Die Legende des Sonnenritters B2K5: „Löse das Problem eines Kollegen“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: dahlys


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 5: „Löse das Problem eines Kollegen“ – übersetzt von Ariana

Wie das Sprichwort sagt: ‚Du solltest wissen, wer der Besitzer ist, bevor du einen Hund schlägst‘! Was auch geschehen mag, Adair ist immer noch des Sonnenritters Hund… Nein, nein! Ich meinte, dass er mein Untergebener ist. Obendrein ist er der Anführer all meiner H-…Untergebenen! Wie kann ein Narr wie du es wagen, auf ihn loszugehen! Es ist mir egal, ob du der Sohn des Gottes des Krieges bist oder nicht, ich werde dich fertig machen!

Rachepläne zu schmieden benötigt nicht nur langfristige Planung, sondern muss auch unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt werden. Er muss eines schrecklichen Todes sterben, ohne zu realisieren, wer der Schuldige war. Daher entschied ich mich… das Problem von Hauptmann Hölle zuerst zu lösen.

Nachdem ich den Anweisungen des Papstes gefolgt war und Hauptmann Hölle kontaktiert und ein Treffen mit ihm ausgemacht hatte, ging ich zum Treffpunkt. Während ich auf ihn wartete, übte ich den aufrichtigen Gesichtsausdruck, den ich später verwenden würde. Ich musste so aufrichtig wirken, dass der andere es nicht über sich bringen würde, mir Schwierigkeiten zu machen.

Nicht viel später kam eine Person auf mich zu. Ich lächelte blendend während ich ihn dabei beobachtete, wie er auf mich zu kam, wobei ich ihn praktischerweise gleich unter die Lupe nahm. Er trug die Standarduniform der königlichen Ritter, aber das Schwert an seiner Hüfte war nicht jenes, das an alle königlichen Ritter ausgegeben wurde. Die Qualität seines Schwertes war um einiges besser.

Sein Aussehen und sein Charisma waren nicht schlecht, aber es war eine universale Art von gutaussehend… Was? Ihr wollt wissen, was ich mit einer universalen Art von gutaussehend meine?

Der sogenannte universal gutaussehende Typ bezieht sich auf einen Mann, der als gutaussehend bezeichnet werden kann, der aber nicht so gutaussehend ist, dass alle anderen Männer ihn bei seinem bloßen Anblick erwürgen möchten, um einen möglichen zukünftigen Liebesrivalen los zu sein.

Außerdem kann man immer noch viele Fehler finden, wenn man die universal gutaussehenden Männer genau beobachtet. Zum Beispiel Augenbrauen, die nicht dicht genug sind und Gesichtszüge, die nicht gleichmäßig genug oder klar genug definiert sind. Danach wirst du das Gefühl haben, dass er eigentlich gar nicht so gutaussehend ist und aufgrund deiner ursprünglichen Feindseligkeit Schuldgefühle haben. Und im Endeffekt werdet ihr euch als Brüder bezeichnen und euch ausgezeichnet miteinander verstehen.

Obwohl Männer nicht das Gefühl hätten, dass dieser Mann zu attraktiv ist, bietet seine Attraktivität gerade genug Spielraum für das Vorstellungsvermögen einer Frau. Frauen, die den niedlich-guttausehenden Typ bevorzugen, wären von diesen großen, liebenswerten Augen angezogen. Frauen, die den erwachsen-gutaussehenden Typ bevorzugen, würden sich automatisch an diese breiten Schultern lehnen. Frauen, die sich weigern, jemanden außer bösen Buben zu lieben, wären hin und weg von seinem leichtfertigen Lächeln.

Was? Was mit den Fehlern, die zu wenig dichte Augenbrauen und leicht irreguläre Gesichtszüge beinhalteten, passiert ist?

Mein lieber Bruder, du verstehst Frauen nicht im Geringsten! Hast du noch nie gehört, dass ein Mann über die Fehler einer Frau herzieht, während Frauen nach den Stärken eines Mannes suchen? Solange eine Frau einen guten Aspekt findet, der sie fasziniert, werden alle anderen Unvollkommenheiten zu Vorzügen. Zum Beispiel sind dünne Augenbrauen wohlgeformt und ein leicht asymmetrisches Gesicht ist einfach zu einzigartig!

Abschließend, wird der universal gutaussehende Typ auch als all-kill Typ bezeichnet. Seine stärkste Fähigkeit ist, von allen geliebt zu werden. Selbst ein Hund wird mit wedelndem Schwanz auf ihn zulaufen.

Derartige Personen sind für jeden Beruf geeignet, insbesondere Verkauf, Betrug und ähnliche Berufe. Natürlich eignen sie sich auch hervorragend als Spione.

Ich konnte nicht anders, als die Voraussicht des vorhergehenden Höllenritters zu preisen. Er konnte tatsächlich einen zukünftigen universal gutaussehenden Mann aus einer Gruppe Zehnjähriger auswählen.

In diesem Moment war der Mann mit dem universal gutaussehenden Gesicht bereits bei mir angekommen. Ich begann sofort zu lächeln und begrüßte ihn: „Möge der Gott des Lichtes dich segnen. Sonne hat endlich das Vergnügen, dich zu treffen, Bruder Hölle.“

„Sonnenritter, warum sind es Sie?“ Er schien geschockt zu sein.

Ich lächelte strahlend und erklärte: „Seine Heiligkeit der Papst hat Sonne informiert, dass du, Hauptmann Hölle, einige Schwierigkeiten zu haben scheinst. Da wir beide heilige Ritter sind, kann Sonne vielleicht deine Probleme besser verstehen. Daher ist Sonne stattdessen gekommen.“

„Bitte… könnten Sie mich nicht Hölle nennen?“

Höllenritter nahm einen tiefen Atemzug und sagte entschlossen: „Ich bin nicht Hauptmann Hölle, ich bin nur ein königlicher Ritter.“

Verdammter alter Mann! Ich wusste einfach, dass alles, was du wegwirfst garantiert eine heiße Kartoffel ist… Verwirrt zeigte ich eine Spur Trauer und fragte: „Warum sagst du das, Höllenritter? Könnte es sein, dass du aufgrund eines Fehlens der Kirche des Gottes des Lichtes unzufrieden bist, was dazu geführt hat, dass du die Rolle des Höllenritters ablehnen möchtest?“

Wenn ich herausfinde, dass der Papst dich schlecht behandelt und dir dadurch keine andere Wahl lässt als zurückzutreten, ist er ein toter Mann!

„Nein, bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sagte das, da…“ Zu diesem Zeitpunkt seufzte Höllenritter tief, bevor er den Mund öffnete und erzählte: „Als ich als Höllenritter auserwählt wurde, habe ich nur ein Jahr Spezialtraining im Heiligen Tempel erhalten. Danach habe ich der königlichen Familie zwölf Jahre lang als königlicher Ritter gedient. Ich habe zwei Lehrer: einer ist mein Lehrer unter den heiligen Rittern, welcher mich ein Jahr lang trainiert hat, wonach wir einander nur noch selten begegnet sind. Der andere ist mein Lehrer unter den königlichen Rittern, welcher mich ernsthaft zehn Jahre lang geführt hat und der erst kürzlich zurückgetreten ist, um auf Reisen zu gehen.

Obwohl mich der Kronprinz nicht mag, hat er mir niemals Unrecht getan. Er hat mir selbst einige überaus wichtige Aufgaben anvertraut. Außerdem hat sich auch die Königin immer gut um mich gekümmert. Die kleine Prinzessin und ich waren von jungem Alter an Spielkameraden und die Prinzessin hat sich oft für mich eingesetzt.

Ganz zu schweigen von meinen Ritterkameraden, welche ich von Kindheit an kenne. Sie sind Kameraden, die mit mir durch die Hölle und wieder zurück gegangen sind… Im Gegensatz dazu kenne ich keinen der Zwölf Heiligen Ritter des Heiligen Tempels.“

Er lächelte bitter, sah mich an und sagte: „V-Verstehen Sie, was ich meine? Sonnenritter, ich – ich – der Gott des Lichtes und der Heilige Tempel sind mir fremd und ich bin nicht bekannt mit den Zwölf Heiligen Rittern. Im Gegensatz dazu ist die königliche Familie, wo ich wirklich hingehöre und meine wahren Kameraden sind die königlichen Ritter.“

Nachdem ich ihm zugehört hatte, konnte ich nicht anders, als die Stirn zu runzeln. Kein Wunder, dass der alte Papst ihn umbringen wollte. Ein Spion, der sich entschloss, sich dem feindlichen Lager anzuschließen, war das Gefährlichste überhaupt. Wenn er dem Kronprinz alles gestehen würde, gäbe es ein ziemliches Drama.

Nachdem ich einige Zeit geschwiegen hatte, wich Höllenritter plötzlich ein paar Schritte zurück. Er sagte mit leiser Stimme: „Ich habe dem Kronprinz nichts gesagt, aber die Prinzessin weiß alles. Sie wird die Wahrheit nicht aufdecken, solange ich nicht in Schwierigkeiten gerate. Egal, um was für Schwierigkeiten es sich handelt, sie wird die Kirche des Gottes des Lichtes für alles verantwortlich machen.“

Verdammt nochmal! Ich hob den Kopf und lächelte aufrichtig, als ich erklärte: „Bitte mach dir keine Sorgen. Du solltest wissen, dass ich keine großen Fähigkeiten mit dem Schwert besitze. Selbst wenn ich dich angreifen würde, könnte ich dich nicht besiegen und du kannst deutlich sehen, dass ich niemanden mitgebracht habe.“

„O-Oh! Es tut mir wirklich leid.“

Als er das hörte, hörte Höllenritter auf, zurückzuweichen und sein Gesicht wurde blitzartig rot. Er entschuldigte sich äußerst verlegen: „Ich habe Sie nicht absichtlich verdächtigt, a-aber die Prinzessin sagte, dass der Heilige Tempel mich vielleicht umbringen würde, um mich zum Schweigen zu bringen… Haha! Nun, wo ich darüber nachdenke, wie könnte der Sonnenritter Menschen töten, um sie zum Schweigen zu bringen? In dem Moment, in dem ich sah, dass Sie derjenige waren, der gekommen war, um mich zu treffen, hätte ich verstehen müssen, dass mir der Heilige Tempel nichts Böses will. Es tut mir wirklich leid.“

Was für eine schlaue Prinzessin! Es scheint so, als wäre Ihre Hoheit nicht zu unterschätzen. Sie hat sogar betont, dass sie die Kirche verantwortlich machen würde, egal was Hölle zustößt. Anscheinend weiß sie, dass viele der „Unfälle“ in dieser Welt als „von Menschen verursachte Unglücke“ bezeichnet werden können.

„Bitte gib mir etwas Zeit um darüber nachzudenken, wie dieses Problem gelöst werden kann.“ Ich fuhr mit hundertprozentiger Aufrichtigkeit fort: „Und bitte gib diese Angelegenheit nicht noch weiteren Personen gegenüber preis. Wenn es die Ohren des Kronprinzen erreichte, gäbe es eine Konfrontation zwischen der Kirche und der königlichen Familie. Ich glaube, dass du, der du sowohl der Kirche als auch der königlichen Familie gedient hast, auch nicht wünschst, dass so etwas passieren sollte.“

Höllenritter nickte und sagte: „Ja. Die Zeit, die wir zusammen verbracht haben, mag zwar kurz gewesen sein, aber mein Lehrer unter den heiligen Rittern hat mich auch sehr gut behandelt. Obwohl ich mich entschieden habe, der königlichen Familie meine Loyalität zu schwören, würde ich niemals etwas tun, dass die Kirche in Gefahr bringt.“

Ich nickte. Ich glaubte seinen Worten, aber nicht, da er mir sein Wort gegeben hatte, sondern, da es ihm mehr Schaden als Nutzen bringen würde, wenn diese Geschichte publik würde, da es für jemanden, der ein Spion gewesen war, sehr schwer war, das Vertrauen anderer wieder zu gewinnen.

Wenn ich jedoch einfach inmitten der königlichen Familie „den Höllenritter freiließ“, wäre das so, als würde ich eine magische Schriftrolle, die jederzeit explodieren könnte, unter der Kirche vergrübe. Das Risiko war groß, da die Kirche nie wüsste, wann der Kronprinz es herausfinden könnte.

Aber wenn ich ihn nicht freiließe, was könnte ich sonst tun? Er hatte bereits sein Blatt offenbart, indem er verkündete, dass er nicht länger der Höllenritter sein wollte.

Selbst wenn ich ihn ein für alle Mal beseitigen wollte, musste da einfach eine clevere Prinzessin Schutzschild für ihn spielen, damit niemand es wagen würde, Hand an ihn zu legen.

Verdammter alter Mann! Du hast mich tatsächlich dazu gebracht, hinter dir herzuräumen! Warte bloß, früher oder später werde ich dich dafür bezahlen lassen!

Nachdem ich zur Kirche und in mein Zimmer zurückgegangen war und dann meine Gesichtsmaske vorbereitet und aufgetragen hatte, konnte ich immer noch keinen Weg finden, dieses Problem zu lösen. Ich legte mich auf mein Bett um meine Maske aufzutragen, während ich weiter über eine Lösung nachdachte…

Klopf klopf klopf!

„… Ich hatte fast auf den Fluch vergessen, der immer eintritt, wenn ich die Maske auftrage.“

Ich stütze mich ab und hob die Stimme als ich sagte: „Dürfte ich so kühn sein zu fragen, welcher meiner heiligen Ritter Brüder von dem sanften Flüstern des Gottes des Lichtes dazu verleitet wurde, zu kommen um mit Sonne die Güte des Gottes des Lichtes zu diskutieren?“

Urteils tiefe Stimme kam von außerhalb der Tür. Er sagte: „Ich bin’s.“

„Oh, dann komm einfach rein.“ Ich legte mich träge zurück ins Bett. Es war in Ordnung, wenn es sich um Urteil handelte, da er bereits einige Male von meiner Gesichtsmaske schockiert worden war.

In dem Moment, als er hereinkam und mich sah, erstarrte er.

Ich warf ihm einen Blick zu und fragte: „Rosa ist viel besser als grün, oder?“

Urteil runzelte die Stirn als er mein Gesicht musterte. Schließlich sprach er seine Meinung aus: „Grün ist zwar anfänglich schockierend zu betrachten, aber nachdem man es länger betrachtet, scheint rosa ekelhafter zu sein.“

„Ich verstehe. Nächstes Mal werde ich die Maske so auftragen, dass die Hälfte meines Gesichtes grün ist und die andere Hälfte rosa, damit du erst geschockt bist und dann angeekelt.“

Urteil lachte und schüttelte den Kopf. „Wie kannst du immer noch Zeit haben, eine Gesichtsmaske aufzutragen? Du solltest mehr als ein paar Probleme zu lösen haben“, sagte er.

Ich verschränkte die Hände hinter dem Kopf und fragte träge: „Was meinst du?“

Logisch betrachtet, sollte das einzige Problem, das ich hatte, und von dem Urteil wusste, das mit Adair sein, außer der alte Papst hatte ihm bereits von Höllenritter erzählt. Aber ausgehend von meinem Verständnis des alten Papstes war er keine derart hart arbeitende Person. Er würde etwas nicht zwei Mal sagen, besonders zu Urteil, welcher nicht daran gewöhnt war, sich um derartiges zu kümmern, da es nichts bringen würde.

„Abgesandte des Klosters des Gottes des Krieges sind hier. Was ihr Hauptziel auch sein mag, es hat definitiv damit zu tun, ihre Einflusssphäre auszuweiten und die Zahl ihrer Anhänger zu erhöhen.“

Urteil sah mich an und sah dann sofort wieder weg. Ich nehme an, das lag daran, dass die rosa Gesichtsmaske wirklich ziemlich abstoßend war.

Er erinnerte mich: „Und Gläubige anzuwerben ist deine Verantwortung.“

„Das weiß ich. Ich wollte das Problem, Gläubige anzuwerben, überdenken, während ich die Gesichtsmaske auftrage.“

„Ich denke, du wärst einfach eingeschlafen“, folgerte Urteil einfach.

Das ist Urteil, der mich am besten kennt…

„Okay, um mich also davon abzuhalten, einzuschlafen, wirst du mir dabei Gesellschaft leisten, über eine Lösung nachzudenken!“

Urteil schüttelte den Kopf und holte einen kleinen, weißen Stoffbeutel, auf dem das goldene Logo des Sonnenritters aufgestickt war, hervor. „Das kann ich nicht machen!“ sagte er. „Ich muss noch einige Verbrecher verhören und ich bin nur hergekommen, um dir die Heidelbeerschokolade von Eis zu übergeben. Er sagte, wenn du das mit dir trägst, müsstest du nicht wieder hungrig sein.“

Liebster Eis! Du bist eine derart gute Ehefrau und Mutter. Wenn du weiblich wärst, würde ich dich definitiv heiraten!

Ich setzte mich auf, öffnete den kleinen Beutel und roch an dem Inhalt. Wie wohlriechend!

Nachdem ich an der Schokolade gerochen hatte, hob ich den Kopf, nur um zu sehen, dass Urteil wirklich am Gehen war. Ich stieß schnell eine Flut an Fragen aus: „Das Kloster des Gottes des Krieges will Adair umbringen. Der Sohn des Gottes des Krieges hat Adair nicht nur zu einem Duell herausgefordert, er hat sogar mich verwendet, um ihm zu drohen. Wenn Adair sich weigern würde, sich mit ihm zu duellieren, würde er mich herausfordern.“ Ich pausierte kurz, bevor ich fortfuhr: „Selbst nachdem das Duell eindeutig entschieden war, wollte der Sohn des Gottes des Krieges Adair immer noch töten. Er ging sogar so weit, den Sonnenritterzug davon abzuhalten, Adair zu Hilfe zu kommen. Im Endeffekt wurde Adair stattdessen von einem königlichen Ritter, Elijah, gerettet. Was kannst du aus dieser Information schließen?“

Tatsächlich stoppte Urteil, als er das hörte und dachte schweigend darüber nach. Das ist vermutlich eine Berufskrankheit, die von langen Jahren der Verhöre von Kriminellen kommt, nicht wahr? Sobald er etwas Verdächtiges hört, beginnt er reflexartig über die Wahrheit hinter den Kulissen nachzudenken.

Als ich das sah, warf ich ein paar Schokoladenstücke in meinen Mund und lehnte mich auf dem Bett zurück. Ich habe Eis‘ Heidelbeerschokolade zu essen, ein Bett zum Niederlegen und eine Person, die mir hilft, eine Lösung für meine Probleme zu finden. Könnte das Leben noch schöner werden?

Urteil öffnete langsam den Mund und sagte: „Ich denke, es wäre möglich… Sonne, wach auf!“

„Nicht so laut…“

Ich drehte mich um, hörte aber dumpf eine tiefe Stimme „Grisia Sonne“ Silbe für Silbe knurren. Das klingt wie die irrsinnig tiefe Stimme, die Urteil nur verwendet, wenn er wütend ist… Ich öffnete hastig die Augen und sah, sobald ich sie geöffnet hatte, dass Urteils Gesicht so schwarz wie der Boden eines Topfes war. Ich sprang sofort erschrocken auf und rief: „Ich bin wach! Ich bin wirklich wach!“

Urteil starrte mich misstrauisch an. Ich setzte mich schnell gerade im Bett auf, ganz so wie ein braver Schüler, und schenkte ihm ernsthaft meine Aufmerksamkeit.

Erst dann war er bereit, weiterzusprechen. Er sagte: „Ich denke, der Grund, warum sie Adair töten wollen, hat etwas damit zu tun, dass du Auferweckung gelernt hast.“

„Auferweckung?“ Ich war einen Moment verblüfft. Ich platzte heraus: „Wie haben sie das herausgefunden?“

„Obwohl die Tatsache, dass du Auferweckung gelernt hast, nicht veröffentlicht wurde, liegen die Kirche des Gottes des Lichtes und das Kloster des Gottes des Krieges nahe beieinander. Die Beziehung zwischen den zwei Religionen ist nicht sonderlich gut, daher ist es nicht verwunderlich, dass beide ein paar Spione im Lager der jeweils anderen platziert haben, um nach Informationen zu fischen.“

Als ich das hörte, nickte ich langsam, um zu zeigen, dass ich verstand. Hatten wir nicht auch einen Spion, Hölle, in der königlichen Familie platziert? Selbst die königliche Familie hatte einen Spion, also gab es keinen Grund, unseren größten Rivalen, das Kloster des Gottes des Krieges, zu verschonen. Und da sogar die Kirche des Gottes des Lichtes, welche für Güte eintritt, überall Spione hat, hat das Kloster des Gottes des Krieges vermutlich sogar noch mehr Spione platziert.

„Ich denke, sie wollten Adair vermutlich töten, um zu bestätigen, ob du wirklich Auferweckung gelernt hast.“ Urteil fixierte mich mit seinem Blick und sagte: „Obwohl du gesagt hast, dass du es gelernt hast, hat es dich bisher noch niemand ausführen sehen.“

Er pausierte eine Weile, bevor er mit einer Spur Bedauern fortfuhr: „Wenn du es früher gelernt hättest, hättest du es auf deinen alten Freund Roland anwenden können.“

Als ich das hörte, erstarrte ich einen Moment, bevor ich reflexartig antwortete: „Das ist unmöglich! Auferweckung hat viele Einschränkungen. Eine dieser Einschränkungen ist, dass sie innerhalb von acht Stunden nach dem Tod durchgeführt werden muss. Wenn sie auf einen Körper, der länger als acht Stunden tot ist, angewandt wird, wird es schreckliche Konsequenzen geben.“

„Was für schreckliche Konsequenzen?“

Ich war eine Weile still, bevor ich antwortete: „Nach der Wiederbelebung… Nein! Diese Art von Ergebnis kann nicht einmal als Wiederbelebung bezeichnet werden. Jedenfalls w-wird der Körper der Person fortfahren, wie eine Leiche zu verwesen, aber wird ‚am Leben‘ bleiben. Erst wenn der gesamte Körper verwest ist, oder wenn der Kopf abgeschnitten wird, wird diese Person sterben.“

Als er das hörte, platze Urteil alarmiert heraus: „Wäre das dann nicht wie eine untote Kreatur?“

Ich blieb still, bis ich sah, wie sich Urteil langsam beruhigte. Dann erklärte ich langsam: „Jup. Auferweckung und die Erschaffung untoter Kreaturen sind sich in so vielen Bereichen ähnlich, dass man sie als dieselbe Art Magie bezeichnen kann. Der Unterschied ist, dass eines innerhalb von acht Stunden nach dem Tod durchgeführt wird und das andere acht Stunden nach dem Tod. Außerdem wird ein Totenbeschwörer die Leiche konservieren um weitere Verwesung zu verhindern und das Gehirn der Leiche kontrollieren, damit diese folgsam ist…“

„Bedeutet das, dass jeder Totenbeschwörer weiß, wie man Auferweckung anwendet?“ Urteil runzelte die Stirn.

„Nein.“ Ich schüttelte den Kopf und erklärte: „Es ist einfach, eine Leiche in eine folgsame Puppe zu verwandeln, aber schwierig sie wahrlich wiederzubeleben. Den Spruch innerhalb von acht Stunden nach dem Tod auszuführen ist die einfachste Bedingung. Abgesehen davon wird eine äußerst starke Fähigkeit, heiliges Licht zu verwenden, benötigt. Allein dieser Punkt macht es einem Totenbeschwörer unmöglich, es durchzuführen.

Außerdem ist da noch die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlages und der Preis der Wiederbelebung. Abschließend kann ich dir nur sagen, dass du mir besser nicht die Möglichkeit geben solltest, Auferweckung auf dich anzuwenden. Das liegt daran, dass ich nicht garantieren kann, ob dir irgendwelche Körperteile fehlen, nachdem du wiederbelebt wurdest, oder sogar schlimmeres…“

Urteils Gesichtsausdruck veränderte sich und er knurrte: „Schlimmeres? Würde ich eine untote Kreatur werden?“

Ich antwortete ehrlich: „Das wird nicht passieren, da du keine untote Kreatur werden würdest, solange du innerhalb von acht Stunden nach dem Tod wiederbelebt wirst. Du könntest jedoch, anstatt etwas zu verlieren, etwas hinzu gewinnen. Zum Beispiel könnten dir Hörner auf dem Kopf wachsen, ein Schwanz aus deinem Hinterteil sprießen, oder du große Brüste bekommen, obwohl du männlich bist. Eine Frau könnte einen extra…“

„Genug!“ Urteil holte tief Luft und schüttelte den Kopf. Er sagte: „Diese Auferweckung wirkt äußerst unberechenbar.“

Ich nickte und sagte: „Natürlich. Wenn Wiederbelebung einfach wäre, wer wäre unwillig zu sterben? Außerdem, obwohl jeder sagt, der Papst wisse nicht, wie man Auferweckung verwendet, ist es nicht so, dass er sie nicht anwenden kann, sondern dass seine Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Wiederbelebung sehr gering ist. Sie ist so gering, dass er es überhaupt nicht wagt, den Spruch auszuführen, da es Nebenwirkungen geben könnte…“

„Vollständige Wiederbelebung?“ fragte Urteil.

„Ist eine Wiederbelebung ohne jegliche Nebenwirkungen.“ Ich seufzte und sagte: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine vollständige Wiederbelebung erreiche, ist ungefähr eines aus vier. Das ist genug, um den alten Papst extrem eifersüchtig zu machen. Er sagte, dass das die höchste Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Wiederbelebung ist, die irgendjemand in den letzten fünfhundert Jahren erreicht hat.“

Urteil nickte um zu zeigen, dass er verstand und fuhr dann fort mit seiner Analyse: „Das Kloster des Gottes des Krieges befürchtet, dass, sobald du Auferweckung gemeistert hat, die Anführer aller Länder die Religion ihres Landes ändern und den Gott des Lichtes anbeten werden. Das liegt daran, dass sie mit deinem Spruch der Auferweckung den Tod nicht länger fürchten müssten.“

Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Dann haben sie etwas missverstanden. Auferweckung hat nicht den geringsten Effekt auf jene, die an hohem Alter oder an Krankheit gestorben sind. Personen, die an hohem Alter gestorben sind, werden sofort nach der Wiederbelebung erneut sterben, da sie ihren Todeszeitpunkt bereits erreicht haben. Dasselbe gilt für jene, die an Krankheit gestorben sind. Selbst wenn sie wiederbelebt würden, wäre ihre Krankheit nicht geheilt und sie würden erneut sterben. Jene, die Angst haben, getötet zu werden oder an einer Krankheit zu sterben, sollten lieber mehr fähige Ritter, Geistliche und Heiler einstellen, da sich selbst zu schützen mehr Hoffnung verspricht als Wiederbelebung.“

„Du hast Recht.“ Urteil nickte, erinnerte mich dann aber: „Aber wenn selbst mir die vielen Einschränkungen von Auferweckung nicht klar sind, wie sieht es dann mit dem Kloster des Gottes des Krieges aus?“

Als ich das hörte, wurde ich still. Wenigstens eines der Mysterien war jetzt aufgeklärt. Der Grund, warum das Kloster des Gottes des Krieges Adair töten wollte, war um zu bestätigen, ob ich Auferweckung tatsächlich gemeistert hatte. Ich hatte das Gefühl als ob ich dadurch, dass ich die Wahrheit hinter der Geschichte verstand, ich ein Problem mehr zu lösen hatte, anstatt eines weniger.

Wie kann ich allen klar machen, dass Auferweckung nicht so nützlich ist, wie sie zu sein scheint? Wenn ich das nicht tue, was wird aus meinen friedlichen Tagen, wenn eines Tages irgendwelche einflussreichen Leute sterben und alle zwecks Wiederbelebung zu mir strömen?

Urteil fuhr fort: „Und was die Sache, dass Elijah Adair gerettet hat, angeht, Elijahs Ruf ist nicht schlecht, also hat er wahrscheinlich mit Gerechtigkeit im Sinn gehandelt.“

„Du kennst Elijah?“ fragte ich neugierig. Warum kennen so viele Leute diese Person! Ist er wirklich derart berühmt?

Urteil nickte. „Elijah hat nicht nur einen guten Ruf unter den königlichen Rittern“, sagte er. „Er hat überall Freunde, inklusive vieler heiliger Ritter. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber einige Mitglieder meines Urteilsritterzuges sind mit ihm bekannt. Jedoch…“ Er hörte plötzlich auf zu sprechen um mich einen Moment anzustarren, bevor er fortfuhr: „Wo wir gerade davon sprechen, dein Sonnenritterzug scheint Elijah sehr nahe zu stehen. Dass er eingreifen würde, um Adair zu retten, ist nicht seltsam für ihn.“

„Warum steht mein Sonnenritterzug einem königlichen Ritter derart nahe?!“ rief ich etwas unzufrieden. Obwohl der Kronprinz, der wahre Anführer der königlichen Familie, und ich, ihr Anführer, sehr im Widerstreit standen, gingen sie und wurden beste Freunde mit seinem Untergebenen.

Urteil öffnete langsam den Mund und beantwortete meine Frage mit einer Gegenfrage: „Sollte nicht ich dich das fragen, Hauptmann des Sonnenritterzuges?“

Ich war sprachlos und konnte nur schnell sagen: „Lass mich Adair fragen gehen – “

Urteil schnitt mir sofort das Wort ab und rügte mich: „Adair ist äußerst folgsam dir gegenüber und hat sich diese ganze Zeit ausgeruht. Nachdem dem so ist, solltest du, der Hauptmann, wenigstens während seiner Genesung die Pflichten ausführen, die ursprünglich deine waren!“

Tsch! Ich wurde tatsächlich von Urteil ausgeschimpft. Das ist alles die Schuld von… dem Kloster des Gottes des Krieges.

Ein wenig ärgerlich sagte ich: „Okay, okay! Ich gehe jetzt jemand anderen fragen.“

Sofort, nachdem ich das gesagt hatte, sprang ich vom Bett, richtete meine Kleidung und wollte gerade die Tür öffnen, um zu gehen…

„Sonne!“

Genervt drehte ich mich um und fragte: „Was? Ich habe bereits gesagt, dass ich nicht Adair fragen würde.“

„Du hast dein Gesicht nicht gewaschen…“

Einst hatte ich einen allmächtigen Vize-Hauptmann, aber ich konnte ihn nicht richtig wertschätzen. Erst nachdem ich ihn verloren hatte, erkannte ich, wie wertvoll er war… Ohne Adair konnte ich nicht einmal meinen eigenen Sonnenritterzug finden!

Mit viel Mühe hörte ich von Sturm, dass sie sich vielleicht in der Blattknospen Kneipe befanden. Ich eilte sofort beleidigt hin.

Diese Kerle! Hatte ich sie nicht gewarnt, so weit als möglich zu vermeiden, den Heiligen Tempel zu verlassen? Jeder einzelne von ihnen hat meinen Rat ignoriert. Scheint so, als wäre es zu lange her, dass ich jemanden von einer Klippe geworfen habe!

Nicht viel später hatte ich erfolgreich alle Mitglieder des Sonnenritterzuges auf der Straße eingesammelt. Jeder einzelne von ihnen trug Zivilkleidung und wanderte lässig auf der Straße herum. Sobald sie mich sahen, lächelten sie sogar und winkten mir fröhlich zu!

Ich grinste, hob sanft meinen Zeigefinger und deutete auf die Gasse auf der Seite und ging dann in die Gasse. Natürlich folgte mir der Sonnenritterzug hinein.

„Hauptmann! Sollen wir jemanden verprügeln?“ fragte Ed aufgeregt.

Ich ignorierte Ed und lächelte während ich zu dem gesamten Zug sagte: „Sonne erinnert sich, seine Brüder gewarnt zu haben, den Heiligen Tempel in nächster Zeit nicht zu verlassen, nicht wahr?“

Nachdem ihr es gewagt habt, meinen Rat zu ignorieren, denke ich, dass ihr alle den Grund vergessen habt, warum ihr ursprünglich von einer Klippe gesprungen seid!

Der Sonnenritterzug verdiente es tatsächlich, mein Zug zu sein, da ihnen mein unnatürlich breites Lächeln sofort Gefahr signalisierte. Die Farbe wich aus all ihren Gesichtern und die faulen Rowdys verwandelten sich augenblicklich in Ritter, die hab acht standen.

Ich hörte auf zu lächeln und funkelte Ed, welcher mir am nächsten stand, kalt an. Ed stammelte, als er erklärte: „H-Hauptmann, w-wir haben Zivilkleidung angezogen, n-nicht die Uniform des Sonnenritterzuges…“

„Und dann gingen über zwanzig Personen als Gruppe aus?“ fragte ich mit einem erneuten Lächeln. „Nun verstehe ich. Ich muss mir tatsächlich keine Sorgen machen, da die Krieger des Klosters des Gottes des Krieges nur wissen, wie man kämpft und vermutlich keine Augen haben und euch daher gar nicht erkennen können!“

Ed erklärte eilig: „Hauptmann, w-wir haben auf Sie gehört. Das ist das erste Mal, dass wir den Heiligen Tempel in den letzten Tagen verlassen haben. Wir haben Elijah in die Kneipe eingeladen um ihm ein Getränk zu spendieren, als D-Dank dafür, dass er Adair gerettet hat.“

„So war das also!“ sagte ich mit einem Nicken. Als ich sah, wie alle Mitglieder des Sonnenritterzuges einen sichtbaren Seufzer der Erleichterung ausstießen, packte ich Ed am Kragen und knurrte: „Das erinnert mich an etwas anderes. Ich habe gehört, dass ihr und Elijah euch bereits sehr nahe standen, richtig? Zuvor hat mir das Chaos, dass diese fette Sau von einem König verursacht hat, doppelte Kopfschmerzen verursacht und nun macht der Kronprinz es fünf Mal so schlimm! Und trotzdem macht ihr euch eine schöne Zeit! Ihr habt es tatsächlich gewagt, euch heimlich hinter meinem Rücken mit dem Untergebenen des Feindes zu verbrüdern!“

„Wir haben uns nicht heimlich mit ihm verbrüdert, Hauptmann!“ Ed war den Tränen nahe, als er sagte: „Wir kennen Elijah, da wir ihn einmal verprügelt haben.“

„Warum habt ihr jemanden ohne Grund verprügelt?“

Ich hatte ihnen definitiv nicht befohlen, das zu tun. Ich hatte noch nie zuvor von dem Namen Elijah gehört, daher war es mir unmöglich, dem Sonnenritterzug zu befehlen, ihn zu verprügeln.

„D-Das liegt daran, dass wir die falsche Person verprügelt haben… Und wir haben erst bemerkt, dass wir den Falschen erwischt haben, nachdem wir ihn verprügelt hatten, d-deshalb haben wir ihm schnell geholfen, seine Wunden zu heilen und ihm dann als Entschuldigung einen Drink spendiert.“

Ist das die sogenannte ,Freundschaft aus Konflikten‘? Aber das bezieht sich normalerweise auf zwei Personen, die miteinander kämpfen, nicht auf eine Gruppe, die sich gegen einen Einzelnen zusammentut, oder?

Ich war eine Weile sprachlos. Dann schimpfte ich: „Ihr seid sogar auf die falsche Person losgegangen! Ich verstehe wirklich nicht, wie ihr ausgewählt wurdet, um dem Sonnenritterzug beizutreten!“

Ed protestierte leise: „Hauptmann, das war das erste Mal, dass wir auf jemanden losgegangen sind! Es gibt immer die Möglichkeit eines Fehlschlages, nicht wahr?“

„Wenn ich derjenige gewesen wäre, den ihr versehentlich zusammengeschlagen habt, könntet ihr euch entspannen, denn das wäre das erste und letzte Mal gewesen, dass ihr je einen Fehler gemacht hättet!“ rügte ich ihn kalt.

Ed lächelte sofort und sagte: „Hauptmann, wie könnten wir Sie versehentlich zusammenschlagen? Ihr seid eine herausragende Person, die sogar die Götter beneiden und ihr seid von tausend Strahlen verheißungsvollen, goldenen Lichtes umringt –“

„Sie haben rosige Lippen und rein weiße Zähne –“, fügte ein anderes Zugmitglied hinzu.

„Ihre Haut ist milchweiß –“

„ – Wenn sie den Kopf drehen und lächeln, könnten Sie hundert Menschen bezaubern!“ rief ein vierter aus.

„Haltet den Mund!“ Ich rollte die Augen. Wenn ich zurückkehre muss ich Adair bitten, die Sprachausbildung der Zugmitglieder zu verbessern. Hört euch bloß an, was sie für Adjektive verwenden? Die Bastarde!

„Hauptmann…“ Ed untersuchte meinen Gesichtsausdruck sehr sorgfältig. Er fragte mit einer Stimme, die so leise war wie ein Insekt: „Können wir jetzt Elijah suchen gehen? Die verabredete Zeit ist bereits vorüber…“

Ich dachte ein wenig darüber nach. Bisher schien alle Information, die ich gesammelt hatte, anzudeuten, dass Elijah Adair vermutlich aus Aufrichtigkeit heraus gerettet hatte und nicht in irgendeine Verschwörung verwickelt war. Da dem so war, sollte ich als Hauptmann ihm auch meinen Dank ausdrücken.

Immerhin, wenn Adair wirklich getötet worden wäre und ich dadurch gezwungen gewesen wäre, Auferweckung auf ihn anzuwenden, wer weiß, ob der wiederbelebte Adair nicht irgendwelche Teile verloren hätte, oder schlimmer noch, etwas extra hinzugewonnen hätte.

Halb so wild, wenn er ein zusätzliches Horn oder einen Schwanz hätte – das könnte ihn sogar stylischer machen! Wenn allerdings seine Brüste vergrößert würden, dann hätte ich keinen Vize-Hauptmann mehr… Wie fähig Adair auch sein möge, wenn er mit hüpfenden Brüsten auf mich zuliefe, würde ich ihn trotzdem von einer Klippe werfen!

Nachdem ich mir Adair mit großen Brüsten vorgestellt hatte, fühlte ich mich danach, nieder zu knien und Elijah anzubeten. Ich sagte eilig zu den Zugmitgliedern: „Wenn der verabredete Zeitpunkt bereits vorbei ist, warum seid ihr dann noch hier? Lasst Leute nicht warten.“

Ich folgte dem Sonnenritterzug zur Blattknospen Kneipe. Für mich sind Kneipen unbekannte Orte. Immerhin bin ich der Sonnenritter, der dafür bekannt ist, nach drei Gläsern zusammen zu brechen, daher kann ich nicht in eine Kneipe gehen um zu trinken. Nur wenn ich nach Leuten suche (um Informationen zu erhalten, hatte ich keine andere Wahl, als durch die ganze Stadt zu rennen und nach Sturm zu suchen. Am Ende fand ich ihn stockbesoffen in einer Taverne. Er wachte erst auf, nachdem ich ihn mehr als zehn Mal geohrfeigt hatte. Das war auch das siebente mal, dass ich ihn wütend gemacht hatte) und im Vorübergehen (während einem Kampf auf der Straße mit untoten Kreaturen wurde ich weggeschleudert und bin durch eine Kneipe gekracht) war ich bereits in Kneipen.

Da ich der Hauptmann war, betrat ich als Erster die Kneipe. Zuerst schenkten die Leute in der Kneipe dem keine Beachtung. Aber da sie neugierig waren, drehte sich bald einer nach dem anderen um, um einen Blick auf uns zu werfen. Sobald sie den Kopf drehten, waren ihre Augen auf mich fixiert.

Ich sah mich in der Kneipe um und bemerkte, dass mehr als ein paar Kunden darin waren. Die Umgebung war nicht zu dreckig und unordentlich, aber sie konnte auch nicht als sauber und ordentlich bezeichnet werden. Sie war jedoch ziemlich groß. Abgesehen von dem hauptsächlichen Essensbereich, welcher von vielen Zimmern umgeben war, gab es auch noch einen ersten Stock.

Als ich meinen Blick über den Tresen schweifen ließ, kam mir die Rückansicht eines Mannes, welcher neben dem Tresen saß, sehr bekannt vor. Ich war sicher, dass ich diese Person schon irgendwo von hinten gesehen hatte!

Außerdem konnte ich mich nicht erinnern, wie diese Person von vorne aussieht, also hatte ich ihn wahrscheinlich nur von hinten gesehen. Aber das Seltsamste ist, warum erinnere ich mich so gut an die Rückansicht dieser Person?

In diesem Augenblick rief plötzlich jemand: „Ich bin ein guter Mensch, nehmt mich nicht fest!“

Danach begannen alle zu schreien und zu brüllen, als ob sie in ihrem ganzen Leben noch nichts gesagt hätten.

„Ich habe nicht die Unterwäsche meines Nachbarn, Herrn Flowers, gestohlen, sie wurde vom Wind weggeweht!“

„Ich zahle nach einem Drink immer meine Rechnung, ich habe noch nie die Zeche geprellt!“

„Ich habe noch nie zuvor die Wände der Kirche des Gottes des Lichtes beschmiert!“

Ed und die anderen Mitglieder des Sonnenritterzuges sprangen schnell hervor und er erklärten: „Beruhigt euch bitte. Wir sind nicht hier um jemanden festzunehmen, sondern um zu trinken.“

„Wem wollt ihr was vormachen! Jeder weiß, dass der Sonnenritter keinen Alkohol verträgt!“

„Das stimmt! Ich habe gehört, dass sein Gesicht beim ersten Glas rot wird, er beim zweiten Kopfschmerzen bekommt und er beim dritten zusammenbricht.“

„Diese Alkoholtoleranz ist absolut unpassend für einen Mann… Nein! Ich habe nichts gesagt!“

Als er das sah, wurde Ed panisch und rief: „Der Hauptmann ist nur hier, um beim Spaß dabei zu sein!“.

„Ed“, rief ich ihn.

Eds Gesichtsausdruck veränderte sich sofort und er erklärte mir eilig: „Hauptmann, ich habe das, was ich gerade gesagt habe, nicht so gemeint, wirklich…“

Wenn du diese letzte Aussage nicht hinzugefügt hättest, hätte ich geglaubt, dass du das nicht so gemeint hast… Ich unterdrückte das Verlangen, mit den Augen zu rollen, da ich im Moment der ewig lächelnde Sonnenritter war. Ich deutete auf die Person neben dem Tresen, die mir bekannt vorkam und sagte: „Ladet diesen bezaubernden Ritter ein, mit uns zu trinken!“

Ed sah in die Richtung, in die ich zeigte, nickte und sagte: „Oh, Hauptmann, Sie kennen Elijah also auch.“

Was? Das war Elijah?

Bevor ich reagieren konnte, war Ed zu der Person gejoggt, hatte ihm auf die Schulter geklopft und schamlos gesagt: „Hey! Wir sind da, Elijah! Du hast nicht lange gewartet, oder?“

Die Person blaffte: „Ja! Ich habe nur eine halbe Stunde gewartet. Das ist viel besser als letztes Mal, wo ich eine Stunde warten musste… da frage ich mich wirklich, wer hier seine Dankbarkeit ausdrückt.“

„Hahaha! Sei nicht so heikel!“ Ed klopfte ihm auf den Rücken und begrüßte ihn enthusiastisch: „Komm, lass mich dir jemanden vorstellen.“

„Wen?“ fragte er ein wenig neugierig.

Zu diesem Zeitpunkt trat ich hinter ihn. Er schien auch zu bemerken, dass jemand hinter ihm stand und in dem Moment, als er sich umdrehte… fror uns beiden das Lächeln im Gesicht ein.

„Das ist unser Hauptmann, der Sonnenritter“, stellte Ed mich ihm fröhlich grinsend vor, und fuhr dann fort, ihn mir vorzustellen: „Hauptmann, das ist Elijah.“

Ich tat mehrere tiefe Atemzüge, bevor ich ein perfektes, blendendes Lächeln zeigte. Ich grüßte: „Das ist, das erste Mal, dass wir uns begegnen. Ich grüße dich, Ritter Elijah.“

Erst nach meiner Erinnerung, erholte sich diese Person von ihrem Schock. Er antwortete schnell: „H-Hallo. Das ist das erste Mal, dass wir uns begegnen, Sonnenritter, daher war ich für einen Moment von Ihrer Eleganz überwältigt. Es tut mir wirklich leid.“

Ein Lächeln war blendend, das andere entspannt, aber vermutlich war nur uns beiden deutlich bewusst, dass der andere in Wahrheit bitter lächelte… Das war tatsächlich mein erstes Treffen mit Elijah, aber das zweite Mal, dass ich „Höllenritter“ sah.

Elijah war in Wahrheit derjenige, der in Streik getreten war – Höllenritter.

Aber wenn ich stärker darüber nachdachte, stimmte irgendetwas immer noch nicht! Ich hatte bereits Höllenritters ‚Vorderseite‘ gesehen, wie konnte mir sein Rücken also derart bekannt vorkommen, dass ich mich nicht einmal erinnern konnte, wie er von vorne aussah?

Was? Hast du gesagt, dass ich mich vielleicht falsch erinnert habe? Das ist nicht möglich! Nicht, dass ich angeben will, aber mein Gedächtnis ist so gut, dass ich mich sogar an die Siegeschancen für Wetten von vor dreizehn Jahren erinnere. Wie könnte ich mich falsch an etwas erinnern?! Ich vergesse höchstens unwichtige Sachen, wie dass Sturm mich erinnert, dass Morgen eine Sitzung stattfindet. Ich weiß nicht warum aber ich tendiere dazu, solche Sachen zu vergessen. Wie seltsam!

Während ich von Selbstzweifeln erfüllt war, grüßte uns die Kellnerin und führte uns in ein Privatzimmer. Sobald wir eintraten, drehte sich Ed um und sagte: „Hauptmann, was in diesem Privatzimmer passiert ist geheim. Selbst wenn wir laut sprechen, müssen wir uns keine Sorgen machen, dass die Menschen draußen uns hören.“

„Geheim?“ Mein gesamtes Gehirn war nun mit ‚Rückansicht‘, ‚Rückansicht‘ erfüllt. In dem Moment, als ich das Wort ‚geheim‘ hörte, ging mir ein Licht auf.

„Das stimmt!“ Ed lachte frech und flüsterte mir ins Ohr: „Es gibt sogar einen Geheimgang, durch den wir still verschwinden können.“

Geheimgang… Jetzt erinnere ich mich, jetzt erinnere ich mich wirklich!

Ich hatte den Rücken dieser Person in einem Geheimgang gesehen.

Ich hatte mich zuvor, aufgrund der Geschichte mit Roland, über einen Geheimgang in den Palast geschlichen und dabei zufällig gesehen, wie die Prinzessin einen Mann küsste. Zu diesem Zeitpunkt zeigte der Rücken des Mannes zu mir, weshalb ich nur seine Rückansicht sah!

Und die Person, deren Rücken ich sah, war Elijah… Also war der Mann, der eine geheime Affäre mit der Prinzessin hatte Elijah und Elijah war der Höllenritter!

Kein Wunder, dass die Prinzessin Höllenritter gegenüber einen derart ausgeprägten Beschützerinstinkt hatte. In Wahrheit schützte sie den Mann, den sie liebte!

Höllenritter hat tatsächlich ein Verhältnis mit der Prinzessin? Ich runzelte die Stirn und dachte darüber nach, ob das gute oder schlechte Neuigkeiten waren…

Ahahaha, natürlich sind es gute Neuigkeiten! Ich muss vom Gott des Lichtes gesegnet sein, da ich nun eine Möglichkeit habe, den Sohn des Gottes des Krieges davon abzuhalten, die Prinzessin zu heiraten! Hahaha!

„H-Hauptmann?“ fragte Ed vorsichtig.

Ich war in einer äußerst guten Stimmung und lächelte breit, als ich sagte: „Hmm? Was ist los?“

Ed trat langsam zwei Schritte zurück. Er schluckte, wich meiner Frage aus und sagte stattdessen: „Was das angeht, die Kellnerin nimmt gerade unsere Bestellungen auf, gibt es also etwas, das Sie essen möchten, Hauptmann?“

Ich grinste und sagte: „Ich will zwei Platten Rind und zehn Flaschen harten Alkohol!“

Die Kellnerin nickte und ging um die Speisen vorzubereiten.

Ed kratzte sich am Kopf und fragte: „Hauptmann, da wir so viele sind, sind zwei Platten Rind nicht zu wenig für alle?“

„Hihi, wer hat gesagt, dass ich mit euch teilen würde? Ich werde hier ein schönes Gespräch mit Ritter Elijah haben, also kann der Rest von euch nach nebenan gehen und essen!“

Als sie das hörten, waren Ed und die anderen Mitglieder des Sonnenritterzuges sprachlos. Elijah machte ein skeptisches Gesicht.

Ich lächelte und sagte: „Keine Sorge, ich will mich bloß ordentlich bei Ritter Elijah bedanken.“ Für den Sonnenritterzug fügte ich mit leiser Stimme hinzu: „Beeilt euch und haut ab! Oder jucken eure Knochen so sehr, dass ihr von einer Klippe springen wollt, um sie zu brechen und den Juckreiz loszuwerden?“

Ed drehte sich sofort um und klopfte Elijah auf den Rücken. Er lächelte und sagte: „Elijah, ich wünsche dir ein schönes Gespräch mit unserem Hauptman! Wir werden später wiederkommen…“

Nachdem wir Freunde waren, werden wir zurückkehren um deine Leiche zu begraben! Der Gesichtsausdruck aller Mitglieder des Sonnenritterzuges war einer der Trauer.

Ich sah zu, wie der Sonnenritterzug Elijah zum Abschied winkte, mit ‚Lebwohl für immer‘, ‚wir haben dich im Stich gelassen‘ und ähnlichen Gesichtsausdrücken. Als sie das Privatzimmer verließen, trat die Kellnerin ein und platzierte zehn Flaschen harten Alkohol und zwei Teller Rind auf dem Tisch. Sie starrte Elijah und mich eine Weile an, bevor sie bereit war, hinaus zu gehen.

„Sonnenritter…“ Elijah beobachtete mich vorsichtig.

„Hmm?“ Ich lächelte, als ich alle zehn Flaschen Alkohol auf dem Tisch öffnete.

„Sie scheinen sehr guter Stimmung zu sein?“ fragte er, ein wenig argwöhnisch und verwirrt.

Ich lachte laut und sagte: „Das stimmt!“

Er runzelte erneut die Stirn und fragte: „Hat das etwas mit mir zu tun?“

„Natürlich hat es das. Mir ist plötzlich eine Möglichkeit eingefallen, um das Problem mit deiner anderen Identität zu lösen.“ Wie ein Teufel flüsterte ich verführerisch: „Wenn du bereit bist, etwas für mich zu tun, so dass ich dem Papst Rede und Antwort stehen kann, wirst du von nun an nicht mehr der Höllenritter sein.“

Zuerst wirkte Elijah begeistert. Dann wurde sein Gesichtsausdruck dunkler und er sah mich misstrauisch an. Er sagte ernsthaft: „Ich werde die königliche Familie nicht verraten.“

Ich grinste und sagte: „Entspann dich! Ich würde dich niemals bitten, die Prinzessin zu verraten. De facto, ist das sogar von großem Vorteil für dich und die Prinzessin.“ Jedoch könntest du den Kronprinzen ein klein bisschen verraten.

Elijah sah mich zweifelnd an und fragte: „Was willst du, dass ich tue?“

Ich schnappte mir eine Flasche Alkohol und rief ihm zu: „Aiya! Lass uns das Geschäftliche auf später verschieben. Komm, wir trinken zuerst ein paar Flaschen Alkohol. Prost!“

Nachdem ich die gesamte Flasche auf einen Zug ausgetrunken und den Schaum von meinen Mundwinkeln gewischt hatte, bemerkte ich, wie Elijah mich sprachlos anstarrte. Ich lächelte, schüttelte die leere Flasche und sagte: „Du bist dran.“

Elijah sah die verbleibenden neun Flaschen Alkohol auf dem Tisch an und sein Gesicht wurde sofort blass.

Ungefähr zwei Stunden später hatte ich das Gefühl dass es an der Zeit war und schickte die Kellnerin Ed und die Anderen zurückholen.

In dem Moment, als sie eintraten, sahen sie, dass Elijah bewusstlos auf dem Tisch zusammengebrochen war. Schockiert fragte mich Ed leise: „Was ist Elijah passiert? Hauptmann, Sie haben ihn nicht wirklich getötet, um ihn zum Schweigen zu bringen, oder?“

Ich lächelte und erklärte: „Nichts derartiges ist passiert, er ist bloß betrunken. Ritter Elijah hat eine derart hohe Alkoholtoleranz! Er hat ganz alleine zehn Flaschen Alkohol ausgetrunken.“

„Zehn Flaschen?“

Allen fiel die Kinnlade herunter. Ed stotterte: „W-Wie ist das möglich? Das ist der ‚betrunken-in-einem‘ Alkohol. Es heißt, dass niemand nüchtern bleiben kann, nachdem er eine Flasche davon getrunken hat. Selbst Elijah schafft allerhöchstens eineinhalb Flaschen…“

Ich runzelte die Stirn. War dieser Alkohol wirklich so stark? Kein Wunder, dass Elijah mit einem Flatsch auf den Tisch gefallen und nicht wieder aufgewacht war.

So, wie die Dinge standen, konnte ich mich nur so verstellen und seufzen: „Da wir uns so fröhlich unterhielten, hat er, ohne es zu bemerken, zehn Flaschen getrunken. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich ihn aufgehalten.“

Niemand schien von meiner Erklärung überzeugt zu sein. An diesem Punkt erinnerte ich sie: „Ich habe noch Sachen zu erledigen, daher werde ich als Erstes gehen. Denkt daran, dass ihr Elijah nach Hause schickt. Lasst ihn nicht an einem Ort wie diesem schlafen, oder er wird sich erkälten.“

Ed und die anderen Mitglieder des Zuges nickten mit ausdruckslosen Gesichtern.

Ich ging mit dem Rücken zu ihnen, da ich nicht widerstehen konnte, mir die Lippen zu lecken. Dieses ‚betrunken-in-einem‘ war unerwartet gut. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich Elijah nicht eineinhalb Flaschen davon gegeben. Tss tss! Nachdem ich Roland darum bitten würde, ein paar Sachen für mich zu erledigen, könnte ich ihn genauso gut hierher bringen und als Souveräner Drache weitertrinken.

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 5 Ende]

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