglied der königlichen Familie beobachtete den Gesichtsausdruck des Königs und als sie kein Zeichen der Unzufriedenheit sahen, wurde jedem sofort klar, dass er schon die Absicht gehabt hatte, die Prinzessin und den Sohn des Gottes des Krieges zu verheiraten. Daher begannen alle, ihnen zu gratulieren und ihren Segen zu geben. Manche fingen sogar an, die Hochzeit zu beglückwünschen und solche Sachen zu sagen, wie was für ein perfektes Paar es doch sein würde.

„Bitte haltet ein!“, rief ich. Während alle noch überrascht waren, kniete ich und beantrage ehrlich: „Ich, Sonne, hege ebenfalls Gefühle für Ihre Hoheit. In Anbetracht meiner von ganzen Herzen kommenden, ernsten Gefühle für Ihre Hoheit, hoffe und wünsche ich mir, dass Eure Majestät mir eine faire Chance gibt, die Hand Ihrer Hoheit zu gewinnen.“

Als ich diese Worte gesprochen hatte, riefen sie sofort eine kleine Unruhe in der königlichen Familie um mich herum hervor und sogar der König war geschockt. Die Zwölf Heiligen Ritter starrten mich mit Unglauben an, als hätten sie ein Monster anstatt ihres Sonnenritters gesehen.

„Unglaublich! Und hier dachte ich, die erste Person, um deren Hand Sonne anhält, wäre die Statue des Gottes des Lichtes!“, sagte Sturm ungläubig. Der Rest der Zwölf heiligen Ritter nickte sofort zustimmend, außer Urteil. Das nenne ich einen wahren Freund – er kannte mich wahrhaftig gut!

Als er meinen Blick spürte, klopfte Urteil Eis auf seine Schulter und hob seine Augenbraue, als wollte er sagen: Ich dachte die erste Person, um deren Hand du anhältst, wäre Eis.

Bevor der König reagieren und antworten konnte, drehte sich der Sohn des Gottes des Krieges um und brüllte mich wütend an: „Du Arschloch!“

Ein Graf, der an der Seitenlinie stand, rannte sofort los, um den Sohn des Gottes des Krieges zu stoppen, bevor er vor Allen etwas Beleidigendes sagen konnte. Nachdem er den Sohn des Gottes des Krieges beruhigt hatte, drehte er sich um, lächelte, und sagte: „Sonnenritter, da Ihr einen Heiratsantrag macht, müsst Ihr euer Verlobungsgeschenk schon vorbereitet haben, nicht wahr?“

Als er das hörte, war der Sohn des Gottes des Krieges hocherfreut. Er fügte hinzu: „Ohne Verlobungsgeschenk ist alles, was Ihr tut, nur ein Versuch, Chaos herzustellen!“

„Sonne hat nichts Besonderes. Alles, was ich tun kann, ist den Segen des Gottes des Lichtes erneut weiterzugeben, um Ihrer Hoheit meine Liebe für sie zu zeigen.“

Damit zog ich einen weiteren Rosenkranz hervor. Aber dieses Armband war nicht von mir hergestellt. Immerhin habe ich nun wirklich nicht genug Zeit, zwei davon innerhalb einer solch kurzen Zeit herzustellen. Stattdessen habe ich dem Papst beigebracht, diese Perlen herzustellen, unter der Bedingung, dass er mir insgesamt einhundertachtzig Perlen als ‚Lehrgeld‘ gibt.

Beim Anblick des Armbandes leuchteten die Augen des Königs. Er knurrte tief und sah dann ziemlich unruhig aus. Aus meiner Sicht war er vermutlich am Überlegen, wie er verhindern konnte, dass ich die Hand seiner Schwester erhielt, aber gleichzeitig das Armband bekommen konnte.

Er seufzte tief – vermutlich fiel ihm kein Weg ein, die Perlen zu behalten –, drehte sich, um seine Schwester anzusehen, und fragte: „Beide sind gute, junge Männer! Prinzessin, es scheint, es ist ihnen beiden ernst, was denkst du?“

Nach dem Drehbuch des Königs sollte die Prinzessin für eine Weile schüchtern dastehen bevor sie den Sohn des Gottes des Krieges aus dem Augenwinkel ansah. Aber natürlich kann die Vorhersage eines Menschen nicht gegen die Vorhersage des Gottes des Lichtes gewinnen. Die Prinzessin blieb still, aber sie sah niemanden an. Stattdessen sprang ein königlicher Ritter von hinter ihr hervor – Elijah.

Er kniete vor dem König nieder und rief: „Eure Majestät, ich bin derjenige, der es ernst mit Ihrer königlichen Hoheit meint! Die Prinzessin und ich sind es, die einander wirklich lieben!“

Als sie das hörten, drehte sich jeder, um die Prinzessin anzusehen. Die Prinzessin jedoch zeigte keinerlei Anzeichen der Verleugnung. Für jemanden eines solch hohen Standes war Stille gleichgesetzt mit einer Zustimmung.

Es gab eine plötzliche Unruhe in der Menge. Die momentane Situation war absolut unglaublich. Wie kam es, dass in der Vergangenheit nicht eine einzige Person mit einem Heiratsantrag kam, aber jetzt alle auf einmal kamen? Was für eine Situation war das nur?

Es war offensichtlich, dass der König diese Wendung nicht erwartet hatte. Er war für eine Weile geschockt, dann aber drehte er sich und funkelte mich an.

Eure Majestät, ihr seid einfach zu klug. Obwohl tatsächlich ich dahinter stecke, müsst ihr mich nicht so direkt anstarren. Nachdem ich einen geschockten Gesichtsausdruck gezeigt hatte, wechselte ich schnell zu Verwirrung und traf den Blick des Königs, als würde ich nicht verstehen, weshalb er mich anfunkelte. Als er das sah, drehte er sich stattdessen, um Elijah anzusehen und runzelte leicht die Stirn.

Zwei vereidete Ritter, die neben dem König standen, sprangen sofort hervor. Ein jüngerer Ritter, der etwa in seinen Dreißigern war, schimpfte: „Elijah, mach keinen Unsinn! Du kannst nicht Ihre Hoheit heiraten!“

Elijah ignorierte seine Worte und drehte sich, um dem älteren vereideten Ritter in die Augen zu sehen, und sah beschämt und nach Verzeihung bittend aus. Doch alles, was der ältere vereidete Ritter tat, war seufzen, er wies ihn nicht zurecht.

Sturm flüsterte sanft neben meinem Ohr: „Obwohl dieser ältere Ritter nicht Elijahs echter Lehrer ist, ist er sehr von Elijah angetan und hat ihm viele Dinge beigebracht. Er kann als halber Lehrer angesehen werden.“

Ich nickte und musste all meine Kraft aufwenden, um mich vom Lächeln abzuhalten. Hahaha! Ich wusste nicht, dass es sogar diese Stärke von Beziehung mit seinen Lehrern gab, aber jetzt sind Elijahs Chancen viel größer.

„Ich kann nicht glauben, dass Elijah so tapfer ist… Aber es ist noch unglaublicher, dass Sonne wirklich eine Affäre mit der Prinzessin hat“, flüsterte Sturm Blatt und Flamme, die neben ihm standen, zu. Da der Abstand zwischen uns etwas größer war, musste ich meine Ohren spitzen, um zu hören, was er sagte.

Warte, warte warte! Wer genau hat eine Affäre mit der Prinzessin?

„Ich habe vom Sonnenritterzug gehört, wie Sonne Elijah ohne Grund sturzbetrunken gemacht hat, so sehr, dass er fast von dem ganzen Alkohol gestorben wäre. Jetzt kann ich es sehen – es muss aufgrund seiner Eifersucht als Rivale sein. Und am nächsten Tag hatte die Prinzessin ein geheimes Treffen mit Sonne. Ich vermute, es war, weil sie ihn betrogen hatte und versuchte, es zu erklären, nachdem er es herausgefunden hatte“, schlussfolgerte Sturm. Sein Gesicht hatte einen Ausdruck, der sagte: ‚Ich habe den ultimativen Klatsch, jetzt kann ich ohne Reue sterben‘. Was die anderen Zwölf Heiligen Ritter anging, die spitzten gerade alle ihre Ohren, um den Klatsch aufzufangen.

Also sind die Mitglieder meines Sonnenritterzuges nicht die Einzigen, die gerne tratschen… Der ganze heilige Tempel ist voll mit Klatschtanten! Wieso werdet ihr noch heilige Ritter genannt? Ihr alle könntet genauso gut euren Namen zu Klatsch Rittern ändern!

Während ich noch innerlich schrie und protestierte, dass der heilige Tempel zu Gerüchtetempel umbenannt werden sollte, hinterfragte der König ernst: „Schwester, ist es wahr, dass du Gefühle für Elijah hegst?“

Ohne zu sprechen nickte die Prinzessin. Als er das sah, blieb auch der König stumm. Sein Gesicht wurde langsam dunkler und dunkler. Niemand wagte es, auch nur ein Wort zu sagen und im ganzen Saal machte sich eine unangenehme Stille breit. Selbst der Sohn des Gottes des Krieges blieb stumm, da es ihm nicht möglich war, zu verstehen, was gerade passierte. Mit gerunzelter Stirn konnte er Elijah und mich nur mit einem äußerst feindseligen Blick anstarren.

Als die unangenehme Stille blieb, öffnete ich langsam meinen Mund und sagte: „Wenn das der Fall ist, dann lasst die Schwerter in unseren Händen über die Sache richten und das unnötige Gerede stoppen. Dies ist der wahre Weg eines Ritters.“

Was? Du sagst, dieser Satz kommt dir bekannt vor? Hust, hust… Tote Leichen haben kein Anrecht auf intellektuelles Eigentum!

In dem Moment, als der Sohn des Gottes des Krieges dies hörte, breitete sich sofort ein Lächeln in seinem Gesicht aus und er stimmte laut zu: „Das ist perfekt! Ein Krieger verwendet nur das Schwert in seiner Hand, um den Sieger zu bestimmen!“

Natürlich würde er zugestimmt haben. Er wusste schon, dass ich nicht gut mit dem Schwert umgehen kann und Elijah war nur ein Ritter. Nicht zu vergessen, dass er dachte, Elijah hätte nicht Gottes Segen – selbst seine Klasse an sich gab ihm schlechte Karten. Krieger sind besser Einer gegen Einen, während Ritter besser im Krieg sind. Das ist die Natur der Klassen, wie jeder weiß.

„Dann lasst es so sein!“ Als das gesagt war, ging der König eilig. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war klar, dass er nicht zu glücklich war.

Ich grinste, der erste Schritt zum Erfolg war getan.

Plötzlich rannte Blatt auf mich zu. Er tätschelte mir die Schulter und sagte: „Sonne, sei nicht traurig, es schwimmen noch andere Fische im Meer! Selbst wenn du nicht die Prinzessin kriegen kannst, ist es doch nicht so schlimm.“

„Ich stehe Elijah ziemlich nah also sage ich ihm, er soll dich nicht zu sehr zu bedrängen“, sagte Sturm und tätschelte meinen Rücken mit einem ‚Wir sind gute Brüder, ich werde dich decken, keine Sorge‘ Blick.

„Wenn dieser Sohn des Gottes des Krieges es wagen sollte, dich zu viel zu schlagen, werde ich ihn nicht ruhen lassen“, versprach Flamme, während er in die Luft boxte.

„S…Sonne, keine Sorge. Selbst wenn es gegen die Regeln ist, würde ich trotzdem… trotzdem helfen, lebensbedrohliche Treffer abzuwenden… Auch wenn ich sie vielleicht sehr oft für dich blocken muss, werde ich nie aufgeben, dich zu retten!“

„…Könnt ihr Jungs nicht etwas mehr Vertrauen in mich haben?“

Als sie das hörten, schenkte mir die “grausame, kalt-herzige” Fraktion der Zwölf Heiligen Ritter nur kalte Blicke. Und was die “gute, warm-herzige“ Fraktion angeht, die sagten tatsächlich: „Natürlich! Wir haben absolutes Vertrauen in deine Regenerationsfähigkeit. Die Beiden werden dich definitiv nicht töten können. Und das ist der Grund, wieso wir Vertrauen genug haben, dich da hoch gehen zu lassen, um zusammengeschlagen zu werden.“

Wie kann es sein, dass die kalten Blicke der ‚grausamen, kalt-herzigen‘ Fraktion es nicht schafften, mich schaudern zu lassen, aber das, was die ‚gute warm-herzige‘ Fraktion gesagt hatte, sich anfühlte, als wäre ich von einem Schneesturm getroffen worden…

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 6 Ende]

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