Die Legende des Sonnenritters B2K7: “Rüge das Fehlverhalten eines heiligen Ritterkollegen”

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: dahlys


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 7: „Rüge das Fehlverhalten eines heiligen Ritterkollegen“ – deutsche Übersetzung von Ariana

Einen Tag nach der Zeremonie erhielt ich einen Brief von dem Palast. Er bestätigte, dass das Datum des Kampfes in zwei Wochen sein würde. Es war entschieden worden, dass es sich um einen gemeinsamen Kampf handeln würde, damit wir drei fair gegeneinander antreten könnten. Derjenige, der als letztes übrig blieb, würde der Sieger sein.

Das war nicht unerwartet, da ich die Prinzessin stark ermutigt hatte, einen Kampf zwischen drei Personen daraus zu machen. Ich hatte sie auch ermutigt, das Datum des Kampfes so weit als möglich nach hinten zu verschieben, um mir zumindest zwei Wochen Vorbereitungszeit zu verschaffen. Es schien, als würde der König seine einzige Schwester nach wie vor lieben. Obwohl sie ihn beinahe zu Tode geärgert hatte, hörte er immer noch auf ihre Bitten.

Allerdings war der König dank mir vermutlich immer noch wütend. Der Brief beinhaltete tatsächlich eine eidesstattliche Erklärung, welche von mir verlangte zu schwören, dass ich selbst die Verantwortung tragen sollte, wenn ich sterben würde! Er kann unmöglich vom Sohn des Gottes des Krieges wollen, dass er diese Gelegenheit ergreift, um mich zu töten, oder…?

Ich war entgeistert. Ich unterschrieb die eidesstattliche Erklärung, da ich wusste, dass es mit meiner außergewöhnlichen Regenerationsfähigkeit und der Tatsache, dass der Papst dem Kampf beiwohnen würde, wahrscheinlicher war, dass auf mich ein Attentat verübt würde, als dass ich vor Publikum sterben würde.

Nachdem ich den Zeitpunkt des Kampfes bestätigt hatte, entschloss ich mich, nach Hauptmann Urteil zu suchen. Ich unterbrach einen zufälligen heiligen Ritter um mich nach seinem Aufenthaltsort zu erkundigen, nur um zu erfahren, dass sich die Zwölf Heiligen Ritter in einer Sitzung befanden. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, wann habe ich zum letzten Mal einer Sitzung beigewohnt?

In dem Moment, in dem ich die Tür zu dem Konferenzzimmer öffnete, wanderten die Blicke aller zu mir. Nachdem ich ein blendendes Lächeln gezeigt und in Anerkennung mit dem Kopf genickt hatte, entschuldigte ich mich: „Mein Bedauern, meine Brüder, dass Sonne nicht in der Lage war, dieser Sitzung beizuwohnen, da er beschäftigt war…“

„Mach dir keine Sorgen, Sonne! Du warst in letzter Zeit so b-beschäftigt… Außerdem macht es nicht den geringsten Unterschied, ob du hier bist oder nicht!“ antwortete Erdritter ‚aufrichtig‘.

Erde, du… Ich biss die Zähne zusammen, ignorierte Erde und sah direkt Urteil an und sagte: „Hauptmann Urteil, wenn es dir nichts ausmacht, wäre es mir möglich, ein wenig deiner Zeit in Anspruch zu nehmen? Ich würde gerne meine Schwertkunst mit dir üben.“

Urteil antwortete kühl: „Solange es dir nichts ausmacht, wenn du verletzt werden solltest, Hauptmann Sonne, ist das kein Problem.“

Als wir das Konferenzzimmer zusammen verließen und ich praktischerweise hinter mir die Tür schloss, hörte ich zufällig, wie Blatt ausrief: „OH NEIN! Könnte es sein, dass Sonne, da er die Prinzessin nicht heiraten kann, Selbstmordgedanken hegt?“

Metall antwortete darauf: „Unsinn! Unser Hauptmann Urteil hat kein Interesse daran, jemanden zu Tode zu prügeln, der nicht mal die Kraft hat ein Hühnchen zu fesseln[1].“

Schlussendlich waren alle Mitglieder der ‚guten, warmherzigen‘ Fraktion gezwungen, zuzugeben: „Jup! Urteil ist niemand, der auf Schwächere losgeht.“

Ich konnte nicht anders als zu seufzen und mich umzudrehen, um mich bei Urteil zu erkundigen und zu jammern: „Bin ich wirklich so mies? Ich habe bis zum heutigen Tag überlebt und sogar zahllose Untote besiegt. Wie man es auch betrachtet, ich kann nicht so schwach sein, oder?“

Urteils Mundwinkel hoben sich ein wenig und er fragte mich dann direkt: „Wohin gehen wir?“

„Gebetszimmer.“

Urteil nickte und fragte nicht weiter. Er folgte mir den ganzen Weg zu dem Gebetszimmer, welches ein Schild mit den Worten „Wird Renoviert“ an der Tür hängen hatte. Ich ignorierte es, öffnete die Tür und trat ein. Wie erwartet stand Elijah im Inneren und sah sich ein Gemälde an der Wand an.

Ich nickte zustimmend. Dieser Ed ist ziemlich effizient und ziemlich clever. Er hat Elijah nicht nur meinen Befehlen folgend heimlich hereingeschmuggelt, er hat auch noch ein „Wird Renoviert“ Schild aufgehängt, damit andere Personen nicht eintreten. Und vor allem hat er begriffen, dass er nach Vollendung seiner Aufgabe nicht hierbleiben sollte, was es mir erspart hat, meinen Atem zu verschwenden, um ihn aufzufordern, zu verschwinden. Scheint so, als könnte ich Ed einige Aufgaben übertragen, um zu verhindern, dass Adair an Überarbeitung stirbt, bevor ich in den Ruhestand gehe. Wenn Adair stürbe, würde ich ebenfalls aus Trauer sterben.

Elijah war nicht sehr überrascht, mich zu sehen, aber in dem Moment, als er Urteil sah, war er komplett fassungslos: „Urteilsritter!“

Urteil betrachtete mich, dann Elijah und runzelte dann die Stirn: „Was hast du jetzt wieder vor?“ fragte er.

Ich erklärte in einfachen Worten: „Ich möchte, dass er die Prinzessin heiratet, daher hoffe ich, dass du ihm ein paar Schwerttechniken vor dem Kampf beibringen kannst.“

Urteil antwortete unbeteiligt: „Ich habe kein Problem damit, dich zu unterrichten, aber ich denke nicht, dass ich die Pflicht habe, ihm zu helfen.“

„Nein! Du hast die Pflicht ihm zu helfen…“

Urteil sah mich ausdruckslos an. Er drehte sich um und begann zu gehen.

Ich zog ihn sofort zurück und fügte hinzu: „Er ist immer noch ein Mitglied der ‚grausamen, kaltherzigen‘ Fraktion. Du bist der Chef der ‚grausamen, kaltherzigen‘ Fraktion. Kannst du so herzlos sein, ihn im Stich zu lassen?“

„Was?“ Urteil fuhr herum, sah Elijahs königliche Ritterrüstung finster an und funkelte mich dann misstrauisch an.

Ich erklärte schnell: „Er ist Hauptmann Hölle, einer der Zwölf Heiligen Ritter. Der Papst zwang ihn, von jungen Alter an im Palast zu spionieren, allerdings will er daher nicht mehr zu dem Heiligen Tempel zurückkehren…“ Da ich die beginnende Erkenntnis in Urteils Gesicht bemerkte, erklärte ich die Situation mit mehr Detail: „Außerdem sind er und die Prinzessin schwer verliebt. Ich habe ihm versprochen, dass, solange er den Sohn des Gottes des Krieges davon abhalten kann, die Prinzessin zu heiraten, und dem Papst somit eine Rechtfertigung gibt, um ihn gehen zu lassen, er von der Kirche frei sein wird.“

An diesem Punkt flüsterte ich in Urteils Ohr: „Andernfalls wird der Papst diesen nutzlosen Spion töten.“

Urteil runzelte heftiger die Stirn. Nach einer langen Stille sagte er schließlich: „Der Sohn des Gottes des Krieges ist sehr stark. Selbst ich bin nicht zuversichtlich, dass ich ihn besiegen könnte. Zusätzlich sind Ritter, im Gegensatz zu Kriegern, nicht für Duelle geeignet. Ritter reiten mit Pferden in den Kampf und sind am versiertesten darin, verteidigende Schild-Formationen zu verwenden. Als heilige Ritter verwenden wir etwas heilige Magie um unsere Einschränkungen auszugleichen. Aber um zu verhindern, dass seine Identität aufgedeckt wird, kann Hauptmann Hölle keinerlei heilige Magie verwenden… Um abzuschließen, es gibt keine Möglichkeit, dass er gewinnt.“

Ich nickte und antwortete: „Ich weiß, aber er muss nicht gewinnen. Alles, was ich brauche, ist, dass du ihn trainierst, damit er so lange durchhält, wie möglich.“

Urteil sah mich finster an und sagte in widersprechendem Tonfall: „Hauptmann Sonne, du solltest wissen, dass deine wichtigste Aufgabe jetzt ist –“

„Mehr Gefolgsleute zu gewinnen!“ Ich vollendete seinen Satz und fügte dann ernsthaft hinzu: „Glaub mir, ich stecke alle Energie, die ich im Moment habe, in diese Aufgabe… Aber ich kann praktischerweise zugleich einige unzusammenhängende Aufgaben erledigen.“

Urteil schoss mir einen ausdruckslosen Blick zu. Hey! Nachdem diesen Blick realisierte ich, dass er sich von dem „Geschäft ist Geschäft“ Urteilsritter in meinen guten Freund Lesus, welcher allem zustimmt, verwandelt hatte. Er sagte hilflos: „Ich schätze, ich kann nicht ablehnen, andernfalls wirst du mich zu Tode nerven!“

Hi hi! Ich will nicht angeben, aber ich bin am geduldigsten, wenn ich will, dass jemand etwas für mich tut. Ich erinnere mich, dass ich, vor langer Zeit, Lesus stündliche Erinnerungen gab, nur um ihn dazu zu bringen, über die Mauer zu klettern und mir Heidelbeerkuchen zu kaufen. Bitte nehmt zur Kenntnis, dass das bedeutet, jede Stunde „Lesus, kauf mir Heidelbeerkuchen!“, zu sagen, vierundzwanzig Stunden am Tag, inklusive der Nacht.

Aber, wenn ich mich so daran zurückerinnere, bin ich äußerst erleichtert. Glücklicherweise für mich, ergab sich Lesus schließlich und entschied sich, über die Mauer zu klettern, um Heidelbeerkuchen zu kaufen. Er hätte sich entschließen können, einen schockierenden mitternächtlichen Mord zu begehen. Nachdem er mich mit einem Schwertschlag ermordet hätte, hätte er über die Mauer klettern können um die Leiche loszuwerden, was das Ende aller Belästigungen gewesen wäre…

„Nachdem nur noch zwei Wochen übrig sind, sollte das Training heute beginnen.“

Urteil schüttelte den Kopf als er die Worte ‚zwei Wochen‘ hörte und sagte: „Eines Tages werde ich die Kontrolle verlieren und dich erschlagen, anstatt dir nachzugeben.“

Ich lobte sofort laut: „Auf keinen Fall, auf keinen Fall! Urteil, du bist die netteste Person auf der Welt, sogar netter als Blatt! Du würdest definitiv niemals deinen allerbesten besten Freund erschlagen.“

„… Bist du sarkastisch?“ Urteil warf mir einen Blick zu.

„Das war ein Kompliment!“ leugnete ich verzweifelt. Nachdem ich ein paar Mal gehustet hatte, schob ich Elijah hervor und erinnerte ihn: „Hey! Bist du fertig mit dem Tagträumen? Urteil hat sich bereits bereiterklärt, dir Schwerttechniken beizubringen, also warum hast du dich nicht bei ihm bedankt?“

Elijah kam endlich wieder zu Sinnen und stammelte: „H-Hasst ihr zwei euch nicht…?“

Ich nickte und rief aus: „Das stimmt! Lass mich dir meinen guten Freund, den ich am meisten hasse, vorstellen: Lesus Urteil.“

„Guten Freund… den du am meisten hasst?!“ Wenig überraschend starrte Elijah erneut ins Leere. Es war offensichtlich, dass sein Gehirn aufgehört hatte, zu funktionieren.

„Hör auf ihn zu schikanieren.“ Urteil schüttelte ob meines Verhaltens den Kopf und erinnerte mich: „Nachdem wir Zeit schinden wollen, würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn wir die Hilfe von Hauptmann Wolke hätten.“

„Wolke?“

Ich dachte kurz darüber nach und hatte dann eine plötzliche Erkenntnis. Ich sagte sofort: „Kein Problem! Ich werde ihn sofort suchen gehen. Wolke ist nicht nur ein Mitglied der ‘guten, warmherzigen’ Fraktion, er ist auch sehr folgsam. Ich muss ihm nur befehlen, zu helfen.“

Urteil nickte und begann, Elijah von Kopf bis Fuß zu mustern, als ob er darüber nachdachte, welche Trainingsmethoden er verwenden sollte… Ich betete kurz für Elijah. Obwohl Urteil Sachen absolut fair erledigt (und er es Elijah nicht absichtlich schwer machen würde), habe ich den Trainingsplan gesehen, den Urteil für sich selbst geschrieben hat… Ich kann nur sagen, dass nach dieser Art Training jeder ein Schwertmeister werden könnte!

Wer war es! Wer hat heimlich gesagt „außer mir“? Ich habe es gehört!

“Wolke! Hauptmann Wolke! Wo bist du?!” Ich rief nach Wolke, während ich ging. Obwohl gehen und rufen mein Image des eleganten Sonnenritters beeinflusst, hatte ich keine Wahl!

Das war der schnellste Weg, Wolke zu finden. Außerdem werden alle, sobald sie hören, dass ich nach Wolke suche, mein unelegantes herumschreien vergeben. Das liegt daran, dass „jeder weiß“, dass Hauptmann Wolke ein Wanderer und so elegant ist, wie eine Wolke. Es heißt, dass er gefunden werden kann, während er alleine trinkt oder Bücher liest auf Fensterbrettern, Dachgiebeln, unter Banyanbäumen, usw.

Ich kann nicht einmal anfangen, zu raten, wie der alte Wolkenritter elegant herumgedriftet ist. Ich weiß nur, dass unser Wolke für gewöhnlich gefunden werden kann, während er nach hier und dort driftet. Außerdem ist seine Fähigkeit zu driften außergewöhnlich: er driftet oft direkt an meinem Ohr vorbei und ich bemerke ihn nicht unbedingt… Man kann ihn üblicherweise in dunklen Ecken, hinter staubigen Vorhängen am Dachboden und in Kästen, die seit Jahren niemand mehr geöffnet hat, finden. Also sollte ich einfach nach dunklen und feuchten Orten suchen!

Er versteckt sich üblicherweise mit einem kleinen heiligen Licht als Beleuchtung an diesen düsteren Orten und liest dort Bücher mit Titeln wie „Wie man akkurate Zukunftsvorhersagen macht“, „Die zehn besten glückbringenden Zaubersprüche“ und „Glück finden und sich von Pech fernhalten“. Er hätte außerdem einen Topf mit einer unbekannten schwärzlichen, grünlichen oder rötlichen Flüssigkeit neben sich stehen, aber ich habe noch nie gewagt, ihn zu fragen, worum es sich dabei handelt.

Da der Heilige Tempel riesig ist, gibt es viele dunkle und feuchte Orte. Es ist nahezu unmöglich zu erraten, ich welchem Kasten sich Wolke versteckt.

Daher ist die Methode, die alle verwenden, um ihn zu finden, gehen und rufen.

Ich suchte eine lange Zeit und sah zufälligerweise Sturm vorbeigehen. Überraschenderweise trug er nur ungefähr zehn Arbeitsdokumente, was viel weniger war, als üblich. Ich wusste, dass Sturm auf keinen Fall wissen konnte, in welchem Kasten sich Wolke versteckte, aber so erschöpft wie ich war, konnte ich nicht widerstehen zu fragen: „Bruder Sturm, dürfte ich fragen, ob es dir bekannt ist, in welche Richtung Bruder Wolke nach der Sitzung ging?“

Sturm hob eine Augenbraue und beantwortete meine Frage mit einer anderen: „Solange Wolke nicht vor dir stand, hast du ihn jemals gesehen?“

„Nein…“

Ich seufzte. Dieser Wolke ist einfach wie ein Geist. Er liebt es nicht nur, sich in dunklen Ecken zu verstecken, er verwendet sogar beim Gehen die speziellen ‚Wolkenschritte‘, welche in zahllosen Generationen von Wolkenrittern weitergegeben wurden. Die Wolkenschritte, welche ursprünglich dazu verwendet wurden, feindlichen Angriffen auszuweichen, wurden nun verwendet um zu vermeiden, gesehen zu werden… Wenn er nicht gefunden werden wollte, bräuchtest du ein drittes Auge um ihn zu sehen!

Sturm nickte zustimmend. Bevor ich ging, kommentierte er: „Wo siehst du Wolke üblicherweise?“

Wo ich Wolke üblicherweise sehe? Ich dachte ein bisschen darüber nach. Im Konferenzsaal? Nö, ich habe ihn dort nicht wirklich ‚gesehen‘. In den Gängen? Nope, ich habe ihn nie in den Gängen ‚gesehen‘. Kästen? Nein, nein! Selbst, wenn ich den richtigen Kasten finden sollte, kann ich Wolkes Tarnung oft nicht durchschauen.

Warte! Eigentlich, ist der Ort, wo ich ihn üblicherweise finde… Mir lief ein Schauer den Rücken hinunter. Ich erschauderte und sagte: „Hinter mir…“

Sturm nickte und deutete dann mit seinem Zeigefinger hinter meinen Rücken. Danach ging er und kümmerte sich um seinen eigenen Kram.

Ich wartete eine Weile, bevor ich sagte: „Wolke?“

„Hier.“

Er ist wirklich da… Ich drehte mich abrupt um und fand tatsächlich Hauptmann Wolke, dessen Haut noch blasser war als meine, dank langer Jahre, in denen sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt gewesen war. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. „Wann hast du begonnen, mir zu folgen?“ fragte ich.

Wolke murmelte höflich: „Ich war zufälligerweise in dem Bücherschrank neben dem renovierungsbedürftigen Gebetsraum und habe dich gehört, sobald du gegangen bist und angefangen hast, nach mir zu rufen.“

„Also bist du mir die ganze Zeit gefolgt? Warum hast du nicht nach mir gerufen?“

Wolke murmelte teilnahmslos: „Ich habe dich oft gerufen, aber du konntest mich wahrscheinlich nicht hören, da deine Stimme zu laut war.“

„Tipp mir nächstes Mal einfach auf die Schulter!“ sagte ich ungeduldig.

„Okay.“ Wolke nickte.

„Hast du dich wieder in dem Kasten versteckt?” beschwerte ich mich. „Habe ich dir nicht gesagt, dass Kästen nicht dazu da sind, dass Menschen darin leben? Du kannst im Lesezimmer Bücher lesen, oder wenn du alleine sein willst, kannst du ein leeres Gebetszimmer suchen. Als einer der Zwölf Heiligen Ritter wird niemand etwas dagegen haben, wenn du ein privates Gebetszimmer beantragst.“

Wolke schüttelte energisch den Kopf und sagte: „Ich habe mich nicht in dem Kasten versteckt, da du mir verboten hast, mich da drinnen zu verstecken.“

„Hast du nicht gerade gesagt, dass du dich in dem Kasten versteckt hast?“

Wolke schüttelte den Kopf und sagte: „Ich habe mich in dem Bücherschrank versteckt.“

„…Gibt es einen Unterschied?“

Wolke legte seinen Kopf schief und antwortete dann: „Kästen haben den muffigen Geruch von Moder. Bücherschränke riechen nach Motten. Motten riechen besser.”

Normale Menschen sollten keinen von beiden Gerüchen mögen, oder? Und nachdem Motten besser riechen, warum versteckt er sich dann überhaupt in Kästen? Ich kann Wolkes Gedankengängen wirklich nicht folgen… Vergiss es! Es ist okay, solange er glücklich ist.

„Wolke, melde dich sofort bei Urteilsritter in dem in Renovierung befindlichen Gebetsraum und folge dann seinen Anweisungen.“

„Okay.“ Wolke nickte noch einmal und verschwand dann wie ein Geist.

Ich nickte zustimmend. Obwohl Wolke etwas schwer zu finden ist, eine kaum hörbare Stimme hat, eine etwas seltsame Persönlichkeit und eine seltsame Denkweise, ist er sehr folgsam. Diese Folgsamkeit ist seine größte Tugend. Er befolgt alle meine Befehle ohne je zu fragen, warum.

„Sonne!“

Ohne darauf zu warten, dass die Person, die gerufen hatte, mich erreichte, runzelte ich die Stirn und sagte: „Probleme?“

„Woher wusstest du das?“ Flamme kam mit kreischenden Bremsen zum Stehen und starrte mich mit offenem Mund an, wobei seine Augen mit dem Verdacht, ob ich kürzlich die Fähigkeit der Hellseherei erlernt hatte, gefüllt waren.

„Immer, wenn du in Eile zu mir rennst, passiert nichts Gutes“, erklärte ich finster. Ist Adair nicht fast gestorben, als das das letzte Mal passierte?

„Also daher wusstest du es…“ Flamme schien plötzlich zu realisieren, was er tun sollte und begann, erneut panisch zu werden. Er brüllte: „Das ist nicht richtig! Warum diskutieren wir das?! Dein Sonnenritterzug hatte einen Kampf mit den Leuten vom Kloster des Gottes des Krieges. Einige von ihnen sind verletzt, aber glücklicherweise befindet sich niemand in Lebensgefahr und sie alle versorgen ihre Wunden gerade in der Haupthalle. Die Leute vom Kloster des Gottes des Krieges verlangen jedoch, dass der Sonnenritterzug bestraft wird. Das macht keinen Sinn! Wo ist die Gerechtigkeit darin, einander zusammen zu schlagen?! Ihre Wunden sind viel leichter als die des Sonnenritterzuges, also sind wir diejenigen, die Entschädigung verlangen sollten!“

Ich war wutentbrannt in dem Moment, in dem ich das hörte. Mein Sonnenritterzug hatte tatsächlich meine wiederholten Warnungen ignoriert und sich mit einem derart starken Gegner angelegt!

Wollten sie mich zu Tode ärgern, bevor sie zufrieden waren?

Als Flamme und ich in die Haupthalle stürmten, sahen wir sofort die blutüberströmten Mitglieder des Sonnenritterzuges. Ich war so wütend, dass ich sie beinahe öffentlich zurechtwies. Glücklicherweise zog Flamme mich am Ärmel und deutete auf den Sohn des Gottes des Krieges und seine ungefähr fünfzig Krieger in der Mitte des Saales. Erst dann hielt ich mich zurück.

Ich lächelte breit, als ich an dem verletzten Sonnenritterzug vorbeiging und ging weiter, bis zu dem Sohn des Gottes des Krieges. Ich sagte höflich: „Wenn Sonne gewusst hätte, dass der Sohn des Gottes des Krieges eintreffen würde, hätte Sonne persönlich Ihre Anwesenheit hier willkommen geheißen, um die barmherzige Gastfreundschaft des Gottes des Lichtes auszudrücken. Nachdem Ihr hier seid, würdet Ihr gerne von Sonne durch die Kirche des Gottes des Lichtes geführt werden?“

Die Lippen des Sohnes des Gottes des Krieges zuckten, als er mir zuhörte. Er knurrte: „Hören Sie auf, Blödsinn zu reden. Sonnenritter, Ihre Leute haben meine Leute zusammengeschlagen und Sie, Sie…! Jedenfalls, Sie müssen sich dafür verantworten.“

Meine Leute haben deine Leute zusammengeschlagen? Ich höhnte in meinem Herzen. Nicht nur, dass die Verletzungen meines Sonnenritterzuges weit schwerer waren als die seiner Krieger, ich bin mir absolut sicher, dass unter meiner Unterweisung der Sonnenritterzug niemals einen Kampf anfangen würde, den er nicht gewinnen kann. Daher ist es nicht schwierig herauszufinden, wer den Kampf angefangen hat!

Ich bin mir zu 80% sicher, dass das daran liegt, dass Elijah und ich versuchen, ihm seine Prinzessin streitig zu machen. Das machte ihn wütend. Da er seine Wut nicht an Elijah oder mir auslassen konnte (und es nicht wagen würde, Hand an die königlichen Ritter zu legen, da diese dem König und nicht Elijah gehören), hat er einen Kampf mit meinem Sonnenritterzug angefangen…Diese Bastarde! Habe ich ihnen nicht kürzlich gesagt, dass sie den Heiligen Tempel nicht verlassen sollen? Meine Worte sind auf taube Ohren gefallen!

In dem Moment, als ich hörte, was der Sohn des Gottes des Krieges sagte, hörte ich auf zu Lächeln und sagte ernsthaft: „Natürlich, wie der Gott des Lichtes uns lehrt, sollten wir definitiv unsere Gäste nicht mit Gewalt behandeln. Stattdessen sollten wir alle Dinge mit der Güte des Gottes des Lichtes behandeln, da Güte mit Güte vergolten werden wird. Gewalt ruft mehr Gewalt hervor und Hass bringt Hass hervor. Niemand schätzt es, mit Gewalt behandelt zu werden. Daher müssen wir unsere Zuvorkommenheit und Rücksichtnahme zeigen. Nur dann wird unser Gegenüber Freundlichkeit mit Freundlichkeit vergelten…“

Je mehr der Sohn des Gottes des Krieges mir zuhörte, desto stärker runzelte er die Stirn. Schließlich packte er seinen Kopf, als hätte er rasende Kopfschmerzen und bellte: „SEI STILL!“

Ich schloss den Mund und lächelte ihn warm an.

Flamme murmelte hinter mir: „Wow! Ich hatte gerade eine starke Auseinandersetzung mit dem Kerl und nicht ein einziges seiner Haare war nachher fehl am Platz. Sonne musste nur sprechen und er hat rasende Kopfschmerzen.“

„Sagen Sie mir einfach, wie Sie sie bestrafen werden!“ fauchte der Sohn des Gottes des Krieges. Scheint so, als wäre mit mir zu reden anstrengender als eine Auseinandersetzung mit Flamme.

Ich fuhr herum um meinen Sonnenritterzug anzusehen und rügte: „Ihr habt tatsächlich unsere Gäste mit Gewalt behandelt? Habt ihr vergessen, dass ihr heilige Ritter des Gottes des Lichtes seid? Seid ihr so selbstsüchtig? Nachdem ihr nicht bereit seid, höfliche heilige Ritter zu sein, werde ich den Geistlichen verbieten, euch zu heilen. Geht zu dem Krankenzimmer und verbindet eure Wunden. Danach meldet ihr euch alle im Arrestzimmer. Ihr steht den nächsten Monat unter Hausarrest!“

Die Mitglieder des Sonnenritterzuges ließen beschämt ihre Köpfe hängen und kamen langsam auf die Füße. Einige der schwerer verletzten brauchten die Unterstützung von anderen, um aufzustehen.

Da er endlich die aktuelle Situation begriff, sagte Flamme unruhig: „Sonne, es gibt kein Problem damit, sie unter Arrest zu stellen, aber lass sie zumindest von den Geistlichen geheilt werden! Ihre Verletzungen sind zu schwer!“

„Dies ist ihre Strafe“, sagte ich deutlich, ohne die Absicht zu haben, meine Befehle zurückzunehmen.

Die umgebenden heiligen Ritter sahen den Sonnenritterzug voll des Mitgefühls an und fuhren dann fort, jene von dem Kloster des Gottes des Krieges anzufunkeln.

Ich drehte mich, um den Sohn des Gottes des Krieges anzusprechen, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie sich ein zufriedenes Grinsen in seinem Gesicht ausbreitete. Die Krieger hinter ihm lachten laut, als die beschämten Mitglieder des Sonnenritterzuges die Halle verließen.

„Ich freue mich schon wirklich auf den Kampf in zwei Wochen. Der Güte des Gottes des Lichtes zuliebe, werde ich gnädig sein.“ Die Zähne des Sohnes des Gottes des Krieges blitzten, als er breit grinste.

Ich lächelte blendend und antwortete: „Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Freundlichkeit.“

„Hahaha…“ Alle von dem Kloster des Gottes des Krieges lachten ausgelassen, als sie aus der Kirche stolzierten, ohne auch nur ein einziges ‚Auf Wiedersehen‘ hören zu lassen.

Nachdem die Krieger des Klosters des Gottes des Krieges gegangen waren, betrachtete mich Flamme vorsichtig und flüsterte: „S-Sonne? Nun, wo sie weg sind, sollte ich ein paar Geistliche suchen gehen, um den Sonnenritterzug zu heilen?“

Mit einem Blick von mir wurde er sofort leise.

Ich schritt schnell dem Sonnenritterzug hinterher. Flamme zögerte ein wenig und folgte mir dann. Obwohl es viele Krankenzimmer gab und ich den Sonnenritterzug nicht angewiesen hatte, welches sie verwenden sollten, war es einfach, sie zu finden. Ich musste nur der Blutspur folgen.

Alle Geistlichen, heiligen Ritter und selbst die Zwölf Heiligen Ritter wurden blass, sobald sie mich vorbeikommen sahen. Sie gingen mir sogar aktiv aus dem Weg.

Als ich das Krankenzimmer erreichte, schloss ich sanft die Türe hinter mir. Dann knurrte ich den Sonnenritterzug wütend an: „Ihr Bastarde, was habe ich euch beigebracht?“

Alle Mitglieder des Sonnenritterzuges ließen die Köpfe hängen und wagten es nicht, etwas zu sagen.

Mir platzte der Kragen und ich brüllte: „Habe ich es euch nicht bereits gesagt?! Wenn ihr jemanden schlagen wollt, stellt sicher, dass er mindestens zweimal schwächer ist als ihr. Wenn der Gegner fast gleich stark ist, handelt nicht, außer die Gewinnchance ist mindestens 200%. Habe ich euch nicht gesagt, es zu tolerieren und mir Bericht zu erstatten, bevor ihr einen Kampf anfangt?“

„Hauptmann, es ist nicht unsere Schuld! Sie wollten uns nicht gehen lassen!“ antwortete Ed mit kleinlauter Stimme, während er seine blutende Hand hielt.

„Unsinn!“ gab ich zurück. „Wenn ihr wirklich hättet gehen wollen, wie hätten sie euch am hellichten Tage stoppen können? Alle patrouillierenden, königlichen Ritter hätten euch geholfen, mit derartigen Unruhestiftern fertig zu werden.“

Ed heulte: „A-Aber wir konnten sie nicht einfach ignorieren! Sie haben Sie beleidigt! Wenn wir uns einfach umgedreht hätten und geflüchtet wären, hätten wir sie damit nicht bestätigt?“

Es gab einen sofortigen Aufruhr unter allen Anwesenden und sie beschwerten sich alle: „Das stimmt! Sie haben Sie tatsächlich als einen rückgradlosen Feigling, der sich nur auf sein gutes Aussehen verlässt, bezeichnet!“

Das bedeutet, dass ich sehr gutaussehend bin! Worüber muss man sich da ärgern?

„Sie sagten, dass heilige Ritter Nichtsnutze wären, die sich nur zusammenschlagen lassen können. Das ist zu viel!“

Ähh… Eigentlich liegen sie damit nicht so falsch. Heilige Ritter sind am Besten im Bereich Verteidigung und Erholung. Diese beiden Fähigkeiten machen heilige Ritter äußerst robust, was bedeutet, dass sie Experten darin sind, zusammengeschlagen zu werden!

„Sie haben sogar gesagt, dass Sie sich nicht für uns interessieren. Selbst, wenn sie uns töteten, würden Sie niemals wagen, Hand an sie zu legen…“

Schwachsinn! Wenn sie es wagten, euch zu töten, würde ich sicherstellen, dass sie alle lebenslänglich gelähmt sind!

Es war diese dritte Aussage, die mich schlussendlich wütend machte. Ich machte ein ernsthaftes Gesicht als ich ihnen zuhörte, wie sie sich beschwerten und zugleich ihre Wundern bandagierten. Als sie ungefähr fertig waren, befahl ich: „Meldet euch im Arrestzimmer.“

Als sie hörten, dass sie immer noch unter Arrest gesetzt würden, sah der Sonnenritterzug jämmerlich zu Boden. Gerade, als sie gehen wollten, wurde an die Türe geklopft.

„Wer ist es?“ Ich runzelte die Stirn. Wer würde es wagen, mich zu unterbrechen, während ich meinen Zugmitgliedern eine Lektion erteile?

„Hauptmann, ich bin es, Adair.“

„Du bist mutig, meine Befehle zu missachten und aus dem Bett zu kommen. Hast du dich vollständig erholt?“

„Ich bin jetzt komplett in Ordnung, Hauptmann.“

„Dann komm rein.“

Adair fiel auf die Knie in dem Moment, in dem er eintrat, und sagte schuldbewusst: „Hauptmann, wenn Sie darauf bestehen, den Sonnenritterzug unter Arrest zu stellen, dann sperren Sie mich bitte auch ein. Dies alles ist passiert, da ich, der Vize-Hauptmann, daran gescheitert bin, sie gut auszubilden.“

Ich warf einen Blick auf Adair. Da seine Bewegungen sehr geschmeidig wirkten, waren seine Verletzungen wahrscheinlich komplett verheilt. Ich sagte kalt: „Sehr gut. Ihr alle, meldet euch im Arrestzimmer.“

Adair sah hinunter und verbarg seinen Gesichtsausdruck und antwortete wie üblich: „Sofort.“

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 7 Ende]

 

Fußnoten

[1] „hat nicht einmal die Kraft, ein Hühnchen zu fesseln“: Eine chinesische Redewendung, die eine Person beschreibt, die körperlich extrem schwach ist.

Die Legende des Sonnenritters B2K6: “Nimm an diversen Zeremonien teil”

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von Akakuroi


Die täglichen Pflichten eines Ritters Kapitel 6: „Nimm an diversen Zeremonien teil“ – deutsche Übersetzung von Meranii

Nachdem ich bis Mitternacht mit Roland getrunken hatte, lernte ich etwas Neues…

Selbst ein Todesritter kann betrunken werden.

Nun ja, es ist vorteilhaft, dass er es kann. Wenn nicht, wäre es mir nicht möglich gewesen, ihn von den Kellnerinnen und dem Besitzer der Bar belästigen zu lassen und hätte somit nicht diesen gutaussehenden Mann  – nein! Ich meine diese gutaussehende Leiche verwenden können, um die Kosten des Alkohols zu decken.

Ich wusste nicht, dass eine Flasche Alkohol so teuer sein kann! Als ich die Rechnung sah, wäre ich beinahe in Ohnmacht gefallen, aber gleichzeitig fühlte ich, dass ich Glück hatte – Als ich früher am Tag mit Elijah trinken war, war ich gegangen, ohne für den Wein zu zahlen.

Da wir bis Mitternacht getrunken hatten und der Besitzer und die Kellnerinnen Roland mehrmals angefasst hatten, musste ich, als wir endlich gingen, eine betrunkene Leiche zu Rosas Haus tragen. Bis ich alles erledigt hatte und zur Kirche zurückgekehrt war, war es früh am nächsten Morgen.

In dem Moment, in dem ich die Kirche betrat und bevor ich auch nur die Zeit hatte, mich frisch zu machen und ein Nickerchen zu halten, zog mich Sturm argwöhnisch in eine Ecke und sagte in einem zweideutigen Tonfall: „Ein Gast sucht nach dir.“

Ein Gast? Und was ist mit Sturms Tonfall? Wieso klingt er, wie als wäre ich zu einer heimlichen Liebesaffäre ausgegangen und wäre in-flagranti erwischt worden…? Ich bin unschuldig! Alles, was ich getan habe, ist heimlich mit einer Leiche einen trinken gegangen zu sein – Ich habe keine Affäre!

Obwohl mein Kopf voller Fragen war, lächelte ich und sagte: „Darf ich fragen, Bruder Sturm, in welchem Empfangssalon der Gast ist?“

Sturm schüttelte seinen Kopf und antwortete: „Wie kann sie in einem Empfangssalon sein?”

„Nicht im Empfangssalon?”Ich konnte nicht verhindern, dass mein Gesicht misstrauische Züge annahm.

Scheinbar zufrieden damit, dass ich einen anderen Gesichtsausdruck als ein Lächeln zeigte, winkte Sturm mit seiner Hand und sagte: „Folge mir.“

 

Nach kurzer Zeit kamen wir vor einem ziemlichen privaten Gebetsraum an. Theoretisch war dies ein Platz für heilige Ritter, um ruhig zu beten. Allerdings wird er, soweit ich das verstehe, de facto eher für laute Aktivitäten wie „Lasst uns hier alle Lunchpakete essen“ verwendet, anstatt für leise Gebete.

Sobald ich den Raum betrat, verstand ich, wieso wir nicht in den Empfangssalon gehen konnten – immerhin ist der Empfangssalon ein öffentlicher Ort. Dies war niemand, der wann er will in öffentlichen Bereichen auftauchen kann.

Es war die einzig wahre Prinzessin des Königreichs!

Ich konnte nicht anders, als anzufangen, die gründliche Art der Prinzessin, sich um Dinge zu kümmern, zu bewundern. Elijah war erst gestern betrunken zurückgekehrt und heute klopfte sie bereits an meine Tür. Ich drehte mich, um Sturm anzusehen, und sagte: „Bruder Sturm, wäre es möglich, uns für einen Moment zu entschuldigen?“

Damit ging Sturm widerwillig, mit einem deutlich neugierigen Ausdruck im Gesicht.

„Elijah erzählte mir bereits von Ihrem Plan, aber ich werde Sie nicht unterstützen.“ Ohne Umschweife kam die Prinzessin direkt zum Punkt. Während sie mich verächtlich ansah, sagte sie: „Sie müssen gedacht haben, Bruder handelte gegen meinen Willen und zwang mich dazu, den Sohn des Gottes des Krieges zu heiraten, nicht wahr? Dann lassen Sie mich sagen, dass Sie falsch liegen! Bruder hat es bereits mit mir besprochen und ich habe zugestimmt. Als Prinzessin ist es meine Pflicht, mich für das Königreich zu opfern.“

„Ich denke, es gibt ein Missverständnis zwischen uns, Eure königliche Hoheit“, sagte ich, noch immer lächelnd. „Eure Hoheit muss verstehen, dass ich, der Situation ungeachtet, niemals dem Höllenritter schaden würde. Dies ist das Versprechen, das ich einst dem Gott des Lichtes gab, dass ich jeden einzelnen heiligen Ritter beschützen würde.“

Als sie das hörte, war die Prinzessin etwas überrascht. Sie sah mich misstrauisch an und zweifelte an dem, was ich gerade gesagt hatte.

„Obwohl ich nichts tun würde, bedeutet das jedoch nicht, dass der Papst die heiligen Ritter wie seine Brüder behandelt. Er würde niemandem, der möglicherweise eine Gefahr für die Existenz der Kirche darstellen könnte, die geringste Gnade zeigen. Ihr solltet mittlerweile wissen, dass der Papst und ich nicht auf gutem Fuß miteinander stehen und dass er sicherlich nicht meinetwegen Gnade walten lassen würde. Was mich angeht, ist es mir nicht möglich, ununterbrochen an Elijahs Seite zu sein. Und wenn selbst Ihr, Eure königliche Hoheit, in ein anderes Land verheiratet werdet, wer wird dann, wenn ich fragen darf, Elijah beschützen können?“

Als sie das hörte, veränderte sich der Gesichtsausdruck der Prinzessin, ihr ursprünglich entschlossener Ausdruck begann zu schwanken. Ich wusste, dass die Dinge begannen glatt zu laufen. Selbst wenn die Prinzessin bereit war, sich selbst zu opfern, bezweifelte ich, dass sie bereit war, ihren Geliebten zu opfern.

Nachdem sie eine Weile ziemlich unentschlossen aussah, sagte die Prinzessin plötzlich wütend: „Wie können Sie es wagen, mir mit Elijah zu drohen! Bote des Gottes des Lichtes? Nein, Sie sind der Bote der Unehrenhaften! Bruder Sonne hatte Recht gehabt!”

Bruder Sonne? Nachdem ich für einen Moment nachgedacht hatte, verstand ich es. Mit Bruder Sonne meinte die königliche Hoheit meinen Lehrer. Er hatte eine ziemlich gute Beziehung zur königlichen Familie gehabt, was der Grund war, wieso die Prinzessin ihn als Bruder ansprechen würde. Obwohl er, wenn man nach dem Alter ginge, Onkel genannt werden müsste, hat mein Lehrer nie eine Anrede akzeptiert, die älter als Bruder war…

Nach kurzem Zögern fragte ich: „Und was sagte mein Lehrer?“

Mit einem kühlen Blick begann die Prinzessin, die Unterhaltung nachzuerzählen.

Wie mein Schüler ist? Hmm, im Großen und Ganzen ist er eine nette Person… solange du dich ihm nicht entgegenstellst.“

Und was passiert, wenn man sich ihm doch entgegenstellt?“

Hmm, du wirst immernoch denken, dass er eine nette Person ist. Aber gleichzeitig wirst du dir Fragen stellen, wie: ‘Warum habe ich in letzter Zeit so viel Pech?’ Arbeite an einer Aufgabe und du wirst es schaffen, bei zwei fehlzuschlagen, trinke kalte Suppe und du wirst es schaffen, dich zu verbrühen, iss Haferbrei und du wirst es schaffen, an Knochen zu ersticken, geh alleine durch die Gänge des Palastes und du wirst es schaffen, in Stiermist zu treten…“

Aber wie ist es möglich, sich an kalter Suppe zu verbrühen? Wieso sollten überhaupt Knochen in Haferbrei sein? Und wie ist es möglich, dass Stiermist in den Gängen des Palastes auftaucht?“

Demzufolge ist mein Schüler im Großen und Ganzen eine ziemlich gute Person. Das heißt, wenn du dich ihm nicht entgegenstellst.“

„Sie sind nicht irgendein perfekter Sonnenritter! Sie sind eine schmutzige, selbstsüchtige, verräterische Person! Sogar Ihr Lehrer denkt das Gleiche“, sagte die Prinzessin wütend.

Mein Lehrer! Seine Beispiele waren absolut entsetzlich. Wenn es ich wäre, würde ich definitiv nichts so offensichtliches tun, wie jemand mit kalter Suppe zu verbrühen!

„Eure königliche Hoheit, selbst wenn ich selbstsüchtig bin, glaubt Ihr wirklich, dass ich von mir aus nicht den Willen hätte, Hölle zu erlauben, mit der Frau zusammen zu sein, die er liebt?“, fragte ich mit gerunzelter Stirn.

Die Prinzessin starrte mich kühl an und sagte sarkastisch: „Denken Sie nicht, dass ich glaube, was Sie tun sei tatsächlich zu Elijahs Bestem.“

Mit einen höhnischen Grinsen sagte ich: „Auch wenn Elijah einer der Zwölf Heiligen Ritter ist, kann seine Identität nicht aufgedeckt werden. Somit ist er nur ein gewöhnlicher königlicher Ritter. Und Ihr solltet wissen, wie schwer es für einen gewöhnlichen königlichen Ritter ist, die Hand einer Prinzessin zu erhalten.“ Dann fügte ich sarkastisch hinzu: „Aber um Euch die Wahrheit zu sagen, anstatt einen Weg zu suchen, Euch mit einem königlichen Ritter zu verheiraten, könnte ich ebenso gut gegen den Sohn des Gottes des Krieges kämpfen und Euch für mich selbst in Anspruch nehmen. Ganz abgesehen davon, dass dies viel leichter ist! Immerhin bin ich der Anführer des heiligen Tempels, der Bote des Gottes des Lichtes.“

Als sie hörte, was ich sagte, begann die Prinzessin die Stirn zu runzeln während ihre Lippen eine dünne Linie formten.

„Und falls ich zufällig gewinnen sollte, werde ich nicht nur ein Angehöriger der königlichen Familie, sondern, da der neue König keine Söhne hat, besteht für mein Kind sogar die Möglichkeit, der nächste König zu werden. Was könnte besser sein als das? Als eine im Großen und Ganzen gute Person, bin ich tatsächlich dumm genug, diese Chance Elijah zu geben und mir sogar den Kopf zu zerbrechen, nur um mir einen Plan auszudenken, damit all dies klappt?“

Während ich halb spielte, wütend zu sein, drehte ich meinen Kopf und sah weg, beobachtete aber aus dem Augenwinkel die Reaktion der Prinzessin.

Sie sah misstrauisch aus und blieb weiterhin still. Als sie keine gute Antwort fand, fragte sie in einem sanfteren Ton: „Wieso helfen Sie uns dann? Setzen wir uns Ihnen nicht entgegen?“

Ich erwiderte sofort: „Ihr stellt euch nicht gegen mich! Auch wenn Elijah nicht mehr der Höllenritter sein will, bedroht er die Kirche überhaupt nicht. Und auch wenn Eure königliche Hoheit den Sohn des Gottes des Krieges heiraten möchte, ist dies die Idee des Prinzen. Überdies, selbst wenn es die Idee des Prinzen war, mit dem sinkenden Ruhm und Ansehen des Königreichs und dem Ansteigen der Macht der Kirche, ist es für einen König normal, zu versuchen, das Ansehen des Königreichs zu steigern und es kann daher nicht als sich mir entgegensetzen betrachtet werden.“

Damit guckte die Prinzessin noch verblüffter und wirkte nun nicht mehr wie eine  herablassende Prinzessin, sondern eher wie ein verwirrtes kleines Mädchen.

Amüsiert sagte ich: „Auch wenn Ihr meinen Lehrer habt andeuten hören, Euch niemals gegen mich zu stellen, habt Ihr vergessen zu fragen, was als sich gegen mich zu stellen angesehen wird.“

„Welche Art von Verhalten ist dann ‚sich gegen Sie stellen‘?“ Als sie keine Antwort bekam, sagte die Prinzessin tatsächlich auf eine kokette Art: „Komm, sagen Sie es! Nur wenn Sie es sagen, kann ich es wissen und vermeiden, dass ich etwas tue, was Sie verärgert!“

Von einer Prinzessin, die deutlich älter war als ich, angeflirtet zu werden, lies mich schaudern. Gerade dann erinnerte ich mich an ein Beispiel von jemandem, der sich gegen mich gestellt hatte. Ich schenkte ihr ein kaltes Grinsen und sagte: „Dann gebe ich Euch ein Beispiel: Erst letztens hat ein bestimmter Idiot versucht, meinen Vize-Hauptmann umzubringen und die Frau meines Bruders zu stehlen. Das ist ein absolutes nicht-ernst-nehmen von mir, dem Sonnenritter. Wenn ich ihn nicht für all das bezahlen lasse, was er getan hat, schreibe ich meinen Namen in meinem eigenen Blut rückwärts!“

 

 

Der älteste Prinz hatte tatsächlich Lob verdient – es war endlich der Tag seiner Krönung, aber es gab keinerlei Anzeichen, dass er verschwenderisch mit Luxus umging.

Obwohl es der Tag der Krönung des Königs war, waren dem Palast keine Dekorationen hinzugefügt worden. Nur aufmerksamere Personen würden bemerken, dass der Teppich durch einen neuen ersetzt worden war… Oder war er nur frisch gewaschen?

Es ging das Gerücht um, dass der Protokollchef nicht mit der Sparsamkeit des Kronprinzen einverstanden war und an ihm herumgemeckert hatte. Aber alles, was der Kronprinz gesagt hatte, war: „Vater hat den Palast schon für viele Jahre dekoriert und geschmückt, er ist schon üppig genug, so wie er ist.“ Das brachte den Protokollchef ein für alle Mal zum Schweigen.

Kein Wunder, dass die Prinzessin bereit war, einen Mann, den sie nicht liebte, zu heiraten. Ihr Bruder ist bereits derart selbstlos, daher sie könnte wohl kaum sagen, dass sie schon jemanden hat, den sie liebt, und daher nicht heiraten möchte, nicht wahr?

Weiterhin entdeckte ich während der Zeremonie widerwillig, dass der Sohn des Gottes des Krieges, der mir zufällig gegenüber stand, eigentlich ziemlich gutaussehend war. Als Anführer der Krieger hatte ich ihn mir als einen breiten, großen und muskulösen Mann mit mit unordentlichem Haar und ungepflegter Kleidung vorgestellt… Ich lag komplett falsch.

Tatsächlich war er breit, groß und muskulös, aber nicht übermäßig. Und wenn man sah, wie schnell sein Schritt war, konnte man sagen, dass er niemand war, der nur über Stärke verfügt. Er war sehr agil und auch flexibel. Ganz zu schweigen von seinem schwarzen, lockigen Haar, welches ihn einem Jaguar ähneln lies, anmutig, schnell und sehr gefährlich. Kein Wunder, dass Adair gegen ihn verloren hatte und in diesem Prozess fast noch sein Leben dazu.

Und daran, wie die Damen dem Sohn des Gottes des Krieges ständig nachsahen, konnte man erkennen, dass dieser Mann sehr gut mit Frauen umgehen konnte… Vielleicht dachte der Kronprinz tatsächlich, dass er ein guter Mann zum Heiraten war und hatte daher zugestimmt, ihm die Hand seiner kleineren Schwester zu reichen. Natürlich konnte er nicht wissen, dass seine kleine Schwester schon jemandem im Auge hat.

Zurück zur Krönung muss gesagt werden, dass, obwohl die Zeremonie nicht sehr luxuriös aussah, sie dennoch sehr feierlich war. Und was noch wichtiger war: alle sahen der Krönung des Kronprinzen von ganzem Herzen entgegen, da seine Krönung auch bedeutete, dass eine ganz bestimmte Person abdanken würde.

Als der König die Krone dem Papst übergab und der Papst die Krone auf das Haupt des Prinzen platzierte, während er bekannt gab, dass er der neue König war, sahen einige Leute sehr erleichtert aus.

Ich denke, ich war der einzige, der nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Immerhin, obwohl was dieses ‚fette Königsschwein‘ getan hatte, jeden dazu bringen würde, ihn erstechen zu wollen… Um ehrlich zu sein, mit einem König, der so dumm ist wie ein Schwein, umzugehen war leicht im Vergleich zu diesem König, der vermutlich ein Tiger in Schweinehaut war.

Ich seufzte. Es sah so aus, als wären die Tage, an denen ich ein ‚echtes Schwein‘ handhaben musste, zu Ende. Der heutige Tag markierte den Anfang eines langen Krieges mit dem ‚falschen Schwein‘. Ich hoffte nur, dass ich nicht der Tiger sein würde, der gefressen wird…

Während ich noch am Seufzen war und das Ende meiner ,guten Tage’ betrauerte, präsentierten all die Boten der unterschiedlichen Länder ihre Geschenke. Ein Ganzkörperspiegel in welchen kostbare Juwelen eingebettet waren, ein ganzes Set von Accessoires aus kostbaren Juwelen, ein Schwert dekoriert mit kostbaren Juwelen…

Aber ernsthaft, obwohl diese Geschenke, in die kostbare Juwelen eingebettet waren, wirklich teuer waren, konnte keines als ein wahrlich kostbares Geschenk angesehen werden. Genau genommen, waren die Geburtstagsgeschenke für das fette Königsschwein um einiges besser. Aber andererseits lag das nicht daran, dass die anderen Länder geizig waren. Bei Ereignissen, die mit dem Ansehen eines Landes verbunden waren, war es ihnen unmöglich, geizig zu sein.

Der wahre Grund war vermutlich, dass die Zeit zwischen dem Verkünden der Zeremonie zur Zeremonie selbst sehr kurz war, weniger als drei Monate, um genau zu sein. Einige Länder, die weiter weg lagen, beeilten sich vermutlich, hierher zu kommen, in dem Moment, als sie die Nachricht bekamen, nur um pünktlich für die Zeremonie da zu sein. In dieser Zeitspanne war es zweifelhaft, dass viel Zeit zum Vorbereiten von angemessenen Geschenken war.

Auch wenn die Geschenke nicht sonderlich eindrucksvoll waren, schien es den König nicht zu stören. In Wirklichkeit sah er ziemlich fröhlich aus.

Sag mir nicht… Plötzlich erschien mir alles ganz klar. Sag mir nicht, dass dieser falsche Schweinekönig es mit Absicht gemacht hat! Immerhin ist die Schatzkammer des Landes, so wie sein Vater das Geld aus dem Fenster geworfen hat während er so lange auf dem Thron war, vermutlich mehr als nur halbleer.

Wenn jedes Land mit echten, kostbaren Schätzen kommt, könnten diese unbezahlbaren Schätze definitiv nicht auf dem Markt verkauft werden. Falls irgendjemand herausfände, dass ein Geschenk an den König tatsächlich auf dem Markt auftaucht, gäbe es nur zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, dass das Schatzamt des Königreichs des vergessenen Klanges ausgeraubt wurde. Oder die zweite, schlimmste, Möglichkeit, nämlich, dass der König des Königreichs des vergessenen Klangs tatsächlich durchgezogen hat, diese Schätze zu verkaufen.

In beiden Fällen wäre das Ansehen des Königreichs des vergessenen Klangs ruiniert gewesen.

Da die Zeitspanne zwischen der Verkündung der Zeremonie zum tatsächlichen Datum jedoch zu kurz gewesen war, würde das zur Folge haben, dass keines der Länder genug Zeit hatte, angemessene Geschenke vorzubereiten. Was bedeutet, dass alle präsentierten Geschenke nur Dinge sein würden, die mit kostbaren Juwelen besetzt oder aus Gold hergestellt wurden. In diesem Fall müsste der König nur die kostbaren Juwelen herausbrechen, die aus Gold geschmiedeten Gegenstände zu Goldbarren schmelzen und sie verkaufen, ohne dass es jemand merkt.

Kronprinz – Nein! Jetzt, als das falsche Königsschwein, seid Ihr absolut unglaublich! Wären wir nicht Rivalen, würde ich mich vor Euch verbeugen, um meine Bewunderung für Eure Taktiken und Strategien zum Geld verdienen zu zeigen. Würde ich das dem Papst, der Geld genauso liebt, erzählen, würde vielleicht sogar der Papst Euch seinen Bruder nennen wollen!

Dann winkte der Sohn des Gottes des Krieges den Kriegern hinter sich zu und zwei von ihnen brachten unverzüglich ihr Geschenk für den König hervor.

Es war ein Schild, allerdings war deutlich zu erkennen, dass es niemand wagen würde einen anzugreifen, sollte man ihn verwenden, um Gegner abzuwehren, da Leute normalerweise nicht gewillt sind, einen komplett mit Diamanten bedeckten Schild anzugreifen. Ich wäre sicherlich der Erste, der eine solch verschwenderische Person umbringen würde. Selbst der kleinste Diamant auf ihm, der abgeschlagen werden könnte, wäre gleich der Verschwendung meines Gehaltes, wenn ich es die nächsten zwanzig Jahre sparen würde!

Der neugekrönte König nickte dankend, während seine Augen das Licht der Diamanten reflektierten. Selbst sein Lächeln wurde breiter. Als er das sah, verkündete der Sohn des Gottes des Krieges stolz: „Dies ist ein Schild, der von Magiern, Juwelenschleifern und Schmieden zusammengesetzt wurde. Das Landeswappen des Königreichs des vergessenen Klanges ist aus Diamanten geformt in der Mitte und wird von wertvollen, magischen Juwelen umringt, welche eingelassen wurden, um ein Amulett zu formen, welches magische Sprüche abwenden kann. Noch dazu ist seine physisch Verteidigung auf dem höchsten Niveau. Selbst eine riesige Axt könnte ihm keinen Schaden zufügen!“

Nach dieser Erklärung waren alle im Saal erstaunt. Es konnte zu den besten heute übergebenen Geschenke gezählt werden.

Aber alles was ich tat, war in mich hineinzugrinsen und hervorzusagen, dass der falsche Schweinekönig lieber seinen vertrautesten Ritter vorschubsen würde, um sich vor einem Angriff zu schützen, als dem Schild eine Chance zu geben, irgendeine seiner Ecken beschädigt zu bekommen.

„Verwahre es gut“, sprach der König die Wache neben ihm an. Es war heute das erste Mal, dass er tatsächlich gesprochen hatte, anstatt nur zu lächeln und nicken, nachdem er ein Geschenk erhalten hatte.

Zufrieden, wie vorsichtig die Wächter den Schild wegtrugen, drehte sich der Sohn des Gottes des Krieges um und sagte provokativ: „Wir, das Kloster des Gottes des Krieges, haben seiner Majestät unseren Respekt gezollt. Wir fragen uns, was die Kirche des Gottes des Lichtes seiner Majestät als Beglückwünschung zu bieten hat.“

Während ich auf den roten Teppich in der Mitte der Halle zuging und nur zwei Schritte entfernt vom Sohn des Gottes des Krieges stehen blieb, holte ich ein Armband hervor. Es war golden und durchscheinend, ein bisschen wie Glas. Es war aus achtzehn kleinen Murmeln und einer größeren Murmel geformt, wobei in alle ein Rosenmuster eingraviert war. Tatsächlich sah es sehr zart aus, hatte aber nichts mit den Wörtern ‚wertvoll‘ oder ‚Schatz‘ zu tun.

Nachdem ich mich vor dem König verbeugt hatte, sagte ich demütig: „Sonne hat nichts Wertvolles in seinem Besitz – alles, was wir geben können, ist dieser Rosenkranz, welcher den Segen des Gottes des Lichtes erhalten hat.“

Der König behielt lediglich sein Lächeln und nickte höflich, während der Sohn des Gottes des Krieges einfach laut, ohne sich zurückzuhalten, lachte. Auf der anderen Seite begann die Menge die Augenbrauen zusammenzuziehen. Wahrlich, das Geschenk erschien zu billig.

Dann fügte ich mit einem Lächeln hinzu: „Unter dem Schutz des Gottes des Lichtes wird Eure Majestät sein Leben lang gesund bleiben. Jedoch, falls Eure Majestät jemals verletzt werden sollte, zerbrecht einfach eine dieser Rosenmurmeln und eure Majestät wird den Segen des Gottes des Lichtes erhalten, mit einem Effekt äquivalent zu dem Vollzug einer fortgeschrittenen Heilung. Was den Segen der größten rosengemusterten Perle in der Mitte betrifft, so ist diese äquivalent zu dem Ausführen der ultimativen Heilung über euch.“

Als er meine Erklärung hörte, konnte der König seine Überraschung und sein Verlangen fast nicht verbergen. Er flüsterte seinen vereideten Rittern ein paar Worte zu und sofort trat ein Ritter nach vorne um den Rosenkranz anzunehmen und ihm dem König zu überreichen. Nachdem er die Murmeln einige Zeit betastet hatte, striff er ihn sofort über und kümmerte sich nicht mal darum, wie unglücklich der Sohn des Gottes des Krieges aussah, als er dies tat.

Ich lächelte in mich hinein und dachte: Selbst wenn es ein Geschenk von mir ist, liebt es der König trotzdem!

Am Ende ist für eine Person mit großer Macht ein Attentat das Schlimmste, was ihnen passieren könnte.

Mit diesem Rosenkranz war es, als hätte er einen Geistlichen, der achtzehn fortgeschrittene Heilungen und eine ultimative Heilung ausüben konnte, ständig bei sich. Nicht zu vergessen, dass es, im Gegensatz zu einem Geistlichen, weder von Gegnern bestochen werde konnte, noch das Erste war, was ins Visier genommen und getötet werden würde. Mit all diesem, wieso sollte er nicht die lebensrettenden Murmeln sofort tragen wollen?

Noch dazu waren diese lebensrettenden Murmeln nichts, was ein durchschnittlicher Geistlicher herstellen könnte! Insgesamt hatten dreißig Heilsprüche von hohem Niveau ausgeübt werden müssen um auch nur eine kleine rosengemusterte Murmel zu erschaffen und was die große betrifft…

Es ist nicht so, dass ich geizig bin und dem König nur eine geben möchte, aber das ist das einzige Armband, das ich erfolgreich erschaffen konnte.

Selbst jemand wie ich, der so viel heilige Aura hat, dass sie beinahe überfließt, kann am Tag nur etwa zehn Heilsprüche von hohem Niveau aussprechen. Also hat mich das Vollenden dieses Perlenarmbandes tatsächlich mehr als einen Monat gekostet… Heimlich das Kapital für das Geschenk des Königs in meine Pension zu stecken ist nicht so einfach!

„Hauptmann Sonne!” Ein heiliger Ritter rannte auf mich zu und berichtete mit leiser Stimme: „In der Stadt veranstalten ein paar Totenbeschwörer und untote Kreaturen einen Aufruhr.“

Während ich, nachdem ich den Bericht angehört hatte, weiter lächelte, konnte ich den Sohn des Gottes des Krieges sehen, der mich anlächelte, und natürlich erwiderte ich das Lächeln höflich… Verdammt, du Idiot, wie kannst du es wagen, mich zu sabotieren!

Ich kann nicht glauben, dass ein anderer Totenbeschwörer außer Pink, die unter Vertrag stand, es wagen würde, zu kommen und in Blattknospenstadt, dem Hauptsitz der Kirche des Gottes des Lichtes, Blödsinn zu machen. Es war nicht wahrscheinlich, dass sie dachten, sie hätten zu viele untote Kreaturen und wollten der Kirche des Gottes des Lichtes ein paar abgeben, um die heiligen Ritter und Geistlichen zu trainieren.

Das muss das Kloster des Gottes des Krieges gewesen sein!

Jeder im Land wusste, dass ich untote Kreaturen am Meisten hasste. Falls nun irgendwelche untoten Kreaturen auftauchen würden, würde ich mich auf jeden Fall beim König entschuldigen und dann losrennen, um die untoten Kreaturen zu bekämpfen. Dann würde das Kloster des Gottes des Krieges um die Hand der Prinzessin anhalten und zusammen mit der königlichen Familie an diversen Fäden ziehen, und so weiter und so fort.

„Totenbeschwörer haben tatsächlich untote Kreaturen nach Blattknospenstadt gebracht, einer Stadt, die den Segen des Gottes des Lichtes erhalten hat?“, antwortete ich ernst. „Dies ist vollkommen abscheulich! Hört, befiehlt meinem Sonnenritterzug diese untoten Kreaturen, welche nicht den Segen des Gottes des Lichtes haben, zu bekämpfen. Ich denke mein Zug hat in letzter Zeit zu sehr nachgelassen, es ist durchaus Zeit, sie zu trainieren, um sicher zu gehen, dass sie stark genug sind, um Blattknospenstadt zu verteidigen und zu beschützen.“

„Verstanden.“ Sofort nickte der heilige Ritter und rannte zurück, um die Nachricht zu überbringen.

Der Sohn des Gottes des Krieges öffnete seinen Mund und sagte langsam: „Sonnenritter, heute ist solch ein wichtiger Tag. Wäre es nicht passender, wenn Sie sich selbst darum kümmern, wenn untote Kreaturen in der Stadt erscheinen?“

Ich antwortete überzeugt: „Bitte sorgt euch nicht, mein Herr. Am heutigen Tag ist nicht nur die Krönung des Königs, es ist auch der Tag, an dem der Gott des Lichtes seinen Segen gibt. Was die untoten Kreaturen betrifft, sie werden sicherlich nicht die Chance habe, diesen Segen zu erhalten. Daher wird mein Sonnenritterzug sie mit absoluter Sicherheit erfolgreich auslöschen.“

Hehe, worum sollte ich mich sorgen?

Das Kloster des Gottes des Krieges war es nicht gewohnt, mit untoten Kreaturen umzugehen. Ich bezweifelte, dass sie es wagen würden, die wirklich mächtigen Totenbeschwörer aufzusuchen, die tatsächlich einen Aufruhr veranstalten könnten. Diese wirklich mächtigen Totenbeschwörer würden sich niemals dazu herablassen, diese Dinge zu tun… Außer sie wären wie Rosa, dann gäbe es die Chance, dass sie es aus Langeweile tun würden. Aber ob es einen weiteren Totenbeschwörer wie Rosa gibt… Ich fürchte, sie ist einmalig in dieser Welt.

Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass die Tatsache, dass untote Kreaturen in der Stadt frei rumrennen, die Idee des Klosters des Gottes des Krieges waren und nichts mit seiner Majestät zu tun haben. Schließlich sind die Bewohner dieses Königreichs, da das Königreich des Vergessenen Klanges den Gott des Lichtes anbetet, strikt gegen die Idee der untoten Kreaturen und dunklen Auren. Der König würde hierfür nicht sehr zufrieden mit dem Kloster des Gottes des Krieges sein. Wenn man von der Tatsache ausgeht, dass der König keine Anstalten gemacht hatte, mich zu rufen, um diese untoten Kreaturen persönlich loszuwerden, konnte man erkennen, dass er vermutlich etwas verärgert von den Taten des Klosters des Gottes des Krieges war.

Als klar wurde, dass er mich nicht loswurde, kam der Sohn des Gottes des Krieges einfach direkt zum Punkt und sagte: „Eure Majestät, dieses Mal wünscht das Kloster des Gottes des Krieges nicht nur, euch zu eurer Thronbesteigung zu gratulieren, sondern will euch auch um etwas bitten.“

Kooperativ und mit einem neugierigen Gesichtsausdruck fragte der König: „Tatsächlich? Und was wäre diese Bitte?“

Während sein Blick sich auf die Prinzessin zubewegte, sagte der Sohn des Gottes des Krieges: „Ich habe gehört, die Prinzessin sei eine kluge und auch schöne Dame und dies erweckte meine Bewunderung für sie. Heute, als ich sie zum ersten Mal sah, bestätigte es, was ich gehört hatte, aber sie ist noch schöner als die Gerüchte sagen, was meinen Willen, sie als meine Frau zu haben, doppelt bestätigt.“

Verglichen mit der Etiquette, die man brauchte, um um die Hand der Prinzessin eines Königreichs anzuhalten, war der Sohn des Gottes des Krieges zu direkt, in Handeln und Wort zugleich. Wie auch immer, die Krieger des Klosters des Gottes des Krieges waren schon immer sehr freimütig, ohne jegliche List in ihrem Handeln und ihrer Sprache, daher konnte es ihnen niemand übel nehmen.

In diesem Moment trug eine Gruppe von Kriegern eine Schatztruhe nach der anderen von draußen hinein. Als der Sohn des Gottes des Krieges eine öffnete, wurde der Raum sofort von einer Kiste voll mit Gold und kostbaren Juwelen erleuchtet. „Und dies wird das Verlobungsgeschenk sein“, sagte er.

Jedes Mitglied der königlichen Familie beobachtete den Gesichtsausdruck des Königs und als sie kein Zeichen der Unzufriedenheit sahen, wurde jedem sofort klar, dass er schon die Absicht gehabt hatte, die Prinzessin und den Sohn des Gottes des Krieges zu verheiraten. Daher begannen alle, ihnen zu gratulieren und ihren Segen zu geben. Manche fingen sogar an, die Hochzeit zu beglückwünschen und solche Sachen zu sagen, wie was für ein perfektes Paar es doch sein würde.

„Bitte haltet ein!“, rief ich. Während alle noch überrascht waren, kniete ich und beantrage ehrlich: „Ich, Sonne, hege ebenfalls Gefühle für Ihre Hoheit. In Anbetracht meiner von ganzen Herzen kommenden, ernsten Gefühle für Ihre Hoheit, hoffe und wünsche ich mir, dass Eure Majestät mir eine faire Chance gibt, die Hand Ihrer Hoheit zu gewinnen.“

Als ich diese Worte gesprochen hatte, riefen sie sofort eine kleine Unruhe in der königlichen Familie um mich herum hervor und sogar der König war geschockt. Die Zwölf Heiligen Ritter starrten mich mit Unglauben an, als hätten sie ein Monster anstatt ihres Sonnenritters gesehen.

„Unglaublich! Und hier dachte ich, die erste Person, um deren Hand Sonne anhält, wäre die Statue des Gottes des Lichtes!“, sagte Sturm ungläubig. Der Rest der Zwölf heiligen Ritter nickte sofort zustimmend, außer Urteil. Das nenne ich einen wahren Freund – er kannte mich wahrhaftig gut!

Als er meinen Blick spürte, klopfte Urteil Eis auf seine Schulter und hob seine Augenbraue, als wollte er sagen: Ich dachte die erste Person, um deren Hand du anhältst, wäre Eis.

Bevor der König reagieren und antworten konnte, drehte sich der Sohn des Gottes des Krieges um und brüllte mich wütend an: „Du Arschloch!“

Ein Graf, der an der Seitenlinie stand, rannte sofort los, um den Sohn des Gottes des Krieges zu stoppen, bevor er vor Allen etwas Beleidigendes sagen konnte. Nachdem er den Sohn des Gottes des Krieges beruhigt hatte, drehte er sich um, lächelte, und sagte: „Sonnenritter, da Ihr einen Heiratsantrag macht, müsst Ihr euer Verlobungsgeschenk schon vorbereitet haben, nicht wahr?“

Als er das hörte, war der Sohn des Gottes des Krieges hocherfreut. Er fügte hinzu: „Ohne Verlobungsgeschenk ist alles, was Ihr tut, nur ein Versuch, Chaos herzustellen!“

„Sonne hat nichts Besonderes. Alles, was ich tun kann, ist den Segen des Gottes des Lichtes erneut weiterzugeben, um Ihrer Hoheit meine Liebe für sie zu zeigen.“

Damit zog ich einen weiteren Rosenkranz hervor. Aber dieses Armband war nicht von mir hergestellt. Immerhin habe ich nun wirklich nicht genug Zeit, zwei davon innerhalb einer solch kurzen Zeit herzustellen. Stattdessen habe ich dem Papst beigebracht, diese Perlen herzustellen, unter der Bedingung, dass er mir insgesamt einhundertachtzig Perlen als ‚Lehrgeld‘ gibt.

Beim Anblick des Armbandes leuchteten die Augen des Königs. Er knurrte tief und sah dann ziemlich unruhig aus. Aus meiner Sicht war er vermutlich am Überlegen, wie er verhindern konnte, dass ich die Hand seiner Schwester erhielt, aber gleichzeitig das Armband bekommen konnte.

Er seufzte tief – vermutlich fiel ihm kein Weg ein, die Perlen zu behalten –, drehte sich, um seine Schwester anzusehen, und fragte: „Beide sind gute, junge Männer! Prinzessin, es scheint, es ist ihnen beiden ernst, was denkst du?“

Nach dem Drehbuch des Königs sollte die Prinzessin für eine Weile schüchtern dastehen bevor sie den Sohn des Gottes des Krieges aus dem Augenwinkel ansah. Aber natürlich kann die Vorhersage eines Menschen nicht gegen die Vorhersage des Gottes des Lichtes gewinnen. Die Prinzessin blieb still, aber sie sah niemanden an. Stattdessen sprang ein königlicher Ritter von hinter ihr hervor – Elijah.

Er kniete vor dem König nieder und rief: „Eure Majestät, ich bin derjenige, der es ernst mit Ihrer königlichen Hoheit meint! Die Prinzessin und ich sind es, die einander wirklich lieben!“

Als sie das hörten, drehte sich jeder, um die Prinzessin anzusehen. Die Prinzessin jedoch zeigte keinerlei Anzeichen der Verleugnung. Für jemanden eines solch hohen Standes war Stille gleichgesetzt mit einer Zustimmung.

Es gab eine plötzliche Unruhe in der Menge. Die momentane Situation war absolut unglaublich. Wie kam es, dass in der Vergangenheit nicht eine einzige Person mit einem Heiratsantrag kam, aber jetzt alle auf einmal kamen? Was für eine Situation war das nur?

Es war offensichtlich, dass der König diese Wendung nicht erwartet hatte. Er war für eine Weile geschockt, dann aber drehte er sich und funkelte mich an.

Eure Majestät, ihr seid einfach zu klug. Obwohl tatsächlich ich dahinter stecke, müsst ihr mich nicht so direkt anstarren. Nachdem ich einen geschockten Gesichtsausdruck gezeigt hatte, wechselte ich schnell zu Verwirrung und traf den Blick des Königs, als würde ich nicht verstehen, weshalb er mich anfunkelte. Als er das sah, drehte er sich stattdessen, um Elijah anzusehen und runzelte leicht die Stirn.

Zwei vereidete Ritter, die neben dem König standen, sprangen sofort hervor. Ein jüngerer Ritter, der etwa in seinen Dreißigern war, schimpfte: „Elijah, mach keinen Unsinn! Du kannst nicht Ihre Hoheit heiraten!“

Elijah ignorierte seine Worte und drehte sich, um dem älteren vereideten Ritter in die Augen zu sehen, und sah beschämt und nach Verzeihung bittend aus. Doch alles, was der ältere vereidete Ritter tat, war seufzen, er wies ihn nicht zurecht.

Sturm flüsterte sanft neben meinem Ohr: „Obwohl dieser ältere Ritter nicht Elijahs echter Lehrer ist, ist er sehr von Elijah angetan und hat ihm viele Dinge beigebracht. Er kann als halber Lehrer angesehen werden.“

Ich nickte und musste all meine Kraft aufwenden, um mich vom Lächeln abzuhalten. Hahaha! Ich wusste nicht, dass es sogar diese Stärke von Beziehung mit seinen Lehrern gab, aber jetzt sind Elijahs Chancen viel größer.

„Ich kann nicht glauben, dass Elijah so tapfer ist… Aber es ist noch unglaublicher, dass Sonne wirklich eine Affäre mit der Prinzessin hat“, flüsterte Sturm Blatt und Flamme, die neben ihm standen, zu. Da der Abstand zwischen uns etwas größer war, musste ich meine Ohren spitzen, um zu hören, was er sagte.

Warte, warte warte! Wer genau hat eine Affäre mit der Prinzessin?

„Ich habe vom Sonnenritterzug gehört, wie Sonne Elijah ohne Grund sturzbetrunken gemacht hat, so sehr, dass er fast von dem ganzen Alkohol gestorben wäre. Jetzt kann ich es sehen – es muss aufgrund seiner Eifersucht als Rivale sein. Und am nächsten Tag hatte die Prinzessin ein geheimes Treffen mit Sonne. Ich vermute, es war, weil sie ihn betrogen hatte und versuchte, es zu erklären, nachdem er es herausgefunden hatte“, schlussfolgerte Sturm. Sein Gesicht hatte einen Ausdruck, der sagte: ‚Ich habe den ultimativen Klatsch, jetzt kann ich ohne Reue sterben‘. Was die anderen Zwölf Heiligen Ritter anging, die spitzten gerade alle ihre Ohren, um den Klatsch aufzufangen.

Also sind die Mitglieder meines Sonnenritterzuges nicht die Einzigen, die gerne tratschen… Der ganze heilige Tempel ist voll mit Klatschtanten! Wieso werdet ihr noch heilige Ritter genannt? Ihr alle könntet genauso gut euren Namen zu Klatsch Rittern ändern!

Während ich noch innerlich schrie und protestierte, dass der heilige Tempel zu Gerüchtetempel umbenannt werden sollte, hinterfragte der König ernst: „Schwester, ist es wahr, dass du Gefühle für Elijah hegst?“

Ohne zu sprechen nickte die Prinzessin. Als er das sah, blieb auch der König stumm. Sein Gesicht wurde langsam dunkler und dunkler. Niemand wagte es, auch nur ein Wort zu sagen und im ganzen Saal machte sich eine unangenehme Stille breit. Selbst der Sohn des Gottes des Krieges blieb stumm, da es ihm nicht möglich war, zu verstehen, was gerade passierte. Mit gerunzelter Stirn konnte er Elijah und mich nur mit einem äußerst feindseligen Blick anstarren.

Als die unangenehme Stille blieb, öffnete ich langsam meinen Mund und sagte: „Wenn das der Fall ist, dann lasst die Schwerter in unseren Händen über die Sache richten und das unnötige Gerede stoppen. Dies ist der wahre Weg eines Ritters.“

Was? Du sagst, dieser Satz kommt dir bekannt vor? Hust, hust… Tote Leichen haben kein Anrecht auf intellektuelles Eigentum!

In dem Moment, als der Sohn des Gottes des Krieges dies hörte, breitete sich sofort ein Lächeln in seinem Gesicht aus und er stimmte laut zu: „Das ist perfekt! Ein Krieger verwendet nur das Schwert in seiner Hand, um den Sieger zu bestimmen!“

Natürlich würde er zugestimmt haben. Er wusste schon, dass ich nicht gut mit dem Schwert umgehen kann und Elijah war nur ein Ritter. Nicht zu vergessen, dass er dachte, Elijah hätte nicht Gottes Segen – selbst seine Klasse an sich gab ihm schlechte Karten. Krieger sind besser Einer gegen Einen, während Ritter besser im Krieg sind. Das ist die Natur der Klassen, wie jeder weiß.

„Dann lasst es so sein!“ Als das gesagt war, ging der König eilig. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war klar, dass er nicht zu glücklich war.

Ich grinste, der erste Schritt zum Erfolg war getan.

Plötzlich rannte Blatt auf mich zu. Er tätschelte mir die Schulter und sagte: „Sonne, sei nicht traurig, es schwimmen noch andere Fische im Meer! Selbst wenn du nicht die Prinzessin kriegen kannst, ist es doch nicht so schlimm.“

„Ich stehe Elijah ziemlich nah also sage ich ihm, er soll dich nicht zu sehr zu bedrängen“, sagte Sturm und tätschelte meinen Rücken mit einem ‚Wir sind gute Brüder, ich werde dich decken, keine Sorge‘ Blick.

„Wenn dieser Sohn des Gottes des Krieges es wagen sollte, dich zu viel zu schlagen, werde ich ihn nicht ruhen lassen“, versprach Flamme, während er in die Luft boxte.

„S…Sonne, keine Sorge. Selbst wenn es gegen die Regeln ist, würde ich trotzdem… trotzdem helfen, lebensbedrohliche Treffer abzuwenden… Auch wenn ich sie vielleicht sehr oft für dich blocken muss, werde ich nie aufgeben, dich zu retten!“

„…Könnt ihr Jungs nicht etwas mehr Vertrauen in mich haben?“

Als sie das hörten, schenkte mir die “grausame, kalt-herzige” Fraktion der Zwölf Heiligen Ritter nur kalte Blicke. Und was die “gute, warm-herzige“ Fraktion angeht, die sagten tatsächlich: „Natürlich! Wir haben absolutes Vertrauen in deine Regenerationsfähigkeit. Die Beiden werden dich definitiv nicht töten können. Und das ist der Grund, wieso wir Vertrauen genug haben, dich da hoch gehen zu lassen, um zusammengeschlagen zu werden.“

Wie kann es sein, dass die kalten Blicke der ‚grausamen, kalt-herzigen‘ Fraktion es nicht schafften, mich schaudern zu lassen, aber das, was die ‚gute warm-herzige‘ Fraktion gesagt hatte, sich anfühlte, als wäre ich von einem Schneesturm getroffen worden…

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 6 Ende]

Die Legende des Sonnenritters B2K5: „Löse das Problem eines Kollegen“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: dahlys


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 5: „Löse das Problem eines Kollegen“ – übersetzt von Ariana

Wie das Sprichwort sagt: ‚Du solltest wissen, wer der Besitzer ist, bevor du einen Hund schlägst‘! Was auch geschehen mag, Adair ist immer noch des Sonnenritters Hund… Nein, nein! Ich meinte, dass er mein Untergebener ist. Obendrein ist er der Anführer all meiner H-…Untergebenen! Wie kann ein Narr wie du es wagen, auf ihn loszugehen! Es ist mir egal, ob du der Sohn des Gottes des Krieges bist oder nicht, ich werde dich fertig machen!

Rachepläne zu schmieden benötigt nicht nur langfristige Planung, sondern muss auch unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt werden. Er muss eines schrecklichen Todes sterben, ohne zu realisieren, wer der Schuldige war. Daher entschied ich mich… Continued

Die Legende des Sonnenritters B2K4: „Kümmere dich um die Mitglieder des Sonnenritterzuges“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Raylight


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 4: „Kümmere dich um die Mitglieder des Sonnenritterzuges“ – übersetzt von Ariana

Roland hatte nicht das geringste Interesse in Bezug auf Design und Material der Kleidung. Wenn die Schneiderin nicht gesehen hätte, wie gutaussehend er war und ihn stur für Abmessungen eingespannt hätte, während sie die Designs mit sich selbst besprach, denke ich, dass er einfach die Worte: „Drei Sets Gewand für einen Krieger. Hier ist die Anzahlung,“ hinterlassen hätte und dann spurlos verschwunden wäre.

Was ich jedoch nicht erwartet hätte, war, dass nicht einmal das Waffengeschäft Rolands das geringste Interesse in Roland wecken konnte. Er nahm nur desinteressiert ein Metallschwert in die Hand. Aber wenn ich darüber nachdachte, abgesehen davon, dass es eine Aura der Dunkelheit ausstrahlte, war Rolands magisches Schwert auch von einer selten gesehenen Schärfe. Wie könnte er damit Interesse an einem Schwert, das in einem normalen Waffengeschäft gekauft werden konnte, zeigen? Continued

Die Legende des Sonnenritters B2K3: „Kümmere dich um die Untoten der Stadt“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: amgine


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 3: „Kümmere dich um die Untoten der Stadt“ – deutsche Übersetzung von Ariana

Mit einem Fuß trat ich die Holztür von Rosas Haus auf, aber anstatt sie zu finden, sah ich eine andere Person… nein, eine andere Leiche im Inneren.

Roland hatte die charakteristischen, lodernden Augen eines Todesritters, aber er war kein gewöhnlicher Todesritter. Ein schwarzes Feuertattoo brannte auf seiner blässlichen Leiche. Ein paar Drachenflügel mit rasiermesserscharfen Klauen spross aus seinem Rücken und eine dicke Aura der Dunkelheit durchdrang die Luft um ihn herum.

Er ist eine Kreatur, von der im Handbuch der Untoten Kreaturen ausdrücklich gesagt wird, dass sie unter keinen Umständen erschaffen werden darf. Er kann eine ganze Legion Untoter heraufbeschwören und wird als stärkste unter den untoten Kreaturen betrachtet – ein Todesherr. Er… Er trug im Moment eine rosa Schürze, kniete am Boden und schrubbte ihn mit einem Putzfetzen. Continued

Die Legende des Sonnenritters B2K2: „Lächle, winke und sei das menschliche Werbeschild der Kirche“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Rena und Raylight


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 2: „Lächle, winke und sei das menschliche Werbeschild der Kirche“ – übersetzt von Ariana

Am Ende des Gottesdienstes sollte der zukünftige König wie üblich eine Parade durch die Stadt machen und die Zwölf Heiligen Ritter sollten ihm wie Schafe folgen.

Nachdem mir also Sturm und Flamme auf mein Pferd geholfen hatte, stiegen sie beide auf ihre Pferde und ritten hinter mir. Natürlich folgten mir auch Blatt und die anderen aus der „guten, warmherzigen Fraktion“.

Der einzige, der neben mir ritt, war Urteilsritter und hinter ihm befanden sich die Ritter der „grausamen, kaltherzigen“ Fraktion.

Vor uns befand sich der Kronprinz, unser zukünftiger König. An seiner rechten und linken Seite waren die königlichen Ritter, denen er am meisten vertraute, und hinter ihnen waren Urteil und ich. Continued

Die Legende des Sonnenritters B2K1: „Iss Frühstück!“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Evangeline


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 1: „Iss Frühstück!“ – deutsche Übersetzung von Ariana

„Hauptmann Sonne, Hauptmann Sonne…“

„Hmm…“ Ich ließ mich auf die andere Seite meines Bettes plumpsen und vergrub meinen Kopf dabei unter dem Polster. Jetzt muss ich mir diese ‚Hauptmann‘ Geschichte nicht mehr anhören…

„Hauptmann Sonne!“

Warte, ich kann es immer noch hören. Ich zog meinen Kopf langsam unter dem Polster hervor und setzte mich auf. Obwohl meine Augen offen waren, konnte ich nur verschwommene Bilder sehen und konnte auf nichts fokussieren. Daran konnte ich sofort erkennen, dass dies nicht meine normale Aufstehzeit war!

Wer ist der Bastard, der es wagt, meinen Schlaf zu stören?! Continued

Die Legende des Sonnenritters B2Prolog: Der Sonnenritter

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Raylight



Prolog: Dies ist unser Hauptmann – deutsche Übersetzung von Ariana

Nun, lasst uns die täglichen Pflichten vorstellen, die der noble Sonnenritter jeden Tag ausführen muss.

Seine erste Pflicht lautet, diversen faden öffentlichen Ereignissen beizuwohnen, wie der Zeremonie zur Feier der Thronbesteigung des neuen Königs.

Seine zweite Pflicht ist es, als automatische Wink-Maschine zu agieren. Bei öffentlichen Ereignissen, wie dem oben erwähnten, ist es eine äußerst tiefgründige Kunst zu wissen, wie man über einen langen Zeitraum winkt, ohne dabei sein Handgelenk außer Gefecht zu setzen.

Die dritte Pflicht, die ausgeführt werden muss, ist sich sorgsam um die untoten Kreaturen zu kümmern.

Die vierte Pflicht… Innerhalb eines Tages stehen tatsächlich mehr als drei derartiger Aufgaben auf der Tagesordnung, daher sollten jetzt alle verstehen, wie anstrengend es ist, ein Sonnenritter zu sein, nicht wahr? Continued

Die Legende des Sonnenritters B1Epilog: Vorstellung der Charaktere

Die Legende des Sonnenritters Band 1: Eine Einführung in die Rittertheorie

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)


Epilog: Vorstellung der Charaktere

Grisia Sonne

Der Sonnenritter, der Anführer der Zwölf Heiligen Ritter und Leiter der „guten, warmherzigen“ Fraktion. Hat ein strahlendes Lächeln, eine makellose Persönlichkeit und ein gütiges Herz, das anderen immer vergeben wird.

Sturmritter

Einer der Zwölf Heiligen Ritter und ein Mitglied der „guten, warmherzigen“ Fraktion. Hat eine sorglose Persönlichkeit, ist ein ungebundener Charmeur und an seiner Seite ist immer eine Frau zu finden. Continued

Die Legende des Sonnenritters B1Extra: „Was auch passieren mag, der Sonnenritter ist perfekt“

Die Legende des Sonnenritters Band 1: Eine Einführung in die Rittertheorie

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Erihppas


Erste geteilte Regel der Zwölf Heiligen Ritter: „Was auch passieren mag, der Sonnenritter ist perfekt“ – deutsche Übersetzung von Ariana

„Ist Sonne tatsächlich souveräner Drache?“

Ein großes Transparent war in der Mitte des Konferenzsaales aufgehängt. Um zu vermeiden, Aufmerksamkeit zu erregen, waren keine Kerzen angezündet. Im Inneren saßen elf Ritter am langen Tisch. Das Gesicht und die Figur jeder Person waren von der Dunkelheit verdeckt. Continued

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