Die Legende des Sonnenritters B2K4: „Kümmere dich um die Mitglieder des Sonnenritterzuges“

Die Legende des Sonnenritters Band 2: Die täglichen Pflichten eines Ritters

Chinesisches Original von: 御我 (Yu Wo)

Englische Übersetzung von: Raylight


Tägliche Pflicht des Sonnenritters Nr. 4: „Kümmere dich um die Mitglieder des Sonnenritterzuges“ – übersetzt von Ariana

Roland hatte nicht das geringste Interesse in Bezug auf Design und Material der Kleidung. Wenn die Schneiderin nicht gesehen hätte, wie gutaussehend er war und ihn stur für Abmessungen eingespannt hätte, während sie die Designs mit sich selbst besprach, denke ich, dass er einfach die Worte: „Drei Sets Gewand für einen Krieger. Hier ist die Anzahlung,“ hinterlassen hätte und dann spurlos verschwunden wäre.

Was ich jedoch nicht erwartet hätte, war, dass nicht einmal das Waffengeschäft Rolands das geringste Interesse in Roland wecken konnte. Er nahm nur desinteressiert ein Metallschwert in die Hand. Aber wenn ich darüber nachdachte, abgesehen davon, dass es eine Aura der Dunkelheit ausstrahlte, war Rolands magisches Schwert auch von einer selten gesehenen Schärfe. Wie könnte er damit Interesse an einem Schwert, das in einem normalen Waffengeschäft gekauft werden konnte, zeigen?

Am Ende nahm das Süßwarengeschäft den Großteil unserer Zeit in Anspruch. Alleine die Lollis, die Rosa kaufte, nahmen zwei große Taschen in Anspruch und davon füllten die Erdbeer-Lollis eine halbe. Im Endeffekt ließ uns das Warten auf den Erdbeer-Shortcake, der fast fertig war und frisch aus dem Ofen kam, nicht genug Zeit, um das Puppengeschäft zu besuchen.

Bevor wir zu der kleinen Hütte zurückkehrten, begann Rosa zu jammern wie ein verwöhntes Kind: „Puppengeschäft, lasst uns zum Puppengeschäft gehen! Ganz kurz würde schon reichen.“

Ich sagte unglücklich: „Lasst uns nächstes Mal hingehen! Mein Zeitlimit für die Verwandlung ist beinahe aufgebraucht und wenn das so weitergeht, werde ich von der Heiligen Brigantine des Drachen noch komplett leergesaugt.“

„Wer hat gesagt, dass das passieren wird? Letztes Mal hast du überlebt, obwohl du so viel geblutet hast. Du bist schwieriger zu töten als eine untote Kreatur…“

Nachdem ich Rosa ein Augenrollen zu Teil werden ließ, schenkte ich ihr keine weitere Aufmerksamkeit. Ich wechselte dazu, mich mit Roland zu unterhalten: „Diesmal hat die Zeit nicht ausgereicht, nächstes Mal nehme ich dich zu interessanteren Orten mit.“

Roland nickte: „Das Haus verlassen zu können ist schon ziemlich gut.“

Ich weiß nicht, ob wir heute Roland oder Rosa auf einen Spaziergang begleitet haben… Scheint, als müsste ich nächstes Mal gut darüber nachdenken, wohin ich Roland mitnehme, auf dass er sich nicht langweilt.

Nachdem ich mich von den zweien verabschiedet hatte, hielt ich beim Gehen mein Sonnenritter-Lächeln aufrecht. Wie erwartet war ich im Zentrum der Aufmerksamkeit, egal wo ich hinging, selbst, wenn es sich um eine Straße handelte, die in der Stadt als extrem verlassen galt. Jedoch schienen die Blicke, die mir alle zuwarfen, etwas seltsam. Könnte es sein, dass meine Kleidung irgendwie unordentlich war? Ich blickte schnell hinunter und sah ein schwarzes Ganzkörpertrikot und eine silberne Rüstung… Ich hatte vergessen, die Verwandlung zu beenden!

Kein Wunder, dass mich alle anstarrten. In einem derartigen Aufzug wird man, egal wo man hingeht, als verdächtige Person betrachtet werden. Was hat sich der Schöpfer dieses Outfits gedacht, als er es ursprünglich entwarf? Könnte ein Attentäter überhaupt ein Attentat durchführen, wenn er so angezogen ist? Dieses Outfit ist sogar auffälliger als meine glitzernde Sonnenritter Rüstung!

Mein Herr, Euer Diener ist ein Outfit, das für nächtliche Bewegungen gedacht ist. Obwohl es tagsüber sehr auffällig ist, hat es Nachts einen hervorragenden Tarnungseffekt.

Ich war einen Moment lang wie erstarrt, erinnerte mich aber bald, dass es die Heilige Brigantine des Drachen war, die da sprach. Ich tröstete mich, indem ich murmelte: „Es liegt nicht daran, dass ich ein schlechtes Gedächtnis habe, niemand würde sich daran gewöhnen, seine Kleidung sprechen zu hören, nicht wahr? Heilige Brigantine des Drachen, solange es sich nicht um etwas extrem wichtiges handelt, sprich bitte nicht. Du hast mich erschreckt.“

Ja, mein Herr. Euer Diener wird es von nun an nicht mehr tun.

Warum fühlt es sich so an, als würde ich die Heilige Brigantine des Drachen schlecht behandeln…? Aber lassen wir das fürs Erste einmal beiseite, zuerst musste ich einen Platz finden, an dem ich die Verwandlung beenden kann. Falls mir das nicht gelänge, hätte das einen massiven Blutverlust zur Folge.

Ich sah mich überall um und suchte nach einem Ort, an dem ich mich zurück verwandeln konnte. Stattdessen sah ich in der Ferne meinen Sonnenritterzug in meine Richtung kommen. Ich duckte mich schnell in eine spärlich beleuchtete Gasse und wartete, bis sie großartig an mir vorbei geschritten waren und eine Taverne betreten hatten. Danach verließ ich den spärlich beleuchteten Bereich und neigte den Kopf um zu dem Gebäude zu sehen.

„Ein guter Hauptmann sollte nicht die Privatangelegenheiten seiner Untergebenen untersuchen… Aber andererseits, wann war ich jemals ein guter Hauptmann?“

Nachdem ich mental begründet hatte, dass ich eindeutig kein guter Hauptmann war, fand ich einen Ort, wo niemand in der Nähe war, erklomm schnell die Wand zum Dach der Taverne und begann nach den Mitgliedern meines Zuges zu suchen. Ich fand sie ohne viel Energie aufwenden zu müssen in dem Privatzimmer der Taverne. Glücklicherweise war die Taverne aus Holz gebaut und der Lärm, der von den Kunden außerhalb verursacht wurde, war gedämpft. Das erlaubte mir, ohne viel Mühe mit meinem Dolch ein kleines, rechteckiges Loch ins Dach zu schneiden und es zu verwenden, um die Mitglieder meines Zuges auszuspionieren.

Ich brachte mein Auge zu der Öffnung und sah, wie zu erwarten, meine fünfundzwanzig Zugmitglieder an einem langen Tisch sitzen. Mein Vize-Hauptmann Adair saß sogar am Platz des Gastgebers und auf dem Tisch war einiges ausgebreitet.

Verdammt, das riecht wirklich gut!

„Was sollten wir tun, Adair? Wir können keine Möglichkeit finden, unseren Plan auszuführen und anzugreifen!“

Angreifen? Wenn wollen sie angreifen? Ich runzelte die Stirn.

„Sollten wir es dem Hauptmann berichten? Der Hauptmann weiß vielleicht gar nicht davon…”

Adair schüttelte den Kopf und antwortete: „Auf keinen Fall. Nachdem der Hauptmann es uns schon aufgetragen hat, dann müssen wir uns selbst darum kümmern, egal was passiert. Sagt nicht, dass ihr schon die erste Lektion, die uns der Hauptmann erteilt hat, vergessen habt?“

Die Mitglieder sahen einander einer nach dem anderen mit einem bitteren Lächeln an und antworteten dann einstimmig: „Wenn ich euch befehle, von einer Klippe zu springen, müsst ihr hinunterspringen. Ansonsten werde ich euch hinunter werfen und euch dann einen riesigen Felsbrocken zur Gesellschaft hinterher werfen!“

Nachdem sie fertig waren, lachten die Mitglieder des Zuges, bis sie hysterisch wurden. Einer von ihnen stupste den Kameraden neben ihm an und sagte lachend: „Ed, wie fühlt es sich an, von einer Klippe geworfen zu werden und dann von einem riesigen Felsbrocken gefolgt zu werden?“

Das Zugmitglied names Ed lächelte bitter. Er sagte seufzend: „Wenn man bedenkt, dass Hauptmann jedem, egal wer es ist, als erstes so ein strahlendes Lächeln schenkt. Er sieht so aus, als wäre er so gutmütig, dass er nicht einmal wütend würde, wenn man ihm zweimal auf den Kopf treten würde. Aber in Wahrheit, hat dein letztes Stündlein geschlagen, wenn du nicht demütig genug bist, ihn zweimal auf deinen Kopf treten zu lassen!“

„Gut gesagt!“ jubelten die anderen Zugmitglieder lauthals.

Was für ein Blödsinn. Ich habe keinerlei Interesse daran, anderen auf den Kopf zu treten! Derjenige, der gesprochen hat, heißt Ed, nicht wahr? Du solltest besser vorsichtig sein, ich werde mich an dich erinnern!

In diesem Augenblick sagte Adair hastig: „Sag das nicht so. Der Hauptmann ist immer noch ziemlich nett, er ist bloß zu uns, dem Sonnenritterzug, etwas strenger…“

Alle Mitglieder des Zuges drehten gleichzeitig die Köpfe, um ihn anzusehen.

Adair sah hilflos drein und fügte hinzu: „Und auch strenger zu jenen, die ihn provoziert haben…“

Alle hoben gleichzeitig die Augenbrauen, als ob sie Adair fragen wollten, wie er es schaffte, nach Strich und Faden zu lügen, ohne auch nur eine Miene zu verziehen.

Adair konnte nicht anders als zuzugeben: „Okay, er ist auch strenger zu jenen, die ihn möglicherweise in der Zukunft provozieren könnten… Aber was ihr auch sagen mögt, ihr könnt nicht abstreiten, dass der Hauptmann loyal ist!“

„Das stimmt tatsächlich.“ Die Mitglieder nickten alle mit dem Kopf.

Hehe, glücklicherweise habt ihr mit dem Kopf genickt, wenn nicht… Hmpf! Ihr wagt es tatsächlich, hinter meinem Rücken schlecht über mich zu reden? Ihr alle solltet besser Acht geben, ich werde mich daran erinnern!

Ein Mitglied des Zuges nieste und sah dann misstrauisch nach links und rechts. „Warum ist es plötzlich etwas kalt?“

„Finde ich auch. Lasst uns die Fenster schließen.“

Ed rammte seine Faust auf den Tisch und sagte verächtlich: „Dieser Kerl, Jacques, hat es nicht einmal gewagt, Adairs Herausforderung, mit ihm ein Duell Mann gegen Mann auszufechten, anzunehmen. Wenn man bedenkt, dass er ein hochrangiger Ritter ist!“

Jacques? Ich runzelte die Stirn. Wer ist das? Ist es möglich, dass er Adairs Feind ist und er daher versucht hat, meinen Namen dafür zu verwenden, dass der Sonnenritterzug ihm hilft, Rache zu nehmen?

„Aber Adair, bist du sicher, dass der Hauptmann weiß, dass Jacques Personen aus dem  Klosters des Gottes des Krieges als Wachen gefunden hat?“

Das Kloster des Gottes des Krieges? Ich war kurzzeitig fassungslos. Das kann nicht sein. Meine Mitglieder des Sonnenritterzuges haben tatsächlich das Kloster des Gottes des Krieges, das seine Basis im Nachbarland hat, provoziert? Das ist ein bisschen übertrieben.

Adair antwortete ein bisschen hilflos: „Ich bin mir nicht sicher, ob das dem Hauptmann bewusst ist. Aber, in dem Fall, dass er es tatsächlich bereits wusste und uns trotzdem den Befehl gegeben hat und wir daran scheitern seinen Befehl auszuführen und sogar zurückkommen und ihn damit belästigen…“

Warte, warte, was hat das mit mir zu tun? Ich kenne keinen Kerl namens Jacques und habe definitiv keinen Befehl erteilt, der die Beziehungen zwischen uns und dem Kloster des Gottes des Krieges belasten würde.

Ed legte plötzlich die Arme um seinen Kopf und rief: „Ah! Dann würde ich lieber mit diesen Kerlen aus dem Kloster des Gottes des Krieges bis zum Tod kämpfen, um zu verhindern, vom Hauptmann von einer Klippe geschmissen und dann von einem riesigen Felsbrocken begleitet zu werden.“

Als sie das hörten, begannen alle zu lachen. Sie begannen sogar, einen Aufruhr zu veranstalten und Sachen von sich zu geben, wie ‚es mit ihnen ausfechten‘, ‚sie in Leichensäcken nach Hause zu schicken‘ und ‚sie in die Eier treten‘ und – Warte, warte! Wenn ich noch mehr davon wiederhole, wird der Gott des Lichtes mich mit Blitz und Donner niederstrecken, um zu verhindern, dass ich Worte sage, die vielleicht die unschuldigen Seelen kleiner Kinder besudeln.

Eines der Zugmitglieder war etwas besorgt. „Aber wenn der Hauptmann wirklich nicht weiß, dass diese Angelegenheit mit dem Kloster des Gottes des Krieges in Verbindung steht, ist es keine gute Idee, voreilig zu handeln, oder?“ sagte er. „Obwohl wir uns doch schon mit einigen Feinden angelegt haben, war das immer unter den Anweisungen des Hauptmannes. Wenn der Hauptmann nicht die Absicht hat, das Kloster des Gottes des Krieges zu provozieren, dann…“

„Dann wird der Hauptmann uns alle umbringen“, antwortete Ed. Er klang so, als wollte er weinen.

Als sie das hörten, wurden sie alle, einer nach dem anderen niedergeschlagen und sahen am Ende alle zu ihrem Anführer… Natürlich nicht zu mir, der sich auf dem Dach versteckte, sondern zu Adair. Adair stieß einfach nur einen Seufzer aus und sagte hilflos: „Ich sollte besser den Hauptmann fragen gehen. Ihr tut im Moment noch nichts.“

„Danke für deine Mühe, Adair!“

„Du bist der einzige, der es schafft, ohne Missverständnisse zu verstehen, was zum Teufel der Hauptmann eigentlich sagt.“

„Wenn der Hauptmann dich deshalb von einer Klippe werfen will, werden wir dich heimlich unten auffangen“, tröstete ihn Ed.

Adair sagte streng: „Nein, nein! Wenn der Hauptmann herausfände, dass ihr das getan habt, werde ich eines noch schlimmeren Todes sterben. Bitte, lasst mich einfach fallen. Wenn der Hauptmann einen riesigen Felsbrocken hinterher werfen will, denkt daran, ihm schnell dabei zu helfen, diesen hinunterzuwerfen und wählt den größten und schwersten Felsbrocken aus.“

Die anderen Zugmitglieder sagten voll der Erkenntnis: „Oh! Adair, du bist wirklich clever! Wenn wir einen riesigen Felsbrocken hinunter werfen, wird der Hauptmann definitiv Angst haben, dass du direkt zum Gott des Lichtes gehen wirst und er wird schnell deine Wunden heilen. Der Hauptmann kann jegliche Verletzung sofort heilen.“

Adair begann zu lächeln, wobei er ein wenig verlegen wirkte.

Oh! Ich habe den Mitgliedern meines Zuges also noch nicht gesagt, dass ich die Technik um die Toten wieder zum Leben zu erwecken, gelernt habe. Selbst, wenn sie wirklich zum Gott des Lichtes gegangen wären, könnte ich sie immer noch in die Welt der Lebenden zurückkehren lassen, solange ihre Köpfe noch da sind.

Adair, du solltest mir besser eine gute Erklärung liefern können, hmpf!

Als ich zum Heiligen Tempel zurückkehrte, war ich von Zweifeln erfüllt. Ich wusste jedoch nicht, wann Adair mir Bericht erstatten würde und ich konnte keinesfalls zu ihm gehen und ihn fragen. Wenn ich das täte, würde dann nicht herauskommen, dass ich gelauscht hatte?

Glücklicherweise sah ich Sturmritter, welcher einen ganzen Stapel Dokumente hielt.

„Bruder Sturm“, rief ich ihn.

Sturm blieb wie angewurzelt stehen und fragte, als wäre er komplett daran gewöhnt: „Gibt es etwas, dass du mich fragen willst, Hauptmann Sonne?“

„Hast du schon mal von Jacques gehört?“

„Jacques?“ fragte Sturm zurück. „Meinst du den dritten Sohn von Baron Gerland?“

Der dritte Sohn von Baron Gerland, also war er Jacques! Ich hatte Adair einmal gesagt, diesen Kerl zu verprügeln, bis er nicht mehr in der Lage war, seinen Mund zu öffnen, um zu bereuen.

Adair, oh Adair, ich habe dir Unrecht getan. Du bist tatsächlich mein loyalster Vize-Hauptmann!

„Sonne?“ Sturm sah mich zweifelnd an.

Ich drehte den Kopf und sagte mit vollster Aufrichtigkeit: „Bruder Sturm, Sonne ist äußerst dankbar, dass du ihm geholfen hast, seine Zweifel zu zerstreuen. Deine Erklärung hat Sonne einen Moment der Erkenntnis verschafft, als ob die Regenwolken in seinen Gedanken zerstreut wurden um das Sonnenlicht zu zeigen. Es ist als ob der Gott des Lichtes in mein Herz herabgestiegen wäre und genug Schnee für einen gesamten Winter geschmolzen hätte.“

„Wenn du mir wirklich danken willst, dann bitte sprich mir gegenüber nie wieder Worte der Dankbarkeit aus. Ich bekomme schon vom Zuhören Kopfschmerzen…“

„Lass mich für eine weitere Frage bei dir Rat suchen. Hat es in letzter Zeit irgendwelche Nachrichten gegeben, dass Personen vom Kloster des Gottes des Krieges in unser Land gekommen sind?“

„Also weißt du bereits davon.“ Sturms Gesicht verdunkelte sich als er sagte: „Gesandte vom Kloster des Gottes des Krieges sind gestern angekommen. Es heißt, dass sie gekommen sind, um der Krönungszeremonie, die später abgehalten wird, beizuwohnen und dass sie in den Quartieren des Palastes, die speziell für Gäste reserviert sind, wohnen.“

Ich runzelte die Stirn. Was hat die Krönungszeremonie des Königreiches des Vergessenen Klanges mit dem Kloster des Gottes des Krieges zu tun? Immerhin ist das Königreich des Vergessenen Klanges die Basis der Kirche des Gottes des Lichtes und war noch nie das Territorium des Klosters des Gottes des Krieges.

„Eine derart wohlwollende Etikette des Klosters des Kriegsgottes ist es würdig von uns als Beispiel genommen zu werden.“ Diese Worte von mir waren eine heimliche Frage an Sturm und nicht bloß Worte der Höflichkeit als Gratulation.

Sturm lachte einmal kalt. „Selbst der Sohn des Gottes des Krieges ist hier. Diese Etikette ist vielleicht ein bisschen zu rücksichtsvoll.“

Der Sohn des Gottes des Krieges ist die Person mit der höchsten Position innerhalb des Klosters des Gottes des Krieges. Es ist ungefähr dieselbe Position wie der Sonnenritter der Kirche des Gottes des Lichtes, aber sie könnte sogar noch höher sein als meine. Obwohl ich der Anführer des Heiligen Tempels bin, kann mich der Papst vom Heiligtum des Lichtes kontrollieren. Und, um ehrlich zu sein, wenn der Urteilsritter einen Machtkampf mit mir austragen würde, wäre er nicht komplett unterlegen.

Im Kloster des Gottes des Krieges ist die Stellung eines Priesters jedoch immer unter der eines Kriegers. Unter den Kriegern hat der Sohn des Gottes des Krieges die alleinige Autorität, daher kann ihn keiner unter Kontrolle halten.

Daher ist es genauso seltsam, wenn der Sohn des Gottes des Krieges in das Königreich des Vergessenen Klanges kommt, wie wenn der Papst und ich zu der Basis des Klosters des Gottes des Krieges gingen, dem Königreich der Mondorchidee.

Sturm trat plötzlich zwei Schritte auf mich zu, beugte sich zu meinem Ohr und flüsterte: „Der jüngere Bruder der Kammerzofe der Prinzessin hat mir heimlich verraten, dass der Sohn des Gottes des Krieges in dem Moment, in dem er das Königreich des Vergessenen Klanges erreicht hatte, zuerst Seine Majestät den König und den Kronprinzen besucht hat und dann die Prinzessin besuchen gegangen ist. Außerdem hat das Kloster des Gottes des Krieges diesmal viel Gepäck mitgebracht und darunter sind viele schwere und fest verschlossene ‚Gepäckstücke‘.“

Gepäck? Ich denke, Verlobungsgeschenke trifft es eher. Also will der Sohn des Gottes des Krieges der Prinzessin unseres Landes einen Antrag machen!

„Und Baron Gerland könnte ebenfalls in diese Angelegenheit verwickelt sein, da durchaus einige Mitglieder des Klosters des Gottes des Krieges in seinem Haus ein und aus zu gehen scheinen…“

„Hauptmann Sonne.“

Sturm stoppte abrupt und trat einen Schritt zurück, wobei er denjenigen, der seine Worte unterbrochen hatte, wachsam ansah.

Ich drehte mich mit einem Lächeln zu der Person um und grüßte: „Hauptmann Urteil, was für ein wundervoller Abend.“

Urteil kam direkt zur Sache und sagte: „Seine Heiligkeit der Papst sucht nach dir.“

Oh, es ist an der Zeit. Ich nickte und antwortete einfach: „Mein Dank für die Nachricht von Bruder Urteil.“

Ich klopfte sanft an die Tür zum privaten Arbeitszimmer des Papstes. Einen Moment später bekam ich eine Antwort.

„Bitte komm herein.“

Als ich eintrat, sah ich jemanden vor dem Fenster, das vom Fußboden bis zur Decke reichte, stehen und die Aussicht bewundern. Ich verbeugte mich respektvoll: „Eure Heiligkeit, der Papst.“

„Warum solltet Ihr mich als ‚Eure Heiligkeit‘ ansprechen? Hauptmann Sonne, als Leiter des Heiligen Tempels ist Eure Position der meinigen gleichgestellt.“

„Sonne würde es nicht wagen, da ‚die Älteren zu respektieren‘ und ‚die Würdigen zu verehren‘ die grundlegenden Prinzipien sind, wie man sich verhalten sollte.“ Ich setzte eine starke Betonung auf den ‚die Älteren zu respektieren‘ Teil.

Als sie das hörte, drehte sich die Person um. Sein zartes und sanftes Gesicht ließ ihn aussehen als wäre er nicht älter als fünfzehn oder so und wenn er lächelt, sieht er aus wie ein von Unschuld erfüllter Jugendlicher.

Jedoch ist diese Person mindestens sechzig Jahre von den vier Worten „von Unschuld erfüllter Jugendlicher“ entfernt. Das liegt daran, dass dieser Jugendliche der Papst des Heiligtumes des Lichtes ist, der Kerl, den ich den ‚verdammten alten Mann‘ nenne.

Aber denkt nicht, dass ich ihn einen verdammten alten Mann nenne, weil ich neidisch auf seine Jugend wäre. Laut meinem Lehrer war der Papst bereits so, als mein Lehrer zehn Jahre alt war und an der Auswahl des Sonnenritters teilnahm. Als er vierzig war und dabei, in den Ruhestand zu gehen, war der Papst immer noch so.

Das bedeutet auch, dass die niedrigste Schätzung des Alters dieses verdammten alten Mannes mindesten sechzig ist, aber er besteht auf die Verwendung von Magie um seine Jugend bewahren zu können.

Das an sich wäre kein Problem, da sogar mein Lehrer heimlich Magie verwendet um sein jugendliches Äußeres aufrecht zu erhalten. Er jedoch ließ sein Aussehen ungefähr im Alter von dreißig Jahren bleiben. Nicht wie dieser verdammte alte Mann, der sich tatsächlich wie ein Jugendlicher im Alter von fünfzehn Jahren aussehen lässt. Er ist schamlos bis zum Extrem.

„Hauptmann Sonne, Ihr seid so eloquent wie immer.“ Der Papst lachte leise.

“Eure Heiligkeit der Papst, Ihr seid auch so jung wie immer”, sagte ich mit einem strahlenden Lächeln.

Wir beide lächelten einen Moment lang. Dann wurde das Gesicht des Papstes plötzlich ernst und er verwendete seine jugendliche Stimme um zu rufen: „Genug! Es sind keine anderen Menschen anwesend, also lass uns keinen Unsinn mehr reden. Das Kloster des Gottes des Krieges tritt uns bereits auf den Kopf, also warum haben wir immer noch interne Streitigkeiten?“

Mein Lächeln verschwand umgehend, als ich unglücklich zu ihm sagte: „Du wagst immer noch, das zu sagen? Der Kronprinz hat mir absichtlich Schwierigkeiten gemacht, indem er mich die Hymne des Gottes des Lichtes singen ließ, ohne dass ich vorher davon wusste. Du solltest lieber nicht schwafeln und mir sagen, dass du nichts davon gewusst hättest.“

Der Papst lachte hohl. „Das war auch in deinem Interesse“, erklärte er hastig. „Letztes Mal hast du dem König Schwierigkeiten gemacht und dadurch dafür gesorgt, dass der Kronprinz sehr unzufrieden mit dir war. Wenn wir ihn dich nicht bestrafen und damit den Hass in seinem Herzen befriedigen lassen, wird er niemals seinen Groll dir gegenüber aufgeben.“

Ich schnaubte kalt. Er hätte mir zuerst davon erzählen können! Ich kann sehr gut das unwissende Lamm spielen.

„Trotzdem, musstest du wirklich die gesamte Hymne des Gottes des Lichtes singen?“ Der Papst runzelte die Stirn, sagte aber erst nachdem er zu der Teekanne im Arbeitszimmer gegangen war und sich hingesetzt hatte, hilflos: „Ursprünglich war die Absicht, dich ein wenig das Gesicht verlieren zu lassen, damit dein Ruf etwas gedämpft wird. Aber am Ende hast du tatsächlich die gesamte Hymne des Gottes des Lichtes gesungen, was den gegenteiligen Effekt hatte.“

Ich lachte zum zweiten Mal bitter, da ich die Situation nicht erklären konnte, indem ich sagte, dass ich die gesamte Hymne des Gottes des Lichtes gesungen hatte, da ich kein Frühstück gehabt hatte und aufgrund des Hungers jegliche Vernunft verloren hatte.

„Und nun hat der Kronprinz sogar noch mehr Angst vor dir.“

„Als du dich mit ihm unterhalten hast, hast du da so getan, als ob du dir mit mir nicht einig wärst und über mich triumphieren wolltest?“ fragte ich besorgt.

„Natürlich.“ Der Papst zuckte mit den Schultern. „Dasselbe Bild wie üblich. Das Verhältnis zwischen dem Heiligtum des Lichtes und dem Heiligen Tempel ist turbulent, besonders unter der Oberfläche und der Papst und der Sonnenritter befinden sich sowohl in offenem Konflikt als auch in verdecktem Kampf… Möchtest du eine Tasse schwarzen Tee?“

„Ja.“ Ich nickte und fragte: „Und trotzdem wurden die Zweifel des Kronprinzen noch nicht zerstreut?“

Während er den Tee kochte, beschwerte sich der Papst: „Liegt das nicht daran, dass du es zuvor übertrieben hast? Du hast sogar den König dazu gezwungen, abzudanken… Denkst du nicht, dass der Kronprinz Angst haben wird, dass du es ebenfalls wagen würdest, ihn zu zwingen, abzudanken?“

„Wie kann man das vergleichen?“ wandte ich ein. „Ist ihm nicht klar, was für eine Persönlichkeit sein Vater hat? Seinen Vater dazu zu zwingen, abzudanken, ist eine Sache, aber den Kronprinzen mit seinem guten Ruf dazu zu zwingen, abzudanken? Ich würde nicht wagen zu sagen, dass ich es tun könnte.“

„Das stimmt tatsächlich, aber die Herzen der Menschen sind immer sehr argwöhnisch!“ Der Papst überreichte mir meinen schwarzen Tee und sagte hilflos: „Daher hat er sich entschieden, die Kirche des Gottes des Lichtes zu unterdrücken.“

„Und deshalb hat er das Kloster des Gottes des Krieges um Hilfe gebeten?“ Ich nahm die Tasse schwarzen Tee an und dachte nach, während ich an ihm nippte.

Der Papst schenkte sich ebenfalls etwas schwarzen Tee ein und erklärte, während er ihn trank: „Ja, die einzigen, deren Einfluss sich mit unserem messen kann, sind das Kloster des Gottes des Krieges und die Kathedrale des Schattengottes. Jedoch liegt die Kathedrale des Schattengottes weit entfernt und ihr Image tendiert in Richtung Dunkelheit. Unsere Bürger, welche das Licht gewöhnt sind, wären definitiv nicht in der Lage, das zu akzeptieren. Daher hat sich der Kronprinz entschieden, das Kloster des Gottes des Krieges zu benutzen.

„Und er beabsichtigt sogar, seine einzige Schwester mit dem Sohn des Gottes des Krieges zu verheiraten?“ Ich runzelte die Stirn. Das könnte kompliziert werden.

„Du bist ziemlich gut informiert. Ja, es ist genau so. Wenn die Prinzessin den Sohn des Gottes des Krieges heiraten würde, wären sie in der Lage, die Zahl ihrer Anhänger legitim im Königreich des Vergessenen Klanges auszudehnen“, sagte der Papst ebenfalls besorgt.

Ich keuchte vor Bewunderung auf. „Der Kronprinz plant, die Position der Kirche des Gottes des Lichtes durch die Anhänger des Gottes des Lichtes zu erschüttern. Er würde definitiv eine Menge Vorteile von dem Kloster des Gottes des Krieges erhalten. Selbst das wäre in sich schon gut. Obwohl es jedoch eindeutig hauptsächlich sein Tun war, hat er die Verantwortung auf Baron Gerland geschoben. Selbst Sturm dachte, dass es sich um die gute Tat von Baron Gerland handelte. Was für eine hinterhältige und schamlose Methode! Wahrlich Seiner Hoheit des Kronprinzen würdig, der bereits die ganze Zeit die Macht in Händen hielt.“

Der Papst rollte mit den Augen und sagte unglücklich: „Hör schon auf ihn zu bewundern und denk darüber nach, was du tun kannst! Die jüngeren Generationen heutzutage sind alle jung und energisch und haben bereits das Interesse an der Güte des Gottes des Lichtes verloren. Wenn der Glaube des Gottes des Krieges, welcher die Starken verehrt auch noch hierher käme, würden sie sofort zu Anhängern des Gottes des Krieges konvertiert werden!“

„Du solltest besser nicht vergessen, dass die Gläubigen zu festigen deine Hauptaufgabe als Werbeschild der Kirche des Gottes des Lichtes ist“, betonte er erneut. „Und du bist derjenige, der von vornherein dafür gesorgt hat, dass der Kronprinz uns fürchtet, was ihn dazu brachte, dass er mit dem Kloster des Gottes des Krieges kooperierte, um zu versuchen, uns zu unterdrücken.“

„Unsinn!“ schnaubte ich kalt. „Egal, ob ich etwas getan habe oder nicht, es war nur eine Frage der Zeit, bis der Kronprinz versuchen würde, uns zu unterdrücken. Dank dieser fetten Sau von einem König, ist der Ruf des Palastes in den letzten Jahren ins Bodenlose abgestürzt. Das hat dazu geführt, dass der Ruf der Kirche des Gottes des Lichtes zu einen nie dagewesenen Level aufgestiegen ist, da wir immer Acht auf den König gegeben haben und ihn davon abgehalten haben, mit der nationalen Politik herumzupfuschen. Nun hat es der Kronprinz mit viel Schwierigkeit geschafft, den Thron zu erklimmen, wie könnte er da einem Einfluss innerhalb des Königreiches, der sogar stärker ist als seiner, erlauben zu existieren?“

Er begann sofort zu murmeln: „Das ist der Grund, warum ich sagte, du hättest vorher so tun sollen, als wärst du schwächer. Im Endeffekt hast du immer noch den König gezwungen abzudanken, was den Kronprinzen noch ängstlicher gemacht hat.“

Ich war ein wenig verlegen als ich sagte: „Jedenfalls, egal, ob ich so tue als wäre ich schwach, oder nicht, er wird trotzdem nicht aufgeben zu versuchen uns zu unterdrücken.“

Der Papst sagte beharrlich: „Wie auch immer, den Betrieb der Kirche des Gottes des Lichtes aufrecht zu halten ist meine Pflicht, sicher zu stellen, dass sich die Gläubigen an die Regeln des Gottes des Lichtes halten ist die Pflicht des Urteilsritters und die Gläubigen zu festigen ist die wichtigste Pflicht des Sonnenritters! Deshalb bist du dafür verantwortlich, dich um diesen Zwischenfall zu kümmern.“

„Ich weiß.“

Da es die wichtigste Pflicht des Sonnenritters betraf, konnte ich nicht anders als feierlich zu nicken. „Ich will jedoch deine Zusage, dass du diesmal, egal was ich tue, dich nicht einmischen oder versuchen wirst, mich zu stoppen“, warnte ich den alten Mann.

Diesmal sagte der Papst tatsächlich gerade heraus: „Abgemacht.“

Scheint so, als wäre der Zwischenfall dieses Mal wirklich ernst, ansonsten wäre dieser verdammte alte Mann nicht so direkt. Jedes Mal wenn etwas passierte, würde er sich immer heimlich einmischen. Selbst wenn es so aussah, als gäbe es nur Nachteile und keine Vorteile, würde er immer noch einen Weg finden, nebenbei zu profitieren. In der Tat des verdammten alten Mannes, der schon die ganze Zeit den betrieb der Kirche des Gottes des Lichtes aufrecht erhalten hat, würdig.

„Stimmt! Da wäre noch etwas“, sagte der Papst mit einem Grinsen, das mich äußerst unbehaglich fühlen ließ. Er fragt mit unschuldigem Gesicht: „Erinnerst du dich noch an den Höllenritter?“

„Der Höllenritter ist einer der Zwölf Heiligen Ritter. Er ist der Einzige, der in der ‚grausamen, kaltherzigen‘ Fraktion ist, aber nicht die Befehle des Urteilsritters befolgt. Stattdessen ist er ein Ritter, der seine Befehle vom Sonnenritter erhält und darauf spezialisiert ist, Geheimmissionen auszuführen, welche niemandem bekannt sind. Es gibt auch jene, die sagen, dass er der spezialisierte Attentäter der Zwölf Heiligen Ritter ist. Es gab sogar Gerüchte, dass der Höllenritter in der ersten Generation der Zwölf Heiligen Ritter gar keine richtige Person war, sondern eine geheime Identität, die der Sonnenritter für Geheimmissionen verwendete.“

„Warum hast du es so deutlich erklärt? Ich kenne die Ursprünge des Höllenritters.“

„Bist du nicht derjenige, der mich danach gefragt hat?“ antwortete ich, nicht sonderlich glücklich.

„Ich wollte dir sagen, dass einige Probleme auf Seiten des Höllenritters aufgetaucht sind.“

Ich hob eine Augenbraue und sagte: „Die Probleme mit dem Höllenritter sollten nichts mit mir zu tun haben, nicht wahr? Obwohl er theoretisch seine Befehle von mir erhält, habe ich ihn noch nie gesehen. Zu Beginn, als er als Höllenritter auserwählt wurde, wurde er bereits als Spion von dir in den Palast geschickt.“

Der Papst sagte mit unvergleichlicher Aufrichtigkeit: „Sag sowas nicht. Er ist immer noch einer der Zwölf Heiligen Ritter, die ihre Befehle von dir erhalten. Er wurde von klein an gezwungen, ein Spion zu sein. Und nun, da etwas schief gegangen ist, könntest du es übers Herz bringen, ihn im Stich zu lassen und ihn einfach seinem Schicksal zu überlassen?“

Dieser verdammte alte Mann… Er sagt das so, als ob ich derjenige wäre, der Höllenritter zum Spion gemacht hat. Offensichtlich warst du derjenige, der ihn in die Schlangengrube gestoßen hat! Ich funkelte den Papst an. Dieser verdammte alte Mann, versuch nicht mal, die Verantwortung auf mich abzuwälzen. Alleine die Geschichte, die Gläubigen zu festigen, verursacht mir schon genug Probleme.

Wir beide starrten uns an, einer mit weit offenen, der andere mit zusammengekniffenen Augen. Schlussendlich seufzte er und sagte: „Nun! Wenn du dich nicht für Hölle interessierst, kann ich ihn nur opfern. Er ist ohnehin noch nie zuvor aufgetaucht und ihn spurlos verschwinden zu lassen ist tatsächlich die einfachste Möglichkeit, das Problem zu lösen…“

Ich brüllte wutentbrannt: „Verdammter alter Mann! Wie ich bereits gesagt habe, was auch immer du tust interessiert mich nicht. Selbst wenn alle Priester deines Heiligtumes des Lichtes gestorben sind, interessiert es mich immer noch nicht. Aber es ist dir absolut verboten, meine heiligen Ritter anzurühren!“

Der Papst strahlte. „Was ist also mit Hölles Problem?“

Ich knurrte erbittert: „Gib mir die Möglichkeit, Hölle zu kontaktieren. Und nachdem du das Problem auf mich abgewälzt hast, gehört er von heute an mir. Denk nicht mal daran zu versuchen, ihn zurück zu bekommen!“

„So sollte es sein, immerhin gehörte er ursprünglich dir! Ich garantiere dir, dass ich mich definitiv nicht mehr in seine Angelegenheiten einmischen werde“, antwortete der Papst äußerst aufrichtig.

Dass er tatsächlich derart deutlich ist… Höllenritters Problem muss wirklich mehr sein als eine Kleinigkeit.

Wo wir gerade dabei waren, ich bekam wirklich Kopfschmerzen. Mit dem Kronprinz, der versuchte die Kirche des Gottes des Lichtes zu unterdrücken, dem Sohn des Gottes des Krieges, der der Prinzessin einen Antrag machte und dem Problem des Höllenritters… Warum schien es so, als wären all die schwierigen Angelegenheiten zusammengepresst?

„Haha!“ Der Papst hob seinen Tee um gemächlich zu trinken und seufzte dann. „Es ist selten, dass man den beunruhigten Blick des allmächtigen Sonnenritters sehen kann!“

„Die Situation ist so ernst und du hast immer noch die Zeit und die Stimmung, sarkastisch zu mir zu sein“, antwortete ich unglücklich.

„Sarkastisch zu sein? Ich bin nicht sarkastisch. Was auch passieren mag, solange es in deine Hände gelegt wird, kann es immer gelöst werden…“

Ich diesem Moment kam ein welterschütterndes Brüllen von draußen. „Sonne, Sonne!“

Der Papst und ich waren beide verblüfft und hörten dann eine Reihe lauter und dringlicher Schritte, die näher und näher kamen. Der Papst schob das Tee Set eilig in die Lade des Teekessels, hob seine Robe auf und kehrte eilig hinter seinen großen Schreibtisch zurück. Nachdem er den Schleier auf dem Tisch verwendet hatte, um seinen gesamten Körper zu bedecken, saß er bewegungslos dort.

Ich stellte mich auch schnell vor den großen Schreibtisch und machte einen ehrfürchtigen und respektvollen Gesichtsausdruck, obwohl der Rand des Lächelns etwas steif war.

In diesem Moment trat jemand die Türe hinter mir tatsächlich mit dem Fuß auf. Die Tür prallte sogar von der Wand ab, was einen zweiten lauten Knall zur Folge hatte. Ich war erschrocken und sogar der Papst vor mir zitterte.

Wer ist kühn genug, um tatsächlich die Tür des Papstes einzutreten?

Als ich mich umdrehte, um nachzusehen, fand ich heraus, dass es tatsächlich Flammenritter war, welcher die hitzköpfigste Persönlichkeit hatte. Ich wies ihn leicht zurecht: „Flammenritter, Seine Heiligkeit der Papst ist hier, wie kannst du so unhöflich sein – “

Flamme unterbrach mich schnell und brüllte: „Dein Vize-Hauptmann ist in Gefahr! Beeil dich und geh zu ihm! Er hört bald auf zu atmen!“

Ich war sprachlos. Adair… hört bald auf zu atmen?!

Ich jagte hinter Flamme her, bis vor eine Zimmertür. Wie üblich, machte Flamme sich nicht sie Mühe, seine Hand zu verwenden, um die Tür zu öffnen. Als er die Tür mit dem Fuß auftrat, sah ich eine große Gruppe Ritter vom Sonnenritterzug. Ihr Augen waren alle rot und als sie sich umdrehten und mich sahen, fingen sie alle an zu rufen: „Hauptmann, Hauptmann!“

„Hört auf mit eurem ‚Hauptmann‘! Ihr alle, geht aus dem Weg!“

Ich schob zwei Zugmitglieder zur Seite und warf einen Blick auf das Bett. Adair war aufs Bett gelegt worden und die Ritteruniform auf seinem Körper war mit frischem Blut befleckt. Er sah blass aus, da er so viel Blut verloren hatte und seine Augen waren fest geschlossen. Offensichtlich hatte er bereits das Bewusstsein verloren und seine Atmung war so schwach, dass seine Brust sich kaum bewegte.

Es ist keine Zeit mehr!

Nach einer groben Untersuchung entdeckte ich, dass seine wichtigsten Verletzungen auf der Brust waren, wo es drei Schwertverletzungen gab und auf dem Oberschenkel, wo es eine gab. Ich legte sofort meine Hände getrennt auf die Verletzungen auf seiner Brust und auf seinem Oberschenkel.

„Moderate Heilung!“

Ich rezitierte einen kurzen Spruch und führte eine moderate Heilung aus. Dieses Level konnte höchstens Wunden wie schlimmere Schnitte und gebrochene Knochen heilen. Natürlich reichte es nicht, um Adairs tödliche Wunden zu heilen, aber es würde seine Verletzungen zumindest etwas verringern und mir etwas mehr Zeit verschaffen.

Heilungen eines hohen Levels verlangen, dass der Benutzer zuerst genug heiliges Licht sammelt und dann muss man immer noch die Beschwörung, die das heilige Licht in heilendes Licht, welches Wunden heilen kann, verwandelt, rezitieren. Wenn ich gleich anfangen würde, Heilungen eines hohen Levels zu rezitieren, befürchte ich wirklich, dass Adair bereits eine Tour um die Residenz des Gottes des Lichtes gemacht hätte, bevor ich es schaffte, meine Beschwörung zu vollenden.

Als ich meinen Kopf senkte, sah ich, dass Adairs Gesicht immer noch das einer Person, die jeden Moment aufhören konnte zu atmen, war. Ich führte sofort eine weitere moderate Heilung aus, was seine Atmung etwas deutlicher werden ließ. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich endlich darauf konzentrieren, heiliges Licht zu sammeln und die Beschwörung zu beginnen, die das reinweiße heilige Licht zu honigfarbenem heilenden Licht werden ließ.

„Ultimative Heilung!“

Nachdem ich sah, wie Adair seine Augen öffnete und ein bisschen so drein sah, als wäre er sich seiner Umgebung nicht bewusst, war ich erleichtert. Zugegebenermaßen, selbst wenn Adair wirklich gestorben wäre, gäbe es immer noch Auferweckung um ihn wieder zu beleben – aber wenn es darum geht, jemanden wieder zu beleben, ist es unmöglich, keinen Preis zu bezahlen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Auferstehung fehlschlägt, auch ziemlich hoch.

„Hauptmann!“

Als mich zwei Zugmitglieder stützten und Adair wie wild vom Bett aufsprang, bemerkte ich, dass ich tatsächlich nach hinten gefallen war. Glücklicherweise war die Reaktionszeit meines Sonnenritterzuges nicht von schlechten Eltern. Ansonsten würde als nächstes vielleicht ich anstatt Adair im Bett liegen.

Ich seufzte. Zuerst musste ich Lobpreisungen singen, dann heiliges Licht verwenden um Roland zu helfen, seine dunkle Aura zu verstecken und nun eine derart hochrangige Heilung verwenden. Nicht einmal ich kann das durchhalten.

Als mich die beiden Zugmitglieder in eine aufrechte Position zogen, funkelte ich Adair wild an und brüllte: „Du solltest dich besser hinlegen! Glaub nicht, dass es dir schon wieder gut geht, bloß weil du keine äußerlichen Verletzungen mehr hast. Die Tatsache, dass du verletzt wurdest, besteht nach wie vor. Anstatt dich vor Erschöpfung umkippen zu lassen, weil du dich überarbeitest, könnte ich dich genauso gut schlagen, bis du jetzt umkippst!“

Adair legte sich folgsam auf das Bett und wagte es nicht, sich zu rühren.

Nach meinem Brüllen, keuchte ich ein paar Augenblicke. Dann drehte ich den Kopf und rief: „Flamme.“

„Eh?“ Flamme sah mich an, verblüfft und offensichtlich erschreckt aufgrund meines Mangels an Eleganz und Lächeln.

Ich zwang mich, ein Lächeln aufzusetzen und sagt: „Sonne möchte sich um ein paar ‚Zugangelegenheiten‘ kümmern, es tut ihm also leid, dich zu belästigen, aber bitte geh für eine Weile hinaus, und denk daran, Sonne zu helfen, die Türe zu schließen.“

Obwohl Flamme ein bisschen zögerlich war, nickte er trotzdem mit dem Kopf. „Okay, dann pass auf dich auf“, sagte er beim Hinausgehen.

Nachdem Flamme die Tür hinter sich geschlossen hatte, löste ich mich sofort von den zwei Zugmitgliedern. Ich ging zu dem Sessel, setzte mich hin und sagte dann kalt: „Nun, wer will mir erzählen, was passiert ist?“

„Hauptmann…“ Adair mühte sich ab, um vom Bett aufzustehen.

Ich drehte mich um und brüllte: „Still! Es ist dir nicht erlaubt zu sprechen. Wenn du einschlafen kannst, ist das sogar besser! Ed, komm her und berichte.“

Als er den Befehl hörte, war Ed unglaublich geschockt. Ich vergab ihm jedoch, immerhin war das das erste Mal, dass ich jemals seinen Namen verwendet hatte.

Dank der wiederholten Erinnerung mehrerer Ellbogen, die ihn anstupsten, schaffte Ed es schließlich, seine Sinne wieder zu erlangen. „Wir haben Jacques auf der Straße getroffen“, begann er etwas nervös zu erzählen, „und aufgrund des Befehles, den Sie, Hauptmann, erteilt –“

„Jacques ist der dritte Sohn von Baron Gerland. Außerdem hat Hauptmann keinen Befehl erteilt…“, fügte Adair eilig hinzu. Mitten drin realisierte er, dass ihm befohlen worden war, still zu sein und er verwendete schnell seine beiden Hände um seinen Mund zu bedecken.

Abgesehen von Urteil kennt mich Adair auch ziemlich gut… Wenn ich nicht auf dem Dach gelegen wäre und ihrem Gespräch zugehört hätte und dann Sturm fragen gegangen wäre, wer Jacques ist, hätte ich keine Ahnung, dass Jacques der dritte Sohn von Baron Gerland ist.

„Ed, fahr fort.“ Ich tat mein Bestes, um mein Image eines kalten und grausamen Hauptmannes aufrecht zu erhalten.

„Aufgrund von Hauptmanns Befehlen – Nein, nein! Es waren nicht Hauptmanns Befehle, es ist so, dass, dass…“, platzte Ed heraus, unfähig einen vollständigen Satz zu bilden und vor Nervosität schwitzend.

Nachdem ich ihn eine lange Zeit „dass“ wiederholen gehört hatte und er immer noch nicht in der Lage war, mit „dass“ einen Satz zu bilden, konnte ich nur hilflos Adair ansehen.

Nachdem Adair mein Blicksignal erhalten hatte, senkte er sofort die Hände, die seinen Mund bedeckten und flehte mit großer Aufrichtigkeit: „Hauptmann, bitte erlauben Sie mir, es zu sagen! Ich will es wirklich sagen, wenn ich es nicht sage, kann ich mich nicht wirklich ausruhen.“

Ich seufzte einmal und antwortete während ich den Kopf schüttelte: „Dann kann man nichts machen. Wenn du es unbedingt sagen willst, dann lasse ich es dich sagen.“

„Ja.” Adair nickte und begann mit rechtschaffener Empörung zu erzählen: „Wir haben den dritten Sohn von Baron Gerland auf der Straße getroffen. In dem Moment, als ich ihn erblickte, wurde ich sofort daran erinnert, dass er tatsächlich sein Schwert verwendet hatte um unseren Hauptmann zu verletzen und dass er das sogar hinterrücks tat! Es ist einfach hinterhältig und schamlos!“

Das ist Adairs, welcher seit fünf Jahren Vize-Hauptmann ist, definitiv würdig. Seine Fähigkeit, nach Strich und Faden zu lügen, kann nicht mit anderen Leuten verglichen werden. Obwohl ich von dem von hinten heranfliegenden Schwert verletzt wurde, während ich flüchtete, kann Adair es in eine Situation verwandeln, in der Jacques mich aus dem Hinterhalt angegriffen hat… Adair, du bist es zweifellos würdig, mein Vize-Hauptmann zu sein. Als ich dich auswählte, hatte ich definitiv gutes Urteilsvermögen!

Selbst die anderen Mitglieder meines Sonnenritterzuges sahen Adair mit Augen vollerBewunderung an, besonders Ed, welcher über seine Worte gestolpert war und nicht einmal einen halben Satz herausgebracht hatte.

„Daher konnte ich nicht anders, als ihn zu einem Duell herauszufordern. Dieser verachtenswerte Ritter hat das Duell jedoch nicht akzeptiert und stattdessen einen Helfer gefunden um mich herauszufordern…“

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht anders, als Adairs langatmigen Unsinn zu unterbrechen und fragte: „Wer hat dich verletzt?“

Adair atmete tief ein und sagte: „Es war der Sohn des Gottes des Krieges höchst persönlich.“

Ich war einen Moment sprachlos. Der Sohn des Gottes des Krieges? Der Kerl, dessen Stellung sogar höher ist als meine?

Ich fand das schwer zu glauben, als ich ausrief: „Also hast du zugestimmt? Mit seiner höheren Stellung ist es natürlich unangemessen, dich zum Duell heraus zu fordern. Adair, bist du, als mein Vize-Hauptmann, wirklich so töricht?“

Sofort protestierte Ed empört: „Es liegt definitiv nicht daran, dass Adair töricht ist! Hauptmann, es liegt daran, dass –“

„Ed, sag es nicht!“ unterbrach ihn Adair dringlich.

„Sei still! Seit wann lag es an dir, Entscheidungen zu treffen?“ fuhr ich Adair wütend an. Ich drehte mich um Ed anzubrüllen: „Fahr mit deinen Worten fort!“

„Ja“, sagte Ed. „Es liegt daran, dass der Sohn des Gottes des Krieges sagte, dass er, wenn Adair sich weigern würde, sich mit ihm zu duellieren, er Sie, den Hauptmann, herausfordern würde. Aber, aber…“

Aber jeder, der mich jemals ein Schwert halten sah, würde wissen, dass Schwertkunst meine größte Schwäche ist. Obwohl diese Tatsache nicht allgemein verbreitet ist, ist sie wohl kaum ein Geheimnis. Solange man ein bisschen herumfragt, könnte man es herausfinden.

Also hat der Sohn des Gottes des Krieges bereits gehört, dass meine Schwertkunst schwach ist und das verwendet, um Adair zu zwingen, an meiner Stelle ein Duell auszufechten. Aber warum würde er das tun wollen? Adair ist nur mein Vize-Hauptmann und nicht einer der Zwölf Heiligen Ritter. Selbst wenn der Sohn des Gottes des Krieges ihn besiegen würde, wäre es überhaupt nicht glorreich. Es geht eher in die Richtung, dass er seine eigene Position abwertet.

Ed sagte wütend: „Der Sohn des Gottes des Krieges ist wirklich zu weit gegangen! Er hat mehrere Male auf Adair eingestochen und selbst nachdem der Sieger bereits entschieden war, hat er sich geweigert, aufzuhören.“

Einer nach dem anderen begannen die anderen Zugmitglieder empört zu sagen: „Stimmt! Selbst als wir ihm zu Hilfe kommen wollten, wurden wir von den Kriegern des Klosters des Gottes des Krieges davon abgehalten!“

„Wollt ihr sagen, dass der Sohn des Gottes des Krieges Adair töten wollte?“ Ich war schockiert. Warum würden sie das tun wollen? Sie haben noch nicht einmal begonnen, im Königreich des Vergessenen Klanges Wurzeln zu schlagen und sie versuchen bereits, die Kirche des Gottes des Lichtes, welche hier den Einfluss hat, zu provozieren? Und zwar durch etwas so ernstes, wie meinen Vize-Hauptmann zu töten. Dass ist nicht etwas, dass dadurch gelöst werden kann, dass alle einander anlächeln, sich die Hand reichen und Worte wechseln.

Ed nickte wieder und wieder und sagte sehr wütend: „Ohne die königlichen Ritter, die uns zu Hilfe gekommen waren, hätte der Sohn des Gottes des Krieges Adair definitiv umgebracht.“

„Die königlichen Ritter haben es beendet?“

Ich war sehr misstrauisch. Die königlichen Ritter sind die Untergebenen des Kronprinzen und das Kloster des Gottes des Krieges wurde vom Kronprinzen hierher geholt. Warum würden sie die Aktionen des Klosters des Gottes des Krieges stoppen?

„Jup! Es waren die königlichen Ritter, die von Elijah angeführt werden.“

„Warte – warte einen Moment, wer ist Elijah?“ fragte ich, äußerst verwirrt.

„Hauptmann Elijah ist der hauptsächliche Anführer der jungen Gruppe innerhalb der königlichen Ritter“, erklärte Adair hastig. „Da seine Loyalität jedoch der Prinzessin gehört, ist er nicht in der Lage, die Gunst des Kronprinzen zu erlangen.“

Ein anderes Zugmitglied fügte hinzu: „Aber obwohl er nicht in der Lage ist, die Gunst des Kronprinzen zu erlangen, ist er sehr stark und hat einen guten Ruf unter den jungen Rittern. Selbst der Kronprinz kann nicht anders, als ihm regelmäßig Missionen zu übertragen.“

Ed lächelte und gab ein kleines Lachen von sich. „Es gibt auch Gerüchte, dass er eine Affäre mit der Prinzessin und ein sehr gutes Verhältnis mit der Königin hat. Selbst die Frau des Kronprinzen tritt für Elijah ein, was dem Kronprinzen Kopfschmerzen verursacht.“

Hey, hey, hey! Seid ihr der Sonnenritterzug oder der Sturmritterzug? Warum kennt ihr euch so gut mit Klatsch aus? Das ist das lebende Bild, von mehr als zwanzig Sturms, die vor meinen Augen tratschen!

Ich rieb mir den Kopf und sagte: „Dieser Elijah klingt sehr nach Sturm…“

„Jup! Hauptmann, Elijah ist Hauptmann Sturms größter Konkurrent unter den Frauen! Hauptmann Sturm hasst ihn am meisten.“ Ed lächelte listig.

„Ihr wisst ja eine ganze Menge darüber.“ Ich wusste nicht, ob ich sie bewundern sollte, oder nicht. Seit wann wurde mein Sonnenritterzug zu einem Klatschzug?

Ed sagte mir einem Lächeln voll Jubel: „Natürlich, Hauptmann. Selbst Hauptmann Sturm kommt oft zu uns, um mit uns Klatsch auszutauschen, oder um die Genauigkeit des Klatsches zu überprüfen. Nicht, dass ich das sagen will, aber was Neuigkeiten zum Thema Klatsch angeht, wenn unser Zug behaupten würde, Zweiter zu sein, dann würde nicht einmal Hauptmann Sturm wagen zu sagen, er sei Erster.“

„Also hat mein Sonnenritterzug seine Zeit üblicherweise mit Klatsch verbracht… Adair!“

„Ja, Hauptmann!“ Adair war so geschockt, dass er schon wieder vom Bett aufsprang.

„Von nun an, muss der Sonnenritterzug jeden Morgen eine Runde im Inneren der Stadtmauern laufen!“ sagte ich heftig.

Als er den Befehl erhielt, war Adair verblüfft und sein Gesichtsausdruck wirkte ein wenig beunruhigt.

„Was? Schafft ihr das nicht? Kann man euch überhaupt noch als Ritter bezeichnen?“ An der Oberfläche brüllte ich mit viel Energie, aber innerlich war ich ein wenig beunruhigt. Wie weit ist eine Runde innerhalb der Stadtmauern? Ist es vielleicht zu weit?

Alle Mitglieder des Sonnenritterzuges wurden still.

Wenn ich mir die Situation so ansehe, ist eine Runde innerhalb der Stadtmauern vielleicht wirklich sehr weit. Sollte ich es zu einer halben Runde machen? Aber ich habe den Befehl bereits erteilt, wie soll ich ihn also zurücknehmen…

In diesem Moment schien Ed seinen Mut gesammelt zu haben als er sagte: „Hauptmann, als Sie uns vor fünf Jahren zum ersten Mal begegnet sind, haben Sie uns den Befehl erteilt, fünf Runden zu laufen. Vor drei Jahren, sind Sie dann wütend geworden, als unsere körperliche Leistung schlechter war, als die des Urteilsritterzuges, also haben Sie uns befohlen, drei Runden zu laufen. Zu diesem Zeitpunkt hat Adair angenommen, dass Sie meinten, wir sollen drei Runden hinzufügen, also sind wir in den letzten drei Jahren acht Runden gelaufen. Nun…“

„… Nun habe ich gemeint, dass ihr eine weitere Runde hinzufügen sollt, ist das ein Problem?“

Der Sonnenritterzug rief einstimmig: „Nein, Hauptmann!“

„Gut! Nun, alle außer Adair, verschwindet.“

Nachdem ich gewartet hatte, bis alle Zugmitglieder das Zimmer verlassen hatten, stand ich auf und ging langsam zu Adair. Obwohl es mir ein bisschen leidtat, dass mir die Situation gerade eben nicht klar gewesen war und ich ihn als töricht bezeichnet hatte, bin ich der Hauptmann, also wie kann ich mich entschuldigen?

Nachdem ich eine lange Zeit gezögert hatte, entschied ich, mich nicht zu entschuldigen. Wer weiß, vielleicht erschreckt meine Entschuldigung Adair am Ende noch. Ich sollte besser einfach Anweisungen geben und das wird reichen.

„Ich gebe dir eine Woche Krankenstand, aber du solltest versuchen, den Heiligen Tempel nicht zu verlassen. Sag auch dem Sonnenritterzug, dass sie so weit als möglich im Heiligen Tempel bleiben sollen. Wenn ihr ausgehen wollt, dann zieht Zivilkleidung an. Tragt nicht die Uniform des Sonnenritterzuges. Außerdem solltest du in diesem Zeitraum mehr schlafen, mehr Eier und Fleisch essen, mehr Milch trinken und weniger große körperliche Anstrengung unternehmen.“

Adair war einen Moment verblüfft. Dann lächelte er schließlich und rief laut: „Ja, Hauptmann!“

Plötzlich weiteten sich seine Augen. „Hauptmann, was sollten wir dann in Bezug auf das Training, jeden Tag neun Runden um die Stadt zu laufen, machen?“ fragte er schnell.

Ich dachte ein bisschen nach und wies ihn dann an: „Du ruhst dich einfach brav im Bett aus und die anderen werden den Heiligen Tempel reinigen, als Ersatz für das Laufen.“

Nachdem ich das gesagt hatte, war ich immer noch nicht beruhigt. Dieser Kerl, Adair erledigt Sachen verantwortungsvoll und achtsam, was dazu führt, dass man erleichtert ist. Andererseits, führt es allerdings auch dazu, dass man sich Sorgen macht, dass er so wird wie Sturm und früher oder später an Überarbeitung stirbt.

„All das, was ich gerade gesagt habe, waren Befehle und müssen befolgt werden, ist das klar?“

Adair antwortete mit einem Lächeln: „Ja, Hauptmann.“

[Legende des Sonnenritters Band 2 Kapitel 4 Ende]

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